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Ein süßer Spontantreff

Die besten Bekanntschaften macht man doch immer wieder auf Reisen. Überall gibt es interessante und nette Menschen, die man noch nicht kennt, die aber anscheinend genau auf dich warten.
So ging es mir zum Beispiel gestern. Auf dem Weg in den hohen Norden um meine Eltern zu besuchen traf ich im Zug von Berlin nach Stralsund eine tolle Reisebegleitung.
In Gesundbrunnen stieg ein Mann mit einem wundervollen roten Lockenkopf in mein Abteil. Dank sei den EC Zügen, die nur abgetrennte Abteile haben. Wir haben uns die ganze Fahrt von Gesundbrunnen bis nach Prenzlau bestens unterhalten. Über Geschichte, Politik, Kirchenmusik, frühe Hochzeiten, Freunde, ob man viel reisen muss um sich zu bilden, Studienfachwahl (er kam frisch aus dem Abitur und suchte noch den richtigen Studienplatz), vegane Ernährung und ob man sein Hobby zum Beruf machen sollte. Selten habe ich mich in der Gegenwart eines Fremden (wir kennen nicht einmal unsere Namen, haben keine Adressen und Telefonnummern ausgetauscht oder ähnliches und werden uns wahrscheinlich nie wieder sehen) so wohl gefühlt. Gerade weil man sich nicht kannte und ganz unbefangen war konnte sich ein solches Gespräch entwickeln. Wunderschön und mir passiert das immer in den Momenten in denen ich nicht damit rechne, sondern müde bin, ein bisschen angeschlagen und vielleicht überhaupt keine Lust auf Menschen habe. Manchmal bekomme ich das Gefühl, dass genau in diesen Momenten immer ein besonders spannender Mensch auf mich wartet. Wer weiß vielleicht ist das ja Absicht? Auf jeden Fall kann ich nicht den Kopf in den Sand stecken und resignieren dass es keine netten Menschen und vor allem Männer gibt, wenn ich doch jedes Mal eines besseren belehrt werde. Ist es wirklich Zufall, wenn man im Zugabteil den Mann mit roten Locken trifft, der Spanisch spricht, zwei Instrumente spielt, intelligent und gebildet ist, mindestens genauso geschichtsbesessen wie ich und dann auch noch sagt er möchte einen Beruf erlernen, der der Menschheit etwas gibt? Ich denke nicht. Das ist kein Zufall mehr. Ja ich weiß, es gibt unzählige Studien dazu, dass wir Menschen dazu neigen den Zufall zu unterschätzen und allem lieber eine höhere Bedeutung zusprechen, aber in diesem Fall bin ich sicher: DAS WAR KEIN ZUFALL. Es war ein süßer Spontantreff zwischen zwei Menschen die voneinander nicht einmal den Namen kennen und sich wahrscheinlich nie wieder sehen, aber wenigstens für diese zwei Stunden so etwas wie Freunde waren. Haltet die Augen auf. So etwas passiert ständig und überall.
Liebste Grüße sendet euch
Lotte
PS: Erinnert ihr euch noch an meinen Post mit den spontanen Geschenken? Einem Kommilitonen gegenüber, den ich kaum kenne, erwähnte ich vor kurzem dass ich nie Kugelschreiber habe und gestern hat er mir das hier mitgebracht:

Nett oder? Er meinte ich hätte das so herzerweichend erzählt dass er mir die einfach mitbringen musste… Da haben mir echt die Worte gefehlt.

 Und übrigens: Wer gerne andere mit hochwertigen Sachen verwöhnen möchte sollte mal heute bei Joanna vorbei schauen. Sie hat ein wundervolles Give away für alle Leser vorbereitet

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