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Lange kein gutes Buch mehr gelesen???

Ich hätte da eine Idee... Wie wäre es mit dem Buch "Und Nietzsche weinte"  von Irvin D. Yalom?
Nietzsche? Och nee, das ist mir nichts, so etwas blödes hoch trabendes. Ohne mich, ich bleibe lieber beim guten Krimi. Der ist wenigstens spannend.
Das stimmt schon, aber dieses Buchh ist auch spannend. Es ist reine Fiktion und trotzdem fesselnd.
Worum geht es denn überhaupt? Ich hab keine Lust auf Literaturgeschichte. Wie laaaaaaaangweilig.
Keine Panik es geht nicht, oder zumindest nur ganz nebenbei um Literatur. Im Gegenteil, es geht um die Entstehung der Psychotherapie.
Ah ja. Toll also Freud und warum heißt das Buch dann und Nietzsche weinte.
Ganz einfach: Es geht auch nicht um Freud, sondern um Nietzsche.
Verwirrt? Na gut ich erzähle es euch. ES ist immerhin eins meiner Lieblingsbücher und das nicht nur weil ich Psychologie studiere.
Wien im Fin de siècle: Eine junge Russin mit dem Namen Lou Salomé sucht den Arzt Josef Breuer auf. Dieser ist unter anderem der Mentor von Sigmund Freud und gesellschaftlich hoch angesehen. Gerade hat er eine Studie veröffentlicht in der er beschreibt wie er seine Patientin Bertah Pappenheimer von ihrer Hysterie mittels Hypnose geheilt hat. Was die Weltöffentlichkeit jedoch nicht weiß: Der angesehene Familienvater ist verliebt, ja richtig gehend besessen von Bertha und trägt sch aufgrund der Situation mit sehr sehr schwermütigen Gedanken.
Lou Salomé hat von der erfolgreichen Behandlung Berthas gehört und bittet nun ihrerseits Breuer darum Nietzsche zu behandeln. Denn Nietzsche ist vollkommen besessen von Lou und denkt immer häufiger an Selbstmord.
Das einzige Problem ist: Nietzsche will sich nicht helfen lassen und darf auf keinen Fall dass man etwas über seine Schwäche erfährt.
Also beginnt Breuer die Behandlung unter dem Vorwand Nietzsches Migräne heilen zu wollen und es entpinnt sich eine Art fortlaufendes Streitgespräch zwischen Nietzsche und Breuer, aus dem sich langsam der Beginn der Psychotherapie abzeichnet.
Und vergesst nicht die Geschichte ist rein fiktiv. Es ist eine reine Idee wie es die Psychotherapie in ihrer Geschichte hätte beeinflussen können, wenn diese Begegnung statt gefunden hätte. Trotzdem ist das Buch von vielen Fakten besetzt. So gab es den Arzt Josef Breuer tatsächlich und er behandelte zusammen mit seinem Schüler Sigmund Freud auch Bertha Pappenheimer. Lou Salomé war wirklich eine Frau, der Nietzsche verfallen war, und ihn plagte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Depressionen und heftige Migräne.
Einzig diese Begegnug mit Breuer hat niemals statt gefunden.
Ich liebe dieses Buch. Es ist so schön abstrakt und trotzdem vollkommen logisch. Wenn ich einmal mit dem Lesen angefangen habe fällt es mir immer schwer das Buch weg zu legen.
Na Lust bekommen?
Das Wochenende naht also viel Spaß. :-)



Einen wunderschönen Tag wünscht euch

Lotte

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