Direkt zum Hauptbereich

In der großen weiten Welt

Gestern war ich in der nächst gelegenen größeren Stadt. Werter Leser, größere Stadt definiert sich in dieser Gegend Deutschlands durch 2 wesentliche Punkte:

1. Man ist mindestens eine Stunde unterwegs um dorthin zu gelangen. 
Alles was in der Fahrzeit von hier aus darunter liegt kann unmöglich mehr als 60.000 Einwohner haben. Es sie denn man sitzt in einem Flugzeug, aber selbst dafür müsste man eine Stunde Anfahrt in Kauf nehmen.
2. Man benötigt länger als 15 Minuten um die Innenstadt zu durchqueren.
Auch das ist hier eigentlich eher die Ausnahme, ein normal beweglicher Mensch braucht für die Innenstädte in dieser Umgebung nicht mehr als 15 Minuten, wenn er nicht ständig in Geschäfte rennt oder touristisch verklärt den Mund aufreißt. In diesen Fällen dauert es selbstverständlich länger.

Diese beiden Punkte waren gestern ausnahmslos erfüllt und ich verbrachte seelige 90 Minuten damit durch die Geschäftewelt der gigantischen Innenstadt zu rennen. (Fazit: Geburtstagsgeschenk meiner Mutter zu 70% erledigt)
Danach war ich wieder mit meinem Vater verabredet. Dessen liebstes Hobby ist es seit gestern die Kenwood Küchenmaschine meiner Mutter  durch die Stadt zu schleppen. Die war nämlich vermeintlich kaputt. Also auf zum Experten, der sie prompt in 10 Minuten repariert hatte. Das heiß sie auf dem Rückweg zum Auto wieder mitnehmen. Großes hin und her Geschleppe und Begeisterungsausbrüche (Bei mir, weil spontan in den Verkäufer verliebt-bei meinem Vater weil er das Gute Teil gleich zwei Mal hin und her schleppen durfte...Ihr seht, ein spaßiges Unterfangen)
Danach ging es zur Stärkung erst einmal zum Herrn Schweden... Dort hatte ich mir in den Kopf gesetzt einen neuen Tisch für neben mein Sofa zu kaufen. Ich hatte auch schon einen ins Auge gefasst. Es wra haargenau mein alter Tisch, nur in weiß. Ich habe mich an meinem roten Tisch ein wenig satt gesehen und wollte mal etwas Neutrales ausprobieren. Blöd nur, dass mein Vater dabei war. Der entdeckte nämlich einen anderen Tisch, der ja irgendwie viel praktischer ist (da viel mehr Platz um zu zu müllen), aber leider auch mehr kostet... Dreimal dürft ihr raten für welchen ich mich dann entschied... Genau ;-)
Auf dem Weg nach draußen gab es noch eine Begegnung  der anderen Art.
Lotte geht, ohne böses zu ahnen, den Gang entlang und passiert zwei Männer. Sie schauen etwas interessiert und raunen sich etwas zu. Einige Minuten später geht Lotte (die mal wieder hektisch etwas sucht und den gleichen Weg 10 Mal abläuft) wieder an ihnen vorbei. Wieder wird sich zugeraunt und Lotte guckt die Herren etwas erstaunt an. Einer der Männer bekommt es unverhofft mit dem Mut zu tun und sagt "Du bist aber eine richtig Hübsche".. Lotte grinst, wächst plötzlich 10cm (zusätzlich zu 7cm hohen Schuhen, ich war quasi baumhoch) und geht lächelnd und sich bedanken weiter. Wenige Augenblicke später (die Heldin der Geschichte hat das Gesuchte gefunden und nach 100 Mal überlegen wieder zurück gestellt) treffen sich alle zum dritten Mal. Kommentar der Herren in diesem Moment. "Ach Mensch, aber bestimmt vergeben. Die Hübschen sind doch immer alle vergeben"
Ende der Geschichte.
Nein, ich habe die muskelbepackten Herren nicht auf ihren Fehler hingewiesen (dass ich nicht vergeben bin), sondern das Kompliment strahlend und dankend angenommen und mich gewundert welch erstaunliche Erfahrungen man in der großen weiten Welt so macht.
Einen strahlend schönen Tag wünsche ich euch,
Lottte

Kommentare

  1. klingt wie ein ueberaus gelungener Tag.

    Erinnert mich an eine Zeit, lang lang ist es her,
    da ich in die Einkaufswagen der Herren geschaut habe und wenn was Gutes drin lag, dass auch nach Singel aussah ........

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Ich freue mich über eure Anmerkungen und Kommentare :-)

Beliebte Posts

Ein bisschen mehr Anstalt, bitte!

In unserer Wohnung gibt es keinen Fernseher, zumindest keinen um darin Tatort, Wetten, dass? oder Frauentausch zu gucken. Dafür haben wir weder Zeit noch die nötige Lust.
Um ehrlich zu sein langweilt mich das herkömmliche Fernsehprogramm meistens, Tatort und Co. sind faktisch meist falsch und ich finde eh kaum die Zeit mir so etwas anzuschauen.
Eine große Ausnahme gibt es jedoch: Satirsendungen. Ich bin ja bekanntlich ein großer Fan der heute show. Dieses Jahr ist jedoch eine Sendung dazu gekommen, die beinahe alles in den Schatten stellt, was ich bisher an politischem Kabarett und Satire gesehen habe. Bitterböse, gnadenlos und sofort mit einer einstweiligen Verfügung von einem gewissen Herrn Joffe (Herausgeber der Zeit, klick hier) bedacht, ist das neue Format von "Neues aus der Anstalt" bisher ungeschlagen auf Platz 1 meiner liebsten Satiresendungen.
Dabei blieb mir bei einigen Sendungen das Lachen, vor lauter Wahrheit, im Hals stecken. So zum Beispiel bei Claus von Wagner…

Montagsmotivation: all die kleinen Dinge

Es gibt da so ein großartiges Zitat von Andy Rooney, das mir immer mal wieder in den Sinn kommt, sobald der Alltag Einzug hält:

"For most of life, nothing wonderful happens. If you don’t enjoy getting up and working and finishing your work and sitting down to a meal with family or friends, then the chances are that you’re not going to be very happy. If someone bases his happiness or unhappiness on major events like a great new job, huge amounts of money, a flawlessly happy marriage or a trip to Paris, that person isn’t going to be happy much of the time. If, on the other hand, happiness depends on a good breakfast, flowers in the yard, a drink or a nap, then we are more likely to live with quite a bit of happiness."

Andy Rooney

Tatsächlich passieren große und lebensverändernde Dinge doch (zum Glück) nicht jeden Tag. Eigentlich lebt man ja so insgesamt betrachtet mehr vor sich hin. Das kann einerseits frustrierend erscheinen, ist aber andererseits vielleicht auch gar nicht sch…

Zeitmanagement zusammengefasst

Gestern war ich ziemlich fertig. Nach nur drei Stunden Schlaf verbrachte ich den Tag eigentlich damit im Bett zu liegen, Torte zu essen, "Da Vincis Demons" zu schauen und mit Freunden zu telefonieren. Und ganz nebenbei stolperte ich über ein Zitat zum Thema Zeitmanagement. Und weil ich es so schön finde, habe ich es euch einfach heute mitgebracht. Um ehrlich zu sein war ich am Sonntag nämlich nicht in der Lage weiter zu denken als "Oh ich esse jetzt einmal ganz viel Kuchen". 
“ Instead of saying “I don’t have time” try saying “it’s not a priority,” and see how that feels. Often, that’s a perfectly adequate explanation. I have time to iron my sheets, I just don’t want to. But other things are harder. Try it: “I’m not going to edit your résumé, sweetie, because it’s not a priority.” “I don’t go to the doctor because my health is not a priority.” If these phrases don’t sit well, that’s the point. Changing our language reminds us that time is a choice. If we don’t like…