Freitag, 28. April 2017

4+ 1 - Meine Bücher im April


Es ist wieder soweit. Der letzte Freitag im Monat ist da und das bedeutet, dass ich euch meine Leseliste für den April vorstelle. Ich mag diese Serie unheimlich gerne, freue mich über eure zahlreichen Empfehlungen und habe fest vor diese im Juni und Juli miteinzubeziehen. Mein Mai erwartet mich nämlich bereits mit einem großen Stapel an fabelhaften Büchern. Aber wir wollen ja nicht vorweg greifen, sondern ein wenig zurück blicken. 
Im April las ich vier fabelhafte Bücher und eines, das mir leider nicht so gut gefiel. Inzwischen genieße ich meine Lesemomente immer mehr und bin beeindruckt von dem Tempo, in dem ich Bücher regelrecht verschlinge. 

Aber nun endlich zu den besagten Büchern. 

1. Big Magic von Elizabeth Gilbert.

Jeder, der in irgendeiner  Weise kreativ ist sollte dieses Buch lesen. Ich war zunächst ein wenig skeptisch, aber nach wenigen Seiten hatte es mich gepackt. Elizabeth Gilbert spricht in ihrem Buch viele der Dinge an, über die auch ich mir als Autorin häufig Gedanken mache. Nicht unbedingt als Blogautorin, sondern als Schreiberin diverser Geschichten. Fragen wie: 
Ist das gut genug? Kann ich das? Wurde das nicht bereits geschrieben? Es gab Shakespeare und Hemingway... mein Werk ist absolut überflüssig.

All diese Sorgen und Ängste nimmt Gilbert liebevoll auf um ihnen dann eine schallende Ohrfeige zu verpassen: "I never promised I'd be a good writer. I just promised I'd BE a writer!" Dieses Buch hat mir den Mut und die Begeisterung zurück gegeben in allem was es bedeutet ein Schreiberling zu sein. Einer meiner liebsten Sätze dieses Buches war übrigens: "I was always willing to work hard so that my creativity could play lightly" Im Zusammenhang mit der Tatsache, dass sie erst mit dem Erfolg von Eat Pray Love ihren Alltagsjob wirklich kündigte. Ein Buch voller Weisheiten zum kreativen Leben und damit geeignet für jeden atmenden Menschen. ;)



2. Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui von Bertold Brecht
Oh ja, man muss Brecht lesen. Wegen seiner Sprache, seiner fantastischen Gedichte und Stücke und wegen der politischen Aussage. Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui ist eine Analogie des Aufstiegs von Hitler. Verlegt nach Amerika wird berichtet wie schnell ein Aufstieg des bösen Arturo möglich ist und wie er hätte aufgehalten werden können. Ich schaudere ja ein wenig, beim Gedanken an dieses Stück. Großartig ist Brecht immer, in diesem Zusammenhang jedoch außerordentlich herausragend. "Moral wo bist du in der Zeit der Krise!"


3. Feierabend! Warum man für seinen Job nicht brennen muss von Volker Kitz
Kitz räumt auf: Mit dem Klischee der ständigen Herausforderung, überzogenen Ansprüchen an den Beruf und Träumereien. Er stellt die Frage: Wollen Sie von einem Chirurgen operiert werden, der die Operation am Herzen als eine ständige Herausforderung begreift? Erklärt warum es dazu gehört Routinen zu haben und dass nicht derjenige, der sich für alles begeistert zwangsläufig die beste Arbeit erledigt. Ein Buch das im wahrsten Sinne des Wortes erdet und zwar völlig unabhängig davon, ob man für seinen Job brennt oder nicht. 


4. Food 'n' Love von Moritz Warntjen. 
Dieses Buch ist großartig für ein entspanntes Verhalten zum Thema Ernährung geeignet. Da ich hier schon einmal darüber berichtet habe, soll es an dieser Stelle genug sein. 


5. Am Ufer des Rio Piedra saß ich und weinte von Paulo Coelho
Leider war dieses Buch gar nicht mein Fall. Den Alchemisten las ich ja bereits im Februar und fand ihn in Ordnung. Allerdings führe ich eine recht ambivalente Beziehung zu Coelho. Veronika beschließt zu sterben gefiel mir recht gut, an einigen Stellen jedoch überhaupt nicht. Am Ufer des Rio Piedra saß ich und weinte hingegen war so gar nicht mein Geschmack. Irgendwie war es mir einfach ein wenig zu verschroben und versponnen, aber das ist natürlich Geschmacksache. Irgendwie waren mir alle Hauptcharaktere auch ausgesprochen unsympathisch und uninteressant. Das ist natürlich nur ein persönlicher Eindruck und ich weiß, viele Menschen lieben Coelho sehr, aber dieses Buch war leider gar nicht mein Fall. 


Was waren eure Favoriten im April? Ich habe mir für den Mai tatsächlich eine lange Liste an Büchern bestellt und freue mich unglaublich darauf sie zu lesen. 
Ich wünsche euch ein fantastisches Wochenende und tanzt fleißig in den Mai
Liebste Grüße
Lotte

Mittwoch, 26. April 2017

Wecke das Kind in dir

Meine Wohnung ist ziemlich clean. Ich mag keinen unnötigen Schnickschnack und eigentlich ist das meiste schwarz, weiß oder aus Holz. Als Deko verwende ich eigentlich nur Kerzen, einige wenige Bilder und frische Blumen. Genauso mag ich es und fühle mich unglaublich wohl.
Allerdings geisterte seit einigen Tagen eine Idee durch meinen Kopf und ganz plötzlich wollte ich ein bisschen mehr. Ein bisschen mehr BlingBling, ein bisschen mehr Sparkle und ein bisschen mehr Verspieltheit.

Also entschied ich mich ein Moodboard zu machen. Diese Idee kreative Ideen, Zitate und Kleinigkeiten zu sammeln, geistert gerade durch diverse Youtube Kanäle und Lifestyle Blogs. Meist wird ein einfaches Gitter verwendet, in der Farbe der Wahl angesprüht und mit diversen Kleinigkeiten verziert. Und genauso wollte ich es auch.
Als ich allerdings am Abend nach einem langen Arbeitstag durch die Hannoveraner Innenstadt geisterte, gab es in keinem einzigen Einrichtungsladen ein passendes Gitter.
Also entschied ich mich umzudisponieren und kaufte in einem Dekoladen einen riesigen Kranz aus Holz und Draht, ein Knäul braune Wolle und diverse Clips.

So ausgerüstet bastelte ich mein eigenes kleines Moodboard. Ganz ohne "Clean Style" und klassische Gitter, sondern wild und durcheinander - ein bisschen so, wie es manchmal in meinem Kopf aussieht.
Inzwischen hängt es, mit diversen Karten bestückt, in meiner Wohnung und ich muss sagen: Obwohl es einen klaren Stilbruch zu dem Rest meiner Wohnung darstellt, mag ich es unglaublich gerne. Es drückt für mich eine gewisse Leichtigkeit und Freiheit aus, ich betrachte es gerne und die Karten inspirieren mich dazu größer zu denken als nur bis zum nächsten Wochenende.

Ich wünsche euch einen wunderbaren Mittwoch
Liebste Grüße
Lotte, die wahrscheinlich demnächst überall rosa Rüschen verteilt... Wer einmal anfängt

Montag, 24. April 2017

Die Sache mit dem Essen oder "Liebe dich selbst und es ist egal wenn GNTM läuft"

Ich schreibe die heutige Montagsmotiavtion mehr als eine Woche im Voraus. Im Fernsehen läuft der Hobbit (ok, es ist Werbepause) ich trinke ein Glas Weißburgunder und nasche aus einer Schüssel Chips. Und ja, ich bin mitten in meinem Urlaub mit mir selbst.
Warum ich diesen Post schreibe? Nun, um ehrlich zu sein, geisterte er schon eine ganze Weile durch meinen Kopf, aber jetzt, nach einigen Tagen allein und der Lektüre des Buchs "Food'n'Love" habe ich das Gefühl ihn wirklich schreiben zu müssen und auch endlich schreiben zu können.
Das Thema meiner heutigen Montagsmotivation ist Essen. Und die Hassliebe, die viele von uns damit verbinden.

Sieht man sich an einem völlig normalen Abend mit Freunden oder auch gerne zum Mittagessen in einer beliebigen Kantine, ist kein Thema so beliebt wie die neusten Ernährungsgewohnheiten und/oder der Körperumfang der eigenen oder beliebiger anderer Personen.
Immer mehr geistert es durch Zeitschriften, das Internet und die Welt was man wann wie in welcher Menge essen soll um schlank zu werden und ergo für immer erfolgreich und schön zu sein.
Ich bin in dieser ganzen Sache keinesfalls besser. Aber während ich meine Ostseeurlaub verlebte und das Buch Food'n'Love las, wurde mir mit einem Mal bewusst, wie viel Zeit ich tatsächlich darauf verwende mich mit der vermeintlich optimalen Ernährung zu beschäftigen und auf Speisekarten die gesündere Alternative auszusuchen anstelle dessen worauf ich gerade Lust habe.
Und wenn ich ganz ehrlich bin: DAS NERVT.
Und nicht nur, dass es Unmengen an Zeit und Gehirn in Anspruch nimmt immer wieder die "Ich nehme etwas Gesundes" Karte auszuspielen oder wahlweise zu sagen "Ich habe heute so und so viel Sport gemacht, da kann ich mir mal etwas gönnen"- Es ist wirklich dämlich, wenn man bedenkt, dass ich weder Profisportler noch Supermodel bin und auch nicht vorhabe eines von beiden zu werden.
Tatsächlich las ich besagtes Buch zunächst mit Skepsis. Ich war der Meinung bereits intuitiv zu essen und ein ausgewogenes Ernährungsprogramm aufgestellt zu haben (merkt ihr die Ironie?)
Dann fühlte ich mich ertappt: bei einigen Beispielen, bei bestimmten Gedanken und Ideen, bei meinen Vorstellungen was gesund ist. Vor allem jedoch bei meinem Misstrauen dem eigenen Körper gegenüber. Tatsächlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Während ich meinem Körper das vollste Vertrauen schenke, wenn es darum geht wann ich müde bin, krank werde oder mich einmal dringend zurückziehen muss um mein Näschen zu pudern, begegne ich ihm mit äußerster Skepsis, wenn es darum geht wann ich Hunger habe und was ich essen sollte

Ziemlich meschugge, wenn man bedenkt das mein Körper wahrscheinlich das größte Interesse daran hat mich gesund zu halten. Höchstwahrscheinlich sogar um einiges mehr, als diverse Modemagazine und Ernährungsratgeber. Und so beschloss ich, meine Beziehung zum Thema Ernährung noch einmal genau zu überdenken und einfach den Partner mit ins Boot zu holen, der am meisten damit zu tun hat: Meinen Körper.
Das Buch Food'n'Love hat mir ein wenig die Richtung gezeigt und jetzt bin ich dabei genau das auszuprobieren. Keine Verbote von ungesunden Nahrungsmitteln, keine Rechtfertigung für das was ich gerne bestellen möchte, sondern einfach nur Vertrauen darauf, dass ich spüre welche Nahrungsmittel mir gerade gut tun. Und ihr werdet überrascht sein, obwohl ich tonnenweise Süßkram im Haus habe und über unzählige Nahrungsmittel verfüge, habe ich nur ganz in Maßen Lust darauf eine ganze Packung Chips und fünf Tafeln Schokolade in mich zu bringen. Klar, gerade freue ich mich sehr daran allen Ernährungsgurus zum Trotz Chips und Lakritz am Abend zu essen, aber die erwartete Menge (Tüten beziehungsweise kiloweise) bleibt tatsächlich aus. In Wirklichkeit habe ich meistens Lust auf Avocado und Salat oder frische Pasta mit selbst gemachter Tomatensauce oder auf Ofengemüse und Guacamole. Und das mit Genuss. 
Meine heutige Montagsmotivation klingt also zunächst einmal recht einfach, auch wenn sie nicht so einfach umsetzbar scheint: Wenn ihr gesund seid und keine Erkrankungen wie Diabetes oder ähnliches habt: Hört darauf was euch euer Körper sagt. Vertraut beim Essen auf euch selbst, nicht auf Diätratgeber und Zeitschriftenbeilagen. Esst wenn ihr Hunger habt das worauf ihr Hunger habt und hört auf, wenn ihr satt seid. Schönheit kommt nicht aus Modemagazinen, Erfolg definiert sich nicht durch eine kleine Kleidergröße oder eine winzige Zahl auf der Waage. Unser Wert als Mensch ist nicht dadurch bestimmt wie schlank wir sind. Anstelle Tage, Wochen oder ganze Jahre auf ein perfektes Gewicht herunter zu hungern, investiert eure Zeit dafür Gutes zu tun- euch selbst und anderen. Für Fortgeschrittene: Once more mit Genuss. 
Ich wünsche euch einen fantastischen Montag 
Liebste Grüße
Lotte


PS: Das Buch wurde von dem Molekularbiologen Moritz Warntjen geschrieben, bringt immer wieder Studienbeispiele an und beginnt wunderbar mit dem Thema "Essensgelüste in der Schwangerschaft" und was diese mit jedem von uns zu tun haben. Bezug nimmt es unter anderem auf die Set-Point Theorie und die inzwischen recht populäre Bewegung des intuitiven Essens.  In Erinnerung geblieben ist mir außerdem des Zitat von Rachel Priest "Fuck it, I'm gonna be me and its gonna be an awsome ride until the very damn day that I die" I LIKE!

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