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Recording is so diffrent !!! Aufnahme ist auch nicht so wie man es sich vorstellt..

Vor einiger Zeit feierte mein Vater seinen 64. Geburtstag. Für mich war er  immer ein großes Vorbild (schon allein, dass er heute da ist wo er ist war alles andere als selbstverständlich oder in die Wiege gelegt) und in schlimmen und schweren Zeiten war es oft seine Einstellung und seine Art, die mir gezeigt haben dass es weiter geht.
Wie und warum und was ihn zu einem meiner größten Vorbilder macht ist an dieser Stelle fehl am Platz, er weiß es und das genügt ;-)
Aber, wenn ein Mensch, der einem so wichtig ist, Geburtstag feiert und man ist selbst nicht da, dann möchte man doch gerne ein besonderes Geschenk abliefern.
Zufälligerweise ist mein Vater ein großer Beatles Fan. Und zufälligerweise gibt es von den Beatles, genauer gesagt von Paul McCartney, einen Song mit dem Namen "When I'm Sixty-Four".
Der geübte Leser weiß worauf ich hinaus will :-P
Einfach die Platte schenken wäre zwar schön, aber im Zusammenhang mit der Tatsache, dass mein Vater gefühlt ALLE Beatles Alben besitzt eine sinnlose Aktion und völlig unnötig.
Außerdem ist es auch ein wenig unpersönlich.
Also habe ich beschlossen die Ressourcen in meinem Umfeld zu nutzen.
Zusammen mit zwei hoch talentierten Musikern habe ich das Lied kurzerhand selbst aufgenommen und ihm zugeschickt.
Das klingt ja nun erst einmal nicht weiter kompliziert. Der Laie (und dazu gehör(t)e auch ich) stellt sich das vielleicht folgendermaßen vor: alle Musiker  treffen sich zu einem bestimmten Termin im Studio, spielen  zusammen, lassen eine Aufnahme mitlaufen und fertig.
Für die Fantasievollen ist vielleicht noch ein Tontechniker anwesend der hektisch an den Knöpfchen dreht und alle Musiker zur Weißglut treibt indem er sagt: "Guuuuuut. Das machen wir einfach noch einmal. Alle zusammen: Drei, vier!".
Leider ist die Realität (und nicht nur meine, wie mir versichert wurde) da etwas anders. Nichts mit angestrengt guckendem Tontechniker, alle in einem Raum und auf geht's...
Um einen simplen kleinen Beatles Song aufzunehmen waren wir an 3! unterschiedlichen Orten.
Für die Klavierspur der wunderbaren Keti Warmuth  waren wir im Central Kabarett Leipzig und haben dort auf und hinter der Bühne die Klavierspur aufgenommen. Dabei habe ich nebenher gesungen, damit wir die optimale Tonart für meinen Gesang heraus finden können. Das ist übrigens besonders lustig, wenn sich der Saal langsam aber sicher füllt und man noch AUF der Bühne ist ;-)
Meine eigentliche Gesangsspur wurde jedoch im Proberaum von meinem Freund Martin Joost aufgenommen.
Dort gab es dann auch die ein oder andere kleine Krise meinerseits, frei nach dem Motto: "Das klingt irgendwie nicht gut".
Zum Glück konnte sie durch bloßen Zwang gutes Zureden abgewendet werden.
Um das Schlagzeug aufzunehmen sind  wir dann schließlich in unsere Wohnung gegangen.
Dort steht nämlich ein schickes und aufnahmefähiges E-Schlagzeug (frisch gekauft siehe hier), das nur darauf wartete sich mit einem Beatles Song zu brüsten. In unserer Wohnung fand  dann auch das Mastering stattfand, damit insgesamt ein gutes Lied zustande kam-
Allein dieses Mastering dauerte, obwohl es sich mit Ausnahme von mir durchweg um Profis handelte, gefühlt 100 Jahre. Am Ende stand ein Song, der, dass gebe ich zu, wirklich schön geworden ist.
Dank an ein wunderbares Aufnahmegerät und das Mastering von Martin, kann man sogar das Beatles Lied erkennen ;-)
Ihr seht EINEN einzigen Song aufnehmen ist gar nicht so, wie man es sich vorstellt.
Im Zusammenhang damit wurde natürlich auch aus dem Nähkästchen geplaudert von "Ich verspiele mich jedes Mal, wenn ich weiß dass eine Aufnahme läuft" bis hin zu "Naja es gibt in Skandinavien extra Studios, die allein auf Schlagzeugaufnahmen spezialisier sind und in die man als Schlagzeuger fährt um 2 Monate lang nur eine Schlagzeugspur für das Album aufzunehmen" habe ich alles gehört was man sich vorstellen oder nicht vorstellen kann.
Spaß hatten wir trotz mangelndem Studio und perfekter Technik trotzdem.



Und am Ende hat es sogar uns allen gefallen, was bei einer Aufnahme gar nicht selbstverständlich ist.
Leider kann ich es euch aufgrund immens hoher GEMA Gebühren nicht hier auf dem Blog vorstellen.
Stattdessen gibt es für euch eine wunderbare Coverversion der MonaLisa Twins, die natürlich so aussehen als würden sie alles mal eben im Studio einspielen. Was sie bestimmt auch machen- als Einzige ;-)

Ich wünsche euch einen wunderbaren Start ins Wochenende
Liebste Grüße
Lotte

PS: Alle Erwähnungen der Musiker und ihre Verlinkung erfolgte mit Erlaubnis ihrerseits

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