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Das wirklich wahre Leben der Lotte Fuchs

Wie war das noch, wir Blogger zeigen nur die schönen Aspekte unseres Lebens? Weit gefehlt. Meine Damen und Herren treten Sie näher und erleben Sie einen Tag lang Lotte hautnah!

Freitag 7 Uhr am Morgen: frisch und fröhlich und voller Vorfreude auf den beginnenden Tag hüpft Fräulein Fuchs schwungvoll aus den Federn--- ähm, nein noch einmal: Fräulein Fuchs schält sich gähnend aus den Laken und stellt wie jeden Morgen fest, dass es angemessen wäre früher ins Bett zu gehen, wenn man Morgens raus muss.... Nach einem Frühstück bestehend aus Naturjoghurt, Erdbeeren und Tee kann sich Fräulein Fuchs wie üblich nicht entscheiden was sie anziehen soll. Sie beschließt dies von ihrem Gefühl abhängig zu machen, dass dankenswerter Weise am Morgen ungefähr die Beständigkeit einer Eintagsfliege hat. Also Klamotten hin und her schieben und alles fallen lassen (Morgens aufräumen?! Äh, nein das geht nicht)

8.50: Fräulein Fuchs stellt fest, dass sie wie üblich etwas spät dran ist und verlässt fluchtartig die Wohnung, nur um noch zehn Mal nachzukontrollieren, ob sie die Tür nun wirklich abgeschlossen hat. Nach nur neun Mal gucken kann man das unmöglich wissen.

8.55: Eigentlich wollte man ja ganz vorbildlich zur Uni laufen, nur leider, leider ist man ein wenig spät dran. Der Kompromiss: Die halbe Strecke fahren und den Rest laufen.

9.10: Pünktlich beim Seminar und endlich in ihrem Element beschließt Fräulein Fuchs, dass sie Statistik liebt und bekommt den "Flow"

10.45: Seminar geschafft auf ins Wochenende voll süßem Nichtstun

11-14 Uhr: Sich mit der sozialen Isolation für den Freitag ab findend, schlendert Fräulein Fuchs vollkommen unorganisiert durch Leipzig, hält mal hier und mal dort und beschließt sich KEINE Zitronenpresse für 30 Euro zu kaufen, obwohl die Alte geraden den Geist aufgibt (sehr unpraktisch, will man sich Morgens frischen Orangensaft pressen). Dafür ersteht sie ein Stück der weltbesten Mohntarte, sowie einen Ordner für ihre Bachelorarbeitsunterlagen sowie Olivenöl und Honig. Reiche Ausbeute.

14.30: Fräulein Fuchs kommt in ihrer Wohnung an und beschließt einmal kurz ihre Mails zu checken. Dort findet sie eine interessante Mail, deren Inhalt ungefähr so lautet: "Natürlich kommen wir heute Abend gern zum Lasagne essen" Uuuups. Da war doch was.

14.35: Fräulein Fuchs befindet, dass der unschlagbare Vorteil allein zu leben darin besteht, dass einem niemand sagt man solle sein Zeug wegräumen und man demnach alles so fallen lassen kann, wie man will. Der eindeutige Nachteil am allein leben ist allerdings, dass einem niemand sagt man solle sein Zeug wegräumen und man demnach alles so fallen lassen kann, wie man will. Man muss also schnell so tun als sei man zivilisiert, wenn Besuch kommt, sprich alles da verstauen, wo es niemand sieht.

14.45: Es wird festgestellt, dass sich KEINERLEI Zutaten für Gemüselasagne im Kühlschrank befinden und auch Zutaten für ein Dessert fehlen leider.

15.00: Die Dame geht einkaufen und steht gefühlte Stunden vor dem Käseregal, weil sie vor der schwierigen Entscheidung steht "Gouda oder Emmentaler?"

15.30: Da war ja noch der Abwasch und die Sache mit dem Aufräumen

16.50: Fräulein Fuchs beschließt, trotz allem ist es an der Zeit jetzt joggen zu gehen, auch wenn man eigentlich keine Zeit hat. Sie beschließt sich für ihre fünf Kilometer Strecke eine Viertelstunde zu geben.

17.00 Uhr: Offensichtlich war das Ziel zu hoch gesteckt. Fräulein Fuchs beschließt statt weiter zu rennen lieber Gänseblümchen zu pflücken und diese als Deko zu verwenden.

17.30 Wieder zurück und schnell geduscht. Es scheint angemessen jetzt endlich einmal mit dem Kochen zu beginnen. Wie wäre es mit einem schönen Dessert?

18 Uhr: Das selbstgemachte Eis ist in der Tiefkühltruhe, die Vodka-Minz Erdbeeren sind gekocht... Der Safran Vanillepudding klumpt- Sch***e. Also noch mal von vorn. Kein Safran mehr da, was solls, dann eben ohne

18.30: Der neue Pudding klumpt fast gar nicht. Muss gehen. Also jetzt Gemüse waschen, schneiden und blanchieren Bechamelsauce machen und feststellen, dass man keine gute Lasagneform besitzt. Muss eben mit einer nicht ganz so optimalen gehen.

19.15: Fräulein Fuchs stellt fest, dass sie wohl der einzige Mensch auf der Welt ist, der es schafft sich mit einer Sahnepackung zu verletzen, indem sie die Kante unter ihren Daumennagel haut, worauf der Daumen prompt so sehr blutet, dass Fräulein Fuchs denkt sie braucht eventuell noch einen Notarzt.

19.20: Fräulein Fuchs denkt auch wenn der Daumen abfällt ist das noch lange kein Grund nicht dieses Essen fertig zu bekommen!

19.30: Die Küche ist ein Schlachtfeld, aber bis auf die Vorspeise ist alles soweit fertig. Man beschließt den Tisch zu decken (und Fotos zu machen, man hat ja noch Zeit *räusper*). Eine kurze Woge der Dankbarkeit für meine Mutter, die mir von Klein auf gesagt hat wie man einen Tisch richtig deckt. So geht das Ganze doch recht schnell.

19.45: Ein Blick in den Spiegel zeigt ein gerupftes Huhn, das krampfhaft versucht menschlich auszusehen.

19.50: Lookkatastrophe abgewendet. Es fehlt die Vorspeise und die Gäste wollen in zehn Minuten da sein. Fräulein Fuchs tippt eine SMS mit dem Inhalt "Ich bin nicht böse, wenn ihr euch verspätet"

19.55 Salat für die Vorspeise schnippeln. Man stellt fest, dass man die dreckigsten Radieschen der Bundesrepublik erstanden hat und das frischer Ingwer auf verletztem Daumen keine gute Idee ist

20.05: Geschafft. Die Küche ist immer noch ein Schlachtfeld, deswegen wird alles schnell in die Spüle gestellt, so sieht es nicht mehr ganz so schlimm aus

20.10: Ankunft der Gäste. Zwei absolut wundervolle Menschen, die meine Wohnung und mich sofort zum Strahlen bringen

20-22 Uhr: GENIEßEN: Liebe Freunde, tolle Gespräche und leckeres Essen. Alles wunderbar

22.05: Fräulein Fuchs beschließt sich zur Feier des Tages heißen Espresso über die Finger zu gießen. Man gönnt sich ja sonst nichts

22.30 Heute show mit Freunden gucken. Hach ist das schön zusammen zu lachen.

00.30.: Müüüüüüüüüüüüüüüüde, schlafen JETZT.

Die "Menüfolge" war übrigens folgendermaßen: 

"Vorspeise"
frischer Römersalat mit Radieschen, Gurke und Bärlauchöl
(der Rest von hier, ich war so dankbar, dass ich noch etwas übrig hatte)

Hauptgericht
Frühlings-Lasagne mit frischem Gemüse und Kräuter-Zitronen Bechamelsauce
(übrigens ganz ohne Fleisch, für alle Vegetarier). Soooo gut, sooooo gut, sooooooo--- ihr wisst worauf ich hinaus will, oder? ;-)

Dessert
Safranpudding
(bei mir leider ohne Safran, da ja der Pudding geklumpt und angesetzt hat und...
--- ach lassen wird das)
mit in Vodka und Minze gekochten Erdbeeren und Holunderpfeffereis

Das Ganze lässt sich wunderbar vorbereiten und ist theoretisch sehr schnell gemacht. Immerhin hat es auch bei einer leicht chaotischen Dame mit roten Haaren geklappt ;-)
Ich schicke euch die liebsten Grüße und hoffe ihr startet gut ins Wochenende
Lotte

Kommentare

  1. Mensch, das war ja dann mal ein reichlich chaotischer Tag für dich. Aber wenn du trotzdem alles geschafft hast, dann hast du ja alles richtig gemacht. :)

    lg Anna

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    1. Um ehrlich zu sein sehen die meisten meiner Tage so aus. Wie war das noch mit dem Genie und dem Chaos? Das Chaos habe ich schon, ich bin quasi auf dem Weg zum Genie;-)
      Glg
      Lotte

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  2. Tutto perfetto :)

    Wir haben den Heimweg lang noch von dem Essen und vor allem dem Dessert geschwärmt! Danke für den schönen Abend, Lotte!

    Ihr Lieben, ich bin dafür, dass wir hier eine Petition starten dafür, dass Lotte ihr eigenes Restaurant eröffnet!

    Frau P.

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    Antworten
    1. <3 <3 <3 Vielen lieben Dank <3 <3 <3 Es war so schön mit euch!

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    2. Ich schließe mich der Petition an...die Rezepte sind einfach immer zu toll. :)

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  3. Klingt nach einem erfüllten Tag, und einem perfekten Start ins Wochenende! :-) Wobei, wenn ich die Uhrzeiten lese, wünsche ich mir fast das Studentenleben zurück... Aber nur fast! ;-)

    Viele liebe Grüße
    Nele

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  4. Spannend,so einen "echte" Tagesablauf zu lesen :-) Bei mir würde es auch ähnlich wie bei dir aussehen! Übrigens klingen diese Rezepte wieder unglaublich lecker!! Uns sehen einfach tol aus.
    Liebe Grüsse und einen schönen Abend wünscht dir Alizeti

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1. Essen. Bitte da, wo man nur Französisch spricht und außerhalb der Touristenfallen, dann ist es wirklich gut. Günstig kann man vergessen. So etwas gibt es leider einfach nicht.



2. Ok, das widerspricht Punkt 1, aber das Angel…