Mittwoch, 22. März 2017

Die mit den Walen flüstert

Heute habe ich einen ganz besonderen Blogpost für euch. Meine liebe Freundin Alina, die ich unglaublich für ihre freigeistige Haltung und weltoffene Einstellung schätze und aus vielerlei anderen Gründen bewundere nimmt euch heute mit in die Dominikanische Republik.  Seit ich in Hannover wohne ist Alina, die ich auch davor schon kannte, eine feste Konstante in meinem Freundeskreis. Sie ist lebenslustig, humorvoll und wunderbar aber allem voran ist sie der Inbegriff des Weltenbummlers. Im letzten Monat war Alina als Walflüsterin unterwegs und hat sich bereit erklärt einige meiner Fragen für den Blog zu beantworten..
Ich wünsche euch viel Spaß beim Eintauchen in andere Welten und ferne Gegenden.

Liebste Alina
Vielen, vielen Dank, dass du dich bereit erklärt hast einige Fragen zum Thema Walflüsterer zu
beantworten. Ich freue mich spannende Geschichten von dir zu hören und ein wenig mehr über
diesen ungewöhnlichen Weg zu erfahren. Danke, dass du diese Geschichten auch mit meinen
Lesern teilen möchtest ❤

1. Zunächst einmal ganz banal: Wie bist du überhaupt auf die Idee gekommen Walflüsterer zu
werden ?

Jaaaaa, also das war eigentlich war es ganz lustig: Als ich vergangenen Sommer per
Mitfahrgelegenheiten nach Köln unterwegs war um eine Freundin zu besuchen, saß ich im Auto des
Walflüsteres 2014. Dieser heißt Roland und erzählte mir stolz von seinem Titel und was er dafür tun
musste: Einen Monat lang in der Dominikanischen Republik Buckelwale beobachten und darüber
schreiben. Für mich klang das viel zu schön, um wahr zu sein und da ich schon von klein auf
absolut begeistert von Tieren war, sagte ich mir: Alles klar, dieses Jahr werde ich Walflüsterin!
Tatsächlich wird das Programm jedes Jahr seit 8 Jahren ausgeschrieben, da das Domikanische
Tourist Board aber in Frankfurt sitzt, berichten vor allem die Medien im Umkreis jeder Stadt davon.
Wenn ich nicht neben Roland gesessen hätte, wäre ich wohl nie darauf gekommen :)

2. Und was genau kann ich mir darunter vorstellen, wenn du als Walflüsterin arbeitest? Tauchst du in die Tiefen des Ozeans und sprichst mit den Buckelwalen? Wie Robert Redford als Pferdeflüsterer?

Also das wäre natürlich schön, aber ich muss zugeben, dass ich dem Walischen nicht mächtig bin,
außerdem herrschen hier in Samaná strenge Regulierungen, sodass ich nicht einfach ins Meer zu
den großartigen Meeressäugern hüpfen darf. Leider. Nein, aber dafür fahre ich jeden Tag mit whale
samana hinaus, um die Giganten vom Boot aus zu beobachten. Kim Beddal, die vor 30 Jahren
hierher auswanderte, ist Inhaberin und Leiterin der besten Whalewatchingtour hier. Sie und ihr
Team werden es nicht müde den Beobachtern alles Wissenswerte über diese schönen Geschöpfe
mitzuteilen. Man sieht nicht nur einen mysteriösen Teil des Buckelwals, sondern es wird auch
erklärt was: Beispielsweise welches Geschlecht die Tiere haben, die Konstellation der Individuen
untereinander und der Grund für das gesehene Verhalten. Die soziale Interaktion ist unglaublich
vielschichtig und sehr faszinierend. Meine Aufgabe ist es dies per Photo und Film festzuhalten,
darüber zu schreiben und zu begeistern. Das geschieht durch den Walflüsterer Blog und Facebook.
Jeden Tag lade ich das ein oder andere Bild hoch und schreibe regelmäßig Artikel.

Unser knapp 5 Wochen altes Kälbchen hüpft immer höher aus dem Wasser. So erbrobt es seine Kraft und stärkt seine Ausdauer.

3. Du verbringst ja nun einige Zeit in der Karibik - ist das ein echter Traum oder gibt es auch
Dinge, die nicht so gut sind?

Also paradiesisch ist es hier auf jeden Fall: weißer Sandstrand, blaues Meer, Kokusnusspalmen und
exotische Früchte finden sich überall. Allerdings sind die Standards hier nicht mit unseren zu
vergleichen, denn aufgeräumt sind zwar die Hotelkomplexe, verlässt man diese jedoch türmt sich
der Müll zu allen Seiten. Warum sollte man seinen Müll entsorgen, man kann ihn einfach fallen
lassen. Auch das Meer ist voller Plastik und wer weiß was noch. Darüberhinaus wurden letzte
Woche in Samaná mindestens acht Straßenhunde mit Ködern vergiftet. Das Verhältnis zu Tieren ist
hier alles andere als moralisch. Besonders die Pferde können bis zum Tod schuften, werden aber
von vielen nicht im Geringsten gewürdigt. Und die zahlreichen Straßenhunden sind weniger wert
als Ratten und werden dementsprechend gequält. Das sind die Schattenseiten des Landes, derer man
sich klar sein muss und von denen ich hoffe, dass sie sich ändern. Was ich auch katastrophal finde,
ist, dass zahlreiche Kreuzfahrtschiffe mitten durch das Walschutzgebiet fahren dürfen, wo die
Mütter mit ihren Kälbern sind. Und das oft viel zu schnell. Wenn man zahlt, darf man hier alles, der
Effekt auf die Tiere ist s****egal! Die Haupttodesursache der Buckelwale sind das Verfangen in
Fischernetzen und Zusammenstöße mit Booten, die zu schnell fahren, als dass die Wale ausweichen
könnten.


4. Was ist die Kernbotschaft, die du als Walflüsterin mit nachhause nimmst?

Die Zeit als Walflüsterin wird mir auf jeden Fall als unvergessliche Zeit in Erinnerung bleiben:) Tag
für Tag fahre ich mit dem Schiff und Wal-begeisterten Menschen hinaus, halte Ausschau und warte
gespannt was für ein Schauspiel sich bieten wird, denn Buckelwale sind unberechenbar. Kaum
wendest du das Boot und beginnst deinen Blick abzuwenden, springt ein 40 Tonnen schwerer Wal
am Rande deines Blickfeldes aus dem Meer und verschwindet pünktlich in diesem, sobald deine
Kamera knipsbereit ist :D Auf jeden Fall konnte ich jeden Tag neues über diese Tierchen erfahren
und verstehen. Buckelwale haben eine unglaublich komplexe Art der Kommunikation, der sozialen
Beziehungen und der Bandbreite der Gefühle, welche unseren gar nicht unähnlich sind. So versucht
beispielsweise ein männlicher Buckelwal bereits eine Beziehung zu einem Walweibchen
aufzubauen, das gerade ein Kälbchen geboren hat und erst im darauf folgenden Jahr paarungsbereit
sein wird. Nach dem Motto: „Ich greif dir dieses Jahr unter die Flossen und nächstes Jahr denkst du
dann vielleicht an mich“ Sehr vorausschauend, oder? ;)

5. Was war dein bisher spannendstes Erlebnis als Walflüsterin?

Spannend ist es jeden Tag aufs Neue, wenn die Erwartung steigt und der Blick den Horizont
absucht, jede Aktivität eines Wales ersehnend. Besonders schön war es immer, wenn wir Grommet
mit ihrem Kalb sahen. (Sie ist ein recht bekanntes Weibchen, welches an der Seite ihrer einst an der
Ostküste der USA in Fischernetzen gefangenen Freundin Foggy blieb, bis diese nach Stunden
befreit wurde. Danach sprang sie voller Freude um das Boot der Retter.) Auch ihr Kälbchen springt
sehr gerne und kam immer mal wieder neugierig in die Nähe unseres Bootes und manchmal sprang
auch Grommet selbst sehr dicht neben uns aus dem Wasser. Wer sich dafür interessiert, kann sich
gerne auf www.walflüsterer.de die von mir und den vorherigen Walflüsterern geschrieben Artikel
durchlesen und sich die Photos ansehen, die wir dort veröffentlicht haben :)

Und so ruft die Mutter ihr Kälbchen zurück, wenn das Kleine zu nah an unser Boot heranschwimmt. Der Walfischschwanz gehört nebenbei einem knapp 15 meter langem und 40 Tonnen schweren Weibchen.


6. Was würdest du anderen raten, die auch gerne Walflüsterer werden wollen?

Ganz viel Begeisterung für Wale, Photos und das Schreiben zu haben. Und das alles etwas
interessant sowie kreativ zu gestalten. Außerdem sollte man sich bewusst sein, dass es für einen
Monat in die Ferne geht. Zwar ist es wunderschön hier, aber manchmal ist es ganz schön
anstrengend; ich komme hundemüde nach dem Tag auf See zurück, zugegebenermaßen in ein
5*Hotel ;), versuche noch was zu posten und meine Gedanken zu verarbeiten. Auch sollte man sich
selbst genug sein, denn man ist hier ganz allein und wird gerade beim Essen von den anderen
Gästen mit gemischten Blicken bedacht. Diese reichen von mitleidig über verwundert bis hin zu
missbilligend. Außerdem ist das Klientel aufgrund der gehobenen Preise zum großen Teil 60+, was
zwar ab und an zu interessanten Gesprächen führt, aber seltenst auf der selben Wellenlänge. Wie
dem auch sei, die Hauptsache sind die Buckelwale und wer von diesen großartigen Tieren nicht
genug bekommen kann, und das überzeugend rüber bringt, sollte sich nächstes Jahr im September
auf jeden Fall dafür bewerben. Schreibt einen locker flockigen Text, dreht ein unterhaltsames Video
und dann toitoitoi!

7. Du bist meine persönliches Vorbild in vielerlei Hinsicht, besonders aber darin was freies und
wildes Reisen angeht. Was sind deine Top Tipps für Globetrotter und jene, die es werden wollen?

Ach du bist ja süß, vielen Dank für die Blumen :). Eigentlich nicht Außergewöhnliches, bloß: Nutzt
jede Chance. Wenn ihr studiert, dann macht ein Auslandssemester; oder ein Praktikum. Allein um
ein Land ein bisschen besser kennen zu lernen und verbarrikadiert euch nicht lediglich als Tourist in
einem Hotelkomplex. Das unterscheidet der Touristen vom Reisenden. Nutzt die wundervolle
Webseite Couchsurfing und damit die Gelegenheit Einheimische und das wahre Leben kennen zu
lernen. Wenn euch das too much ist, versucht es mit Hostels, dort gibt es zumeist eine bunt
gemischte Vielfalt der dort Untergekommenen, die gerne ihr Wissen teilen. Und vor allem traut
euch! Lest euch die Warnhinweise vom Auswärtigen Amt durch, lasst euch davon aber nicht
abschrecken. Seid immer wachsam, aber nicht ängstlich. Holt euch Tipps von locals, entweder
durch couchsurfing oder örtliche Facebook Gruppen. Schnappt euch einen Freund/Freundin oder
stürzt euch allein ins Abenteuer.

6:30 Uhr Sonnenaufgang in Cabarete, dieser Anblick war es wert um 5 Uhr aufzustehen

8. Deine jetzige Reise ist komplett geplant. Normalerweise organisierst du jedoch selbst.
Was sind 
deine Kniffe um günstig durch die Welt zu tanzen?

Ja das ist wirklich einmal etwas anderes! Normalerweise stehen derartige Etablissements nicht auf
meiner Tagesordnung. Wie erwähnt komme ich eher durch couchsurfing oder Hostels unter, was
auch den Vorteil der Selbstverpflegung bietet. Wer selber kocht spart natürlich Einiges. Und vor Ort
ist es am Besten sich immer zu erkundigen wohin die Einheimischen gehen, damit man nicht, wenn
man beispielsweise doch Essen geht, in einem überteuerten Restaurant mit Zusatzsteuern landet,
was mir auch schon passiert ist. Wer es einrichten kann, sollte natürlich außerhalb der
Urlaubssaison fahren. Nach Costa Rica empfehle ich im September/ Oktober zu reisen, da dann die
Preise günstig und das Land nicht Touristen überlaufen ist. Die Reisesaison dort startet im
November und geht bis März. Und wer sein Reiseziel und das Datum festgelegt hat, sollte auf den
Flugportalen wie Skyscanner und momondo ein bisschen Zeit verbringen. Ein bisschen mit den
Daten und Flughäfen hin und her suchen, was manchmal einen enormen Unterschied macht und das
über ein paar Wochen beobachten. Also eigentlich nur Kleinigkeiten, die vielen bewusst sein
dürften. Und wenn es darum geht Aktionen zu buchen, dann immer vor Ort und immer, immer
Erkundigungen und Vergleiche einholen und sich nicht von dem erstbesten Verkäufer belabern
lasen. Und immer, auch wenn es manchmal schwer fällt: handeln! Mehr als „Nein“ sagen, kann der
Händler nicht ;)

9. Was ist dein persönliches Reisehighlight und dein Lieblingsort auf der Welt?

Nun meinen Lieblingsort kann ich erst bestimmen, wenn ich die ganze Welt gesehen habe und dafür
habe ich noch mein ganzes Leben Zeit! Frag mich nochmal in 50 Jahren :D Aber ich habe bisher
viele Reisehighlights, die Wale hier sind eines, das Besuchen der Halbinsel Montezuma in Costa
Rica mit einer lieben Freundin ein anderes. Wir sind mit einem Mietauto an einem Tag durch die
herrlich grüne Dschungelpracht des Landes gefahren und hatten alle Zeit der Welt. Außerdem der
Besuch des Nationalparks Corcovado, mit einer anderen Freundin, in dem wir leider von unserem
Guide sitzen gelassen wurden, aber einen unvergesslichen Abend bei Vollmond am Strand hatten
und eine sehr abenteuerliche Heimreise am Tag danach. Oder als ich mich in der Türkei das erste
Mal ganz allein nach Izmir aufmachte, dort ein wundervolles Wochenende verbrachte und per
couchsurfing einen unglaublich sympatischen Host fand. Und solche tollen Begegnungen sind
immer wieder eine Freude, die mir immer wieder bewusst machen, wie gerne ich unterwegs bin um
neue Länder und deren Bewohner kennen zu lernen.

10. Ich habe bestimmt vergessen etwas Wichtiges zu fragen... Was möchtest du meinen Lesern noch mitgeben ?

Da ich von dir sehr viel halte und weiß, dass du sehr klug und reflektiert bist, gehe ich davon aus,
dass es deine Leser ebenfalls sind. Deswegen möchte ich zum Einen Alle ermutigen sich als
Walflüsterer zu bewerben und zum Anderen betonen, wie wichtig das Whalewatching ist. Je mehr
Touristen daran Interesse zeigen, desto mehr wird den lokalen Bewohnern bewusst, wie
lohnenswert es ist, dies zu erhalten um so ihr Auskommen zu sichern. Und unseren Schutz brauchen
die Buckelwale (eigentlich generell alle Tiere). Tatsächlich gibt es noch die Grönländer, die jedes
Jahr 10 Buckelwale und die Grenadiere von Saint Vincent, die 4 Buckelwale jährlich auf das
Grausamste abschlachten dürfen. Mit dem Ergebnis, dass das Fleisch zum Teil in dänischen
Supermärkten verkauft wird und am Strand von Saint Vincent verrottet. Dass die Japaner gerade auf
Walfang sind um Minkwale zu töten, halte ich ebenso für eine Unverzeihlichkeit. Für die Zukunft
muss sich das ändern, das sinnlose Töten dieser einzigartigen Geschöpfe darf nicht weitergehen.
Zudem sollten Marine Säugetiere nur vom Boot aus beobachtet werden, niemals in Aquarien. Weder
Wale noch Delphine gehören in solch enge Becken gesperrt. Deswegen möchte ich alle deine Leser
motivieren ihren persönlichen Beitrag zu leisten! Geht auf Whalewatchingtour, nicht in Delfinarien
(wie beispielsweise das niederländische Dolfinarium Harderwijk). Und falls jemand im Urlaub
Walfleisch auf der Menükarte oder im Kühlfach vorfindet: boykottiert solche Restaurants und
Supermärkte! Denn nur so können wir die Welt ändern, Tag für Tag ein bisschen. Und ich bin
überzeugt, dass wir die Welt zu einem tierfreundlicherem Ort machen können, wenn alle dieselbe
Überzeugung teilen, dass Tiere genauso wie wir fühlende Lebewesen sind, denen mit Respekt
begegnet werden darf.



Auf dem Weg zum Salto "El Limón". Ein großartiges Erlebnis bei dem die Pferdchen un Maultiere die wagemutigen Touristen über das unwegsamste Gelände tragen


Ich hoffe das Interview hat euch ebenso viel Spaß gemacht wie uns!
Habt einen fantastischen Mittwoch 

Liebste Grüße
Lotte


Alle Bilder hat Alina gemacht. Ich habe sie nachträglich nur minimal bearbeitet und Lotte Fuchs darauf gepackt, damit sie beim kopieren wilde Kopierer wissen woher die Bilder stammen ;)

Montag, 20. März 2017

Montagsmotivation: Wie ich meinen Tag beginne

Heue habe ich einen kleinen Beitrag für alle, die morgens früh aufstehen müssen und danach dauerhaft müde sind. Es ist eine Art Instant "Ich habe gute Laune und bin augenblicklich wach" Rezept, das bei mir wirklich jedes Mal funktioniert. Na, seid ihre gespannt und voller Vorfreude? Dann macht euch darauf gefasst gleich die Augen zu verdrehen und den Kopf zu schütteln.
Mein perfekter Start in den Morgen beginnt nämlich nicht mit einem siebenfachen Espresso und einer Koffeintabletten, sondern (Achtung festhalten) mit SPORT.
Ja, ihr habt richtig gelesen. Nichts macht mich schneller wach, versorgt mich besser mit Energie und lässt mich fröhlicher werden als ein wenig Frühsport. Meine erste Amtshandlung des Tages (und zwar unabhängig davon, ob ich um 5,30  oder 10 Uhr aufstehe) besteht darin meine Yogamatte auszurollen und ein wenig Sport zu machen.
Dabei habe ich keineswegs den Anspruch Höchstleistungen zu vollbringen, ganz im Gegenteil, 15 Minuten Pilates oder Poweryoga reichen vollkommen. Wie so viele Menschen sitze ich beinahe den ganzen Tag im Büro, mal abgesehen von meinem Weg zum Mittagessen und zurück. Abends bin ich häufig verabredet und so kommt Bewegung in meinem Alltag häufig zu kurz, Wie wunderbar ist es also den Tag gleich damit zu beginnen ein wenig etwas für den eigenen Körper und die Gesundheit zu tun.

An meinen Wochenenden ziehe ich mir kurzerhand die Laufschuhe an, höre meine Lieblingsmusik und jogge noch vor dem Frühstück durch meine Nachbarschaft. In der Woche sind es Pilateseinheiten und ein wenig Stretching, die meinen Tag beginnen lassen.
Tatsächlich merke ich, dass ich müde und grummelig werde, sollte ich einmal morgens ohne ein wenig Bewegung in meinen Tag starten. Bin ich allerdings gleich am Morgen aktiv steigt nicht nur meine Wachheit, sondern auch meine Laune.
Und ganz ehrlich, wenn man es um 5,30 schafft schon eine Weile in der Plank auszuhalten und sich sportlich zu ertüchtigen - was soll mich an diesem Tag noch großartig aufhalten?
Da ich allerdings früh am Morgen nicht in der Lage bin selbstständig zu denken (so etwas setzt bei mir erst nach dem Frühstück ein), folge ich diversen Youtube Videos je nach Lust und Laune.
Wunderbar eigenen sich hierbei die Workouts von Rachel Aust, oder Stretching, Pilates und Yoga Videos von Boho Beautiful und Blogilates - nur als kleine Inspiration ;)
Darauf gekommen bin ich übrigens in einer Zeit, als meine Arbeitstage gruselig lang waren und ich kaum Zeit hatte zwischendurch einmal Luft zu holen. Damals habe ich diesen Beitrag geschrieben mit allerhand Tipps, wie ich lange Arbeitstage bewältige.
Habt ihr ein Ritual mit dem ihr jeden Morgen beginnt? Ist es der leckere Kaffee, die Zeitung und ein paar Minuten durchatmen? Oder gehört ihr zu den Menschen, die aus dem Bett hetzen, losrennen und schnell zum Bus flitzen?
Ich freue mich auf eure Tipps und Kommentare
Liebste Grüße
Lotte

Freitag, 17. März 2017

25 Dinge, die ich in 25 Jahren gelernt habe

Mein Geburtstag ist inzwischen eine ganze Weile her, aber um ehrlich zu sein waren die Monate nach meinem Geburtstag so voll gepackt mit neuen Erfahrungen, dass ich kaum hinterher kam. Nichtsdestotrotz wollte ich unbedingt einen Post darüber machen welche 25 Dinge ich in den letzten 25 Jahren gelernt habe. Mal ganz abgesehen von laufen und sprechen ist da nämlich ein bisschen was zusammen gekommen ;) Und jetzt, da ich langsam in Hannover ankomme, finde ich den Zeitpunkt einfach perfekt. Also hoffe ich, dass ihr über die Verspätung hinweg sehen könnt und wünsche euch viel Spaß beim Lesen. Einige dieser Sätze sind ernst gemeint, andere sind es nicht ganz so sehr.


1. Aller Anfang ist schwer

Egal ob im Studium, bei einer neuen Arbeit oder in welchem Bereich auch immer. Jedes Mal, wenn ich etwas Neues beginne, habe ich das Gefühl ich würde das nicht schaffen. Völlig unabhängig von meinen bisherigen Erfahrungen, die das Gegenteil beweisen, fällt es mir schwer einen neuen Anfang ganz entspannt zu sehen. Das liegt ein bisschen an meinem Perfektionismus. Inzwischen kenne ich dieses Muster gut von mir und weiß: es geht vorbei. Ich mag am Anfang ein bisschen (mehr) jammern und nicht wissen ob ich etwas hinkriege, aber mit jedem neuen Tag, jeder neuen Erfahrung und jedem neuen Schritt werde ich gelassener. 

2. Everybodys Darling is Everybodys Depp

Diesen Satz sagte mein Vater einmal in einer schwierigen Situation  zu mir. Ich kann mich noch genau an diese Situation erinnern. Seither geistert er mir im Kopf herum. Damals half er mir mein Anderssein zu akzeptieren und Freundschaften zu schließen, die mit einigen Auf und Abs bis zum heutigen Tag halten. Ich habe gelernt, dass mich nicht jeder mögen muss, sondern tatsächlich nur die Menschen, auf die es ankommt, diejenigen, die mich so akzeptieren wie ich bin. Ich werde niemals "das coolste Mädchen der Klasse sein" und das ist völlig in Ordnung. Anders sein zu können und sich nicht zu verbiegen damit man gemocht wird war eine der wichtigsten Lektionen in meinem Leben. 

3. Wer sich sorgt leidet zwei Mal

Ich liebe, liebe, liebe diesen Spruch aus Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind. Ganz ehrlich? Das trifft es auf den Punkt. Ich kann mir jetzt den ganzen Tag vermiesen indem ich mir Sorgen mache oder ich leide, wenn es soweit ist. Story of my Life ;)

4. Familie ist wichtig

Etwas das ich früher nie gedacht hätte, Familie ist tatsächlich eine wichtige Basis für mich. Wenn die Welt um mich herum einstürzt weiß ich wohin ich gehen kann. Ich weiß, meine Mutter wird mir zuhören und ein wenig mitleiden und mein Vater wird mir den nötigen Tritt in den Hintern geben damit ich aus meinem Selbstmitleid auftauche und mein Leben selbst in die Hand nehme. Das ist die perfekte Mischung, wenn die Welt einzustürzen droht und ich bin unglaublich dankbar für diese Basis. 

5. Jemand anderen klein machen wird dich selbst nicht größer machen

Besonders beliebt in der Politik: Den politischen Gegner klein zu machen um sich selbst größer zu fühlen, aber auch gern Teil des normalen Alltags "Guck mal wie ungesund die isst" "Schau mal was für Schuhe der anhat". Dabei fühlen wir uns überlegen, besser und wichtiger. Tatsache ist jedoch: Andere herabwürdigen macht uns nicht größer sondern kleiner. Stattdessen jedoch an sich selbst zu arbeiten und die bestmögliche Version seiner selbst zu sein (im Sinne von wertschätzend nicht nach dem Motto "Ich muss mich selbst 24 Stunden am Tag robotermäßig optimieren") ist nicht nur sehr viel schöner, es spricht auch für sich. Man muss niemanden klein machen um selbst groß zu sein. 

6. Never put a Deadline onto your Body

Niemals. Mein Körper ist keine Maschine und niemals, niemals, niemals werde ich eine DEADline in Bezug auf meinen Körper setzen. 



7. Es ist in Ordnung Freitag früh ins Bett zu gehen. 

Ja, auch wenn andere Party machen. Manchmal ist schlafen das schönste auf der Welt. Es sei denn man will unbedingt tanzen gehen. Aber niemand (auch du selbst nicht) kann dich zwingen Dinge zu tun, die du nicht willst oder schaffst. 

8. Ich muss nicht alles mögen. 

Ziemlich simpel. Nicht jeder muss mich mögen und ich muss auch nicht jeden mögen. Life is easy.

9. Fleiß ist schön. 

Es ist nicht verwerflich fleißig zu sein. Im Gegenteil, das Gefühl produktiv zu sein und etwas zu schaffen ist unglaublich gut, macht Freude und ist einfach wundervoll. Und zusätzlich zu diesem guten Gefühl erledigt man auch noch Dinge. Win Win Situation wenn ihr mich fragt. 

10. Bedenke dass du sterblich bist

Klingt düster, ist es für mich aber nicht. Zu wissen, dass ich nicht ewig leben werde lässt mich andere Prioritäten in meinem Leben setzten. Ich schaue genau: Was ist wichtig und was nicht. Und das in jedem Bereich meines Lebens. Und gleichzeitig schaue ich, dass ich Dinge in dieser Welt hinterlasse, die vielleicht länger existieren als ich. Dinge, die unsere Welt ein wenig schöner und besser machen, im Kleinen wie im Großen. Deswegen engagiere ich mich, deswegen suche ich eine Stelle, die ich für sinnvoll halte und deswegen versuche ich etwas zu bewirken. Ich bin nicht für immer auf dieser Welt, aber vielleicht einige Resultate meines Lebens, ich möchte dass es gute sind. 

11. Ich muss nicht immer erwachsen sein. 

Manchmal ist es völlig in Ordnung auf der Schaukel zu sitzen oder Disneyfilme zu gucken. Das entspannt und macht locker. Und ganz ehrlich, manchmal gibt es nichts besseres als einen alten Klassiker aus der Kindheit anzusehen oder zu lesen, einen Kakao zu trinken und einfach für einige Minuten für nichts verantwortlich zu sein. 

12. Freunde sind Menschen, bei denen Entfernung keine Rolle spielt. 

Ich bin recht viel umgezogen. Als Kind von Düsseldorf an die Ostsee, dann zum Studium nach Leipzig, dann für ganz kurze Zeit nach Neuseeland und jetzt schließlich nach Hannover. Das witzige daran ist: aus all diesen Zeiten sind Menschen geblieben, mit denen ich noch immer Kontakt habe. Sei es mein "Krabbelfreund" aus Düsseldorf, meine Freundinnen aus Abizeiten, ein Freund aus Neuseeland oder eben ein wunderbarer Kreis an inspirierenden Menschen in Leipzig und Dresden. Wir hören nicht jeden Tag voneinander und sehen uns über Wochen (manchmal Jahre) nicht, aber wenn, dann ist es als seien wir nie getrennt gewesen. Das sind die wirklichen Freunde auf die es ankommt. 



13. Ich bin introvertiert. 

Dazu habe ich hier schon einmal einen Post geschrieben. Das zu wissen und mich so zu akzeptieren war nicht einfach. Ich sorge inzwischen dafür, meine Grenzen zu respektieren und weiß, dass ich einen Abend in der Woche brauche, an dem ich keine Menschen sehe und einfach nur ich bin. Das ist gar nicht so leicht, denn meist stehen unzählige Verabredungen an. Aber diesen einen Abend brauche ich, der ist heilig ;)

14. Selbst und Fremdwahrnehmung sind zwei völlig unterschiedliche Dinge. 

Oh ja. Erzähle ich Menschen, die ich kennen lerne ich sei introvertiert, ernte ich meist lautes Gelächter und fragende blicke. Das liegt daran, dass ich viel rede, viele Menschen treffe und ständig unterwegs bin. Das Bild, das andere Menschen von mir haben hat manchmal gar nicht so viel mit dem zu tun wie ich mich tatsächlich fühle. Das ist völlig normal und auch gar nicht schlimm. Wichtig ist es zu erkennen, dass ich nicht immer so nach Außen wirke wie ich bin. 

15. Geduld ist eine Tugend. 

Und ich muss sie lernen. Ich bin unglaublich aktiv, möchte aber auch Resultate sehen- Das geht leider nicht immer. Deswegen ist die beste Übung für Geduld Dinge zu tun, die lange brauchen. Eine Herausforderung, aber es macht auch Freude. 

16. Manchmal kann ich fünfe gerade sein lassen. 

Perfektionistisch wie ich bin, will ich natürlich alles möglichst gut machen. In den letzten Jahren habe ich aber gelernt, dass die Welt nicht untergeht, wenn ich mal nicht alles perfekt mache. Es ist in Ordnung den Abwasch nicht immer zu machen, es ist okay einen Tag auf der Couch zu liegen und nicht produktiv zu sein und die Welt wird nicht untergehen, wenn ich nicht immer erreichbar bin. Diese Erkenntnis war ziemlich befreiend.

17. Lerne worauf es ankommt. 

Das gehört beinahe ein bisschen zu Punkt 16. Wenn es darauf ankommt bin ich die Letzte, die fünfe gerade sein lässt. In diesem Zusammenhang ist Perfektionismus gar nicht schlecht- ganz im Gegenteil. Situationen zu erkennen, die wichtig sind und dann wirklich das bestmögliche zu geben ist essentiell. 

18. Nicht alle Menschen gehen deinen Weg. 

Und das ist völlig in Ordnung. Anderen Menschen und Lebenswegen mit Toleranz und Verständnis zu begegnen ist so wichtig. Oder, um es mit den Worten des unsterblichen Scott F. Fitzgerald zu sagen: 
Whenever you feel like criticizing any one...just remember that all the people in this world haven't had the advantages that you've had.
Jeder Mensch hat eine persönliche Geschichte, die ihn zu der Person gemacht hat, die sie ist. Bevor ich also darauf herum hacke was diese Person falsch macht, sollte ich das bedenken. 

19. Luxus ist der kleine Moment. 

Ein Tee und ein Buch, ein gutes Lied im Radio, ein Spaziergang bei Sonnenaufgang - all diese Dinge sind Luxus und nichts davon kostet viel Geld. Ich habe für mich gelernt, das Luxus in meinem Leben darin besteht den Moment zu genießen und sei es nur eine blaue Stunde am Sonntagnachmittag. 

20. Blumen sind essentiell. 

Sie sind unnötig, kosten Geld und natürlich sind sie der absolute Luxus. Aber sie machen mich glücklich. Ich liebe es frische Blumen in der Wohnung zu verteilen. Für mich sind sie essentiell um mich wohl zu fühlen. 

21. Bella ist die Beste

Sie kann nerven, funkt in den unmöglichsten Momenten dazwischen und dennoch ist Bella ein wahrer Schatz. Sie ist die Diva des Hauses, zeigt mir deutlich wo ihre Grenzen sind und ist dennoch freundlich und liebenswert. Bella und ich haben schon viel gemeinsam erlebt und ohne sie wäre das Leben einfach grauer.



22. A good laugh never killed nobody

Oh ja, Lachtränen, die mir in die Augen schießen, flache Witze oder tiefsinniger Humor. Ich möchte keine Gelegenheit verpassen in der ich laut lachen kann. Es befreit, verbindet mich mit anderen Menschen und ist einfach nur schön. Wann immer es möglich ist - Lachen tut einfach gut.

23. Qualität schlägt Quantität. 

Egal ob bei Kleidung, Essen oder Beziehungen. Inzwischen habe ich von allem lieber weniger, dafür aber eine hohe Qualität. Ich möchte keinen riesigen Zirkel an Menschen, die mich unglücklich machen um mich herum haben. Stattdessen habe ich lieber wenige Menschen, mit denen ich wirklich glücklich bin und sie mit mir. Auch was das Essen, insbesondere von Süßigkeiten, angeht ist mein Credo: Lieber weniger und wirklich gut, als eine Tonne von wirklich schlechtem Essen. Dasselbe gilt für Kleidung. Was wir von der Generation über uns immer wieder zu hören bekamen, stellt sich also doch als wahr heraus...

24. Stürze dich ins Abenteuer. Stay hungry - stay foolish

Nichts macht so schnell alt wie der Satz "Das haben wir immer so gemacht, deswegen machen wir das jetzt weiter so" Ich habe Freunde, die niemals zwei Mal in dasselbe Restaurant gehen und sich zur Aufgabe gemacht haben immer etwas Neues auszuprobieren. Das finde ich großartig! Nur wenn ich offen dafür bin neue Dinge auszuprobieren, neue Erlebnisse zu sammeln und nicht immer das zu machen, was ich schon immer getan habe und was ein sicherer Hafen ist, kann ich wachsen und lernen. Das Abenteuer wartet direkt vor der  Tür, also auf geht es! (Sogar im Alltag ;))

25. Wenn nicht ich - Wer? Wenn nicht jetzt - Wann?

Mit diesen Fragen hat Emma Watson es auf den Punkt gebracht. Natürlich kann ich die Hände in den Schoß legen und sagen: Da müsste mal jemand etwas unternehmen. Aber ganz ehrlich? Wer soll dieser jemand sein? Wenn mir Missstände auffallen, ich Änderungsbedarf bei einer Sache sehe und merke es ist Zeit etwas zu bewirken, dann ist es nicht am Prinzen mit dem weißen Einhorn das zu erledigen sondern an mir. Und zwar nicht "Wenn es mal passt", der Augenblick günstig ist oder ich Millionär geworden bin, sondern jetzt. Es gibt sicherlich viele Dinge, die ich nicht ändern kann, aber ich weigere mich hinzunehmen, dass ich NICHTS bewirken kann. Wenn nicht ich wer dann? Und wenn nicht jetzt - wann dann? Irgendwann ist es an der Zeit sich von der Meckerrunde am Stammtisch abzuheben und wirklich etwas zu tun. Ich habe Verantwortung. Das sollte ich nutzen ;)


Ich hoffe meine Liste von 25 Dingen hat euch gefallen. Was sind eure wichtigsten Lektionen im Leben?
Habt einen wunderbaren Start ins Wochenende
Lotte

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