Direkt zum Hauptbereich

Von der Psychoanalyse und dem Vatikan

Der Papst hat ja schon vor einiger Zeit seinen Rücktritt angekündigt. Alle Medien sind voll davon und überall diskutiert man das Für und Wider dieser Entscheidung.
Ich bin weder katholisch, noch ein Experte was solche Diskussionen angeht, aber als ich gestern und vorgestern den Film "Habemus Papam" gesehen habe (ich schaffe Abends keine ganzen Filme mehr, da ich immer erst um 8 oder 9 zu Hause bin), musste ich so lachen. Ganz ehrlich liebe Leute, schlimmer geht immer.
Ihr glaubt ein Papstrücktritt wäre revolutionär? Ist es auch, aber noch verrückter wird die Sache, wenn der Papst gleich nach der Wahl abhaut.
Ich fand den Film absolut witzig und liebevoll gemacht. Und die Verschwörungstheortikerin in mir fragt sich natürlich, ob der Drehbuchautor vielleicht schon 2011 etwas mehr wusste als wir anderen ;-)
Am herrlichsten waren die Szenen mit dem Psychoanalytiker im Vatikan. Herbei gerufen um den Papst zu heilen muss dieser erfahren, dass Fragen zur "Mama" und zu Träumen, Fantasien und Sexualität nicht gestellt werden dürfen. Vollkommen baff stellt er außerdem fest, dass er, einmal im Vatikan drin, diesen nicht mehr verlassen darf, da das Konklave ja offiziell noch läuft. Also berät er die Kardinäle zu ihren Pillen ("Das ist aber ein starker Tranquilizer, wer nimmt den?"), organisiert mal eben ein Volleyballtunier der Kardinäle ("Aber nicht die Schweizer Garde, gegen die haben wir keine Chance!") und findet eine Stelle in der Bibel die exakt alle Symptome einer Depression beschreibt. Was man halt so macht, wenn man im Vatikan bleiben muss.
Und so zeigt der Film ganz wunderbar die Menschlichkeit in allem und jeden und wirft ganz nebenher die Frage der Unfehlbarkeit auf.
Lustig und nachdenklich und irgendwie auch ziemlich aktuell.
Ich wünsche euch den wunderschönsten Mittwoch
Lotte, die heute im Kino nach langer Zeit wieder einen Film am Stück schaut.

Kommentare

  1. Ich bin auch nicht katholisch, aber ich finde die Geschichte der Institution PAPST allgemein interessant, und ich finde es gut, dass es skandalös weitergeht :D

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Ich freue mich über eure Anmerkungen und Kommentare :-)

Beliebte Posts

Weg mit den Mythen

Der folgende Post ist das Gegenteil von einfach. Um ehrlich zu sein weiß ich gar nicht, ob ich ihn überhaupt veröffentlichen möchte und das liegt unter anderem daran, dass er so privat ist wie bisher wenig auf meinem Blog. Viele Dinge behalte ich für mich, sie passen nicht hier herein, aber ich denke in diesem Fall sollte es das. Und nachdem inzwischen mehrere Jahre vergangen sind, denke ich: einfach machen.
Der heutige Post ist weniger Montagsmotivation als vielmehr Aufklärung und dafür möchte ich eine Geschichte voran stellen. Als ich noch jung und um einiges naiver war als heute, hatte ich Besuch. Der Freund einer lieben Freundin kam nach Leipzig und übernachtete bei mir. Sein enttäuschter Blick, als ich ihn auf dem Sofa einquartierte sprach Bände, aber ich hatte das Gefühl damit genau das richtige Signal gesetzt zu haben. Wir verbrachten ein angenehmes Wochenende miteinander, von seinen andauernden Beschwerden über das Sofa einmal abgesehen. Er erzählte mir viel von seinem Kampfs…

Ein bisschen mehr Anstalt, bitte!

In unserer Wohnung gibt es keinen Fernseher, zumindest keinen um darin Tatort, Wetten, dass? oder Frauentausch zu gucken. Dafür haben wir weder Zeit noch die nötige Lust.
Um ehrlich zu sein langweilt mich das herkömmliche Fernsehprogramm meistens, Tatort und Co. sind faktisch meist falsch und ich finde eh kaum die Zeit mir so etwas anzuschauen.
Eine große Ausnahme gibt es jedoch: Satirsendungen. Ich bin ja bekanntlich ein großer Fan der heute show. Dieses Jahr ist jedoch eine Sendung dazu gekommen, die beinahe alles in den Schatten stellt, was ich bisher an politischem Kabarett und Satire gesehen habe. Bitterböse, gnadenlos und sofort mit einer einstweiligen Verfügung von einem gewissen Herrn Joffe (Herausgeber der Zeit, klick hier) bedacht, ist das neue Format von "Neues aus der Anstalt" bisher ungeschlagen auf Platz 1 meiner liebsten Satiresendungen.
Dabei blieb mir bei einigen Sendungen das Lachen, vor lauter Wahrheit, im Hals stecken. So zum Beispiel bei Claus von Wagner…

Ein Hoch auf die Frauen

Während ich den Titel des heutigen Blogposts lese, muss ich ein bisschen schmunzeln. Das Ganze klingt recht pathetisch. Vielleicht durchaus zurecht.  In den letzten Monaten und Jahren habe ich nämlich eine Sache festgestellt: Freundinnen sind unbezahlbar.  Sie sind für dich da, wenn du zum tausendsten Mal einen Abend durchgehst um festzustellen, was das nun alles zu bedeuten hat, nehmen dich in den Arm, wenn gerade mal alles schief läuft, ziehen dich mit Typen auf, indem sie Gänsblümchenblätter für dich zupfen, machen Unfug mit dir, leihen dir ihre Ohr, ihr Kleid oder sogar ihre Schulter zum ausweinen und holen dich auf den Boden der Tatsachen zurück, wenn du mal wieder abhebst.  Kurzum: Sie sind einfach das Salz in der Suppe.  Irgendwie haben wir Damen uns einreden lassen, dass die einzige Beziehung, die wirklich zählt, die mit deinem sexuellen und/oder Lebenspartner ist. Was wir dabei vergessen: Zwischen allen Beziehungen, den lärmenden Liebschaften und auf und ab sind die Freundin…