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Alle Jahre wieder

Es gibt Weihnachtstraditionen, die dürfen einfach nicht gebrochen werden. Für manche ist das ein bestimmtes Weihnachtslied, für andere, wie meine Mutter und mich, ein ganz bestimmter Film. Viele denken jetzt bestimmt sofort an "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" aber nein, ich war noch nie so sehr der Prinzessinnentyp.
Wenn die Weihnachtszeit langsam näher rückt und es draußen dunkel wird, dann ist es bei uns Tradition sich in die Gesellschaft von 4 wunderbaren kleinen Frauen zu begeben.
Jedes, aber auch wirklich jedes Jahr schauen wir "Betty und ihre Schwestern". Der Film basiert auf dem Buch "Little Women" von Louisa May Alcott und ist so wunderbar, wie traurig. Meine Mutter las den Roman schon als junges Mädchen und gab ihn mir als ich in dem richtigen Alter dafür war (war es mit 10 oder 12? Ich weiß es nicht mehr). Seitdem sind auch mir die 4 jungen Mädchen ans Herz gewachsen- Und sollte ich mal eine Tochter haben, bekommt sie dieses Buch mit Sicherheit in der dritten Generation. Ich habe das alte Buch meiner Mutter, dessen Einband schon ganz kaputt ist. Früher habe ich eine Freundin darum beneidet, die eine wunderschöne, neue und illustrierte Ausgabe besaß. Wie gern hätte auch ich die kleinen farbigen Bildchen über Meg, Jo, Amy und Betty angesehen und über die schönen weißen Seiten gestreichelt. Heute liebe ich es zu wissen, dass meine Mutter als kleines Mädchen in genau demselben Buch geblättert und an denselben Stellen gelacht und Tränen vergossen hat wie ich.
Meine besondere Verbundenheit galt übrigens immer Jo. Vielleicht, weil ich so gut verstehen kann warum man die ganze Nacht wach bleibt um zu schreiben, oder auch, weil sie mir in ihrer Zwiegespaltenheit so häufig aus der Seele spricht.
Bei uns ist es einfach Tradition die March Schwestern vor Weihnachten noch einmal auf ihrem Weg zu begleiten. Dabei ist das gar kein so typischer Weihnachtsfilm. Die Handlung beginnt zwar an Heiligabend, geht aber über mehrere Jahre und spielt immer wieder auf die Unabhängigkeit der Frau an. So gibt es eine wunderbare Szene zum Wahlrecht der Frau in der Jo sagt "Männer wählen nicht weil sie gut sind, sie wählen weil sie Männer sind. Frauen sollten also nicht wählen, weil sie Engel sind und Männer wilde Tiere, sondern weil sie  Bürger dieses Landes sind"
Immer wieder finden sich auch Anspielungen auf Transzendentalismus, Sklavenhandel und übertrieben Konsum von Luxus.
Und mal ganz davon abgesehen, schaue ich den Film aus dem folgenden Grund:  Er ist einfach soooooooooo schön und sooooo traurig.
Ich liebe diese kleine Mutter Tochter Tradition vor Weihnachten einfach ganz besonders, und freue mich jedes Jahr darauf und gestern, zum Weltuntergang (Wo war er nur? Ich glaub ich habe ihn verpasst!), war es genau der passende Film.
Ich wünsche euch den wunderschönsten Tag und verabschiede mich mit den Worten von Susan Sarandon als Mrs March:
"Geh und umarme deine Freiheit und sieh welch wunderbare Dinge sie für dich bereit hält"
(ein Satz bei dem ich jedes Mal schlucken muss und JA ES IST KITSCHIG! Aber es ist schließlich Weihnachten!)
Ich wünsche euch einen wunderbaren Tag,
Lotte

Kommentare

  1. Ich mag keine traurigen Filme :( und habe mir glaube ich noch keinen einzigen traurigen Film 2x angeschaut. Aber ich mag Traditionen. Die sind wichtig. Meine Mama hat mir gestern gesagt, dass wir den Baum schon morgen aufstellen, damit wir an Heilig Abend nicht so viel Stress haben, und ich hätte beinahe angefangen, zu weinen, haha.

    Viele liebe Grüße und ein frohes Fest wünsche ich dir!

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    1. So traurig ist der Film gar nicht, er hat das obligatorische Happy End ;-)
      Vielleicht bekommst du deine Mutter ja noch überredet den Baum erst Heiligmorgen aufzustellen? Eine wunderschöne Zeit wünsche ich dir
      Lotte

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