Direkt zum Hauptbereich

How to be in love with a musician

Zum Sonntag heute einmal ein etwas unkonventioneller Post, den ich schon lange im Kopf habe, mir aber etwas unsicher war ob ich ihn veröffentlichen soll- Ein kleiner Einblick in das Leben mit einem Musiker.
Bereit? Sofadecke über die Schultern gezogen? Tee in der Hand? Lust auf ein bisschen Klatsch und Tratsch zum Sonntag?
Na gut, los geht's.


Eine Sache vorweg: es handelt sich hierbei um MEINE persönlichen Erfahrungen und stellt eine REIN SUBJEKTIVE Sicht der Dinge dar. Ich weiß, dass andere Menschen andere Erfahrungen machen. Deswegen dient dieser Post ausschließlich zur Unterhaltung und soll niemanden kränken oder beleidigen, sondern alles mit einem Augenzwinkern betrachten.
:-P

Als ich vor etwas über einem Jahr meinen Freund kennen lernte, gab es für uns recht bald zwei sehr zentrale Themen. 
Das Erste war meine anstehende Neuseelandreise, die er ohne Widerspruch unterstützte. (Der erste Mann, der dies tat wohlgemerkt. Es gab auch welche, die mich deswegen verließen---)
Das Zweite war sein Beruf.
Mein Freund ist Berufsmusiker, hat seine eigene Band mit der er durch Deutschland und Österreich tourt, spielt in einem bekannten Leipziger Kabarett und ist Musikschullehrer. 
Auch bei diesem Thema war von Anfang an klar: Wenn du damit nicht zurecht kommst, dann wird es leider nichts mit uns.
Das war nun ein Punkt, der für mich außer Frage stand (allerdings hatte er früher ähnliche Erfahrungen gemacht, wie ich mit Neuseeland). 
Für Menschen, die ihren Traum leben und alles daran setzten ihn zu verwirklichen hatte ich schon immer Respekt. Sei es nun Maurer, Lehrer oder eben Musiker- ich finde jeder sollte in dem was er macht unterstützt werden. 
Die Regeln waren klar. Von Anfang an. Jeder tut das was er liebt, niemand sollte sich selbst oder seine Träume aufgeben und ganz einfach: jeder bleibt er selbst. 
Das hat vieles erleichtert, jedoch nicht auf alles vorbereitet.


Und immer wieder die Zeit - von dem bitteren Beigeschmack.
Mit einem Musiker zusammen sein bedeutet auch: Keine gemeinsamen Wochenenden.
Zumindest im Sommer, zumindest in der Hochsaison.
Sommerurlaub? Ja, wenn es in den Tourplan passt- ansonsten eben nicht. 
Samstagabend weggehen? Du da hab ich ein Konzert am anderen Ende von Deutschland. 
Den Sonntagmorgen zusammen im Bett vertrödeln? Da bin ich noch auf Tour.
Als harte Fakten ausgedrückt: Unser letztes gemeinsames Wochenende war am 8. August, das Nächste wird Mitte Oktober sein.
Natürlich gibt es Berufe (Handwerker auf Montage, Soldaten im Einsatz und und und), bei denen gemeinsame Zeit um einiges seltener ist- trotzdem ist es hin und wieder etwas schade, so wenig freie Zeit miteinander zu verbringen.
Da kann man schon einmal sehnsüchtig auf den Januar hoffen (eine etwas konzertfreiere Zeit). 
Aber es nützt ja alles nichts und immer nur auf bessere Zeiten hoffen oder ihnen hinterher trauern macht nur eines: schlechte Laune.

Wenn ein Löffelchen voll Zucker bittre Medizin versüßt
Der Kölner sagt nicht zu unrecht: Et es wie et es (Es ist wie es ist).
Wenig gemeinsame Zeit haben (besonders wenn bald mein Studium los geht). Bedeutet eben auch: 
Die wenige Zeit nutzen. Sozusagen Qualität statt Quantität (und ja ich weiß, es gibt Menschen, die noch weniger Zeit miteinander verbringen können).
Und da gibt es unzählige Möglichkeiten. 
Da wir beide wenig Zeit haben, nutzen wir die wenige, die wir haben, umso intensiver und bewusster.
Meistens sind es Kleinigkeiten. 
So nehmen wir uns jeden Morgen die Zeit gemeinsam zu frühstücken und jeden Abend die Zeit für ein gemeinsames Abendessen, das wir fast immer zusammen kochen. Dabei blödeln wir rum, sprechen über unseren Tag oder über Politik oder auch manchmal fast gar nicht, weil wir beide müde sind. 
Haben wir beide einen Nachmittag frei gehen  wir ins Kino , in einem netten Café einen Tee trinken, treffen uns mit gemeinsamen Freunden oder gehen einfach nur im Park spazieren.
Das tut gut, schafft gemeinsame Momente und ist durchaus auch in der Woche wunderschön.
Es reißt auf wunderbare Weise aus dem Alltag und tut unglaublich gut.
Mit einer Tasse Kakao und einem Crêpes im Maître ist ein Montag schon viel weniger grau, findet ihr nicht?
Manchmal haben wir auch einfach keine Lust zu kochen. Dann gehen wir, mitten in der Woche, zu unserem Lieblingsitaliener oder Sushirestaurant, trinken einen guten Wein und bleiben viel zu lange wach.
Vor kurzem sahen wir diesen Film. Da uns klar war, dass wir Hunger bekommen würden, der Film jedoch von der Haute Cuisine handelt, ergo Nachos unmöglich macht, nahmen wir Feigen, Ziegenkäse, Cracker und für jeden eine kleine Flasche Rotwein mit- der pure Hochgenuss
Oder wir beschließen nach dem Wecker klingeln nicht zu frühstücken, sondern eine köstliche halbe Stunde liegen zu bleiben und schnell beim Bäcker etwas zu kaufen.
Unsere gemeinsamen Sonntagnachmittage sind, wenn vorhanden, meistens dafür reserviert gemeinsam auf dem Sofa zu sitzen und einfach Dexter zu gucken. Dann bestellen wir Essen, das ganz unehrenhaft vor dem Fernseher gefuttert wird.
All das sind Kleinigkeiten, sie schaffen aber so viele schöne Erinnerungen und gemeinsame Momente, dass ein Wochenende zwar schön wäre, aber nicht zwangsläufig für die Beziehung von Nöten.




Allüren, Arroganz und andere schräge Vögel
Wenn man mit auf Tour ist, kommt man, ob man es will oder nicht, unweigerlich in den Genuss mancher schräger Vogel. 
So habe ich  einmal Backstage den Sänger einer bekannten deutschen Schnulzenband abwimmeln müssen, der sich in den Kopf gesetzt hatte wir müssten uns unbedingt näher kommen. (Ohne seine private Telefonnummer und seinen privaten Facebookaccount bin ich nicht aus der Sache raus gekommen, dabei war ich NICHT MAL NETT!!!). Es gibt eitle Pfauen von Veranstaltern, die sich für die Götter in Menschengestalt halten und Manager, die ihren Musikern im beleuchteten! Backstage noch mit einer Taschenlampe den Weg zeigen. 
Kurzum: There's no buisness like showbuisness. Und Show ist in diesem Fall das Zauberwort. Aus allem wird eine Show gemacht. Egal ob es darum geht in ein Brötchen zu beißen oder sein Instrument zu stimmen. Und unter der Rettung der Erde ist eh keiner auf dieses Stadtfest gekommen an dem ich gerade die unglaubliche Ehre habe mit ihnen atmen zu dürfen. (Mit fällt es immer etwas schwer das ernst zu nehmen und mich hinreichend beeindruckt zu zeigen)
Das kann nerven, es kann aber auch mit etwas Abstand betrachtet ziemlich witzig sein. 
Auch beim Treffen mit anderen Musikern auf ein Bier kann es durchaus vorkommen, dass man nur als "Freundin von" und weniger als denkender und tatsächlich existierender Mensch wahrgenommen wird. Am Anfang kann das ganz schön weh tun und einen an sich zweifeln lassen.
Bis zu dem Moment in dem man begreift: Das hier sind keine Götter: Es sind Menschen. Und ja, sie haben einen kreativen Beruf, aber das macht sie weder besser noch schlechter als andere. Sie sind nicht eine besondere Klasse Mensch, die wichtiger ist als ein Feuerwehrmann, eine Krankenschwester, ein Bauarbeiter oder eben eine Studentin. Sie sind was sie sind und wenn ich sie nicht mag, dann eben nicht. Es gibt keinerlei Verpflichtung sie anzuhimmeln (auch wenn das einige von dir erwarten). 
Und, das möchte ich an dieser Stelle sagen, es gibt auch immer wieder Begegnungen mit Menschen, die einfach wundervoll sind, ihre Kreativität leben und es nicht nötig haben sich darzustellen. Gerade im Bereich des Kabaretts findet man viele davon. Eine begnadete Pianistin, die mich jedes Mal mit einem Strahlen umarmt und sich nicht zu schade ist mit mir einen Song einzuspielen, Schauspieler, die die Könige der Inspiration sind und dabei das Herz am rechten Fleck haben, Bar- und Servicepersonal, das sich weigert Trinkgeld zu nehmen weil man das bei Freunden nicht macht und einen ohne Ende verwöhnt-
Kurz gesagt: Man trifft durchweg einfach Typen. Manchmal ist das schön, manchmal nicht ganz einfach, aber immer ist es eine Erfahrung.
Und was ist dann mit mir? Das Licht mal nicht unter den Scheffel stellen
Durch die Begegnung mit all diesen Menschen war ich am Anfang etwas verunsichert. Ich kam mir klein und unwichtig vor. Dachte was ich tue sei weniger wert und einfach nicht wichtig. 
Aber eines Tages wurde mir klar: Das ist Quatsch.
Ein Job, bei dem du am Ende keine Autogrammkarten verteilst, ist nicht weniger wert.
Er ist nicht unwichtiger und kleiner. Er ist eben nur anders.
Am Anfang kam mir auch meine eigene Kreativität etwas mickrig vor. Was tue ich schon große außer bloggen, schreiben und Geige spielen? Das ist ja nichts im Vergleich zu großen Konzerten- bis mir klar wurde: Das stimmt so auch nicht. Meine Kreativität ist vielleicht nicht das womit ich meinen Lebensunterhalt verdiene, sie ist aber trotzdem wichtig und ein Teil von mir. 
Eines Tages sah mein Freund die Aufrufzahlen meines Blogs und stellte erstaunt fest, dass es mehr sind als die der Homepage seiner Band. Bei weitem mehr! (Und ich war gefühlt das einzige Mädchen in Leipzig, das seine Band nicht kannte).
So etwas geht schnell unter, besonders wenn der Partner so häufig bewundert, angehimmelt und hofiert wird. 
Versteht mich nicht falsch, es geht mir gar nicht um mehr oder wichtiger, sondern einfach darum, dass man in der Beziehung mit einem Musiker schnell lernen muss sich selbst so zu akzeptieren wie man ist und aufgebaute Heldensockel der Kindheit, was Musiker angeht, schnell wieder umzuschubsen. Auf Dauer ist das nämlich weder gesund noch gut für die Beziehung, wenn der Eine sich klein fühlt und immer nur nach Oben guckt. Wichtig ist einfach, sich selbst nicht aus den Augen zu verlieren und weiterhin zu wissen, dass man selbst auch etwas tut was man liebt, was vielleicht anders ist, aber nicht weniger wichtig. ;-)

Groupies, Tourleben und Eifersucht
Tourleben ist da so ein Kapitel für sich. Am Anfang war ich relativ häufig mit auf Tour. Das ist am Anfang aufregend und schön, entwickelt sich aber schnell zu einer Art extrem langweiligem Einheitsbrei, der aus langen Autofahrten, wenig Schlaf und körperlich anstrengender Arbeit (Kisten schleppen die so schwer sind wie ich---) besteht.
Die Illusion man sähe viel von einer Stadt ist schnell dahin. Stattdessen sieht man viel von Autobahnen, Dixieklos und schlechtem Backstageessen. Amrum war das beste Beispiel dafür.
Besagte Gockel, die man antrifft heben nicht gerade die Stimmung und wenig Schlaf tut sein übriges.
Spätestens nach dem 7. Konzert kennt man die Show ohnehin auswendig und da mir was Bewunderung und 'alle in den Olymp heben' ein Gen zu fehlen scheint (ich kenne Menschen, die sind jedes Mals mit dabei und immer noch bereit alles toll zu finden und alle als Götter zu sehen ;-)), bin ich am Ende eher müde, etwas genervt und ärgere mich über das ungesunde Essen. Deswegen habe ich vor einigen Wochen kurzerhand beschlossen: Das war es: Tour und Konzerte ohne mich. Viel Spaß, pass auf dich auf und hab ein schönes Konzert. Aber ich bleibe Zuhause.
Was natürlich die Frage mit den Groupies aufwirft ...
Irgendwie liegt mir persönlich die Sache mit der Eifersucht nicht so ganz. Deswegen waren Groupies und ähnliche "Sorgen" noch nie so ganz mein Problem. Manchmal ist es ganz witzig zu beobachten, wie junge Mädchen vor der Bühne stehen und kreischen oder sich umdrehen wenn mein Freund kommt.
Dennoch weiß ich es: Am Ende bin ich diejenige, die mit nach Hause kommt, da können die Mädchen kreischen wie sie wollen. Ein schönes Gefühl sich darauf verlassen zu können und natürlich leider bei vielen Musikern nicht selbstverständlich. (obwohl es das sollte).
War ich früher mit auf Tour hat mein Freund mich ganz selbstverständlich als seine Freundin behandelt, auch in Anwesenheit weiblicher Fans. Da war es selbstverständlich den Arm um mich zu legen oder mir einen Kuss zu geben. Diese Selbstverständlichkeit ist schön und ich freue mich jedes Mal, dass wir auch nach einem Konzert ganz natürlich zueinander sein können ohne jemandem etwas beweisen zu müssen.



Die Einsamkeit der Abende
Mit einem Musiker zusammen zu sein heißt auch, wie bereits erwähnt, viele Abende getrennt zu verbringen. Und haben die eigenen Freunde gerade Prüfungen und deswegen keine Zeit, können das auch mal einige Abende allein auf dem Sofa sein. 
HALT? Wirklich? 
Am Anfang ja, da war das Ganze etwas blöd. Da sitzt man auf dem Sofa und denkt immer wieder "Ach Menno"
Aber, und das sollte man nicht vergessen, das muss gar nicht so sein. Aus meiner Singlezeit weiß ich noch, wie viel Spaß es macht etwas ganz allein für sich zu unternehmen. 
So gehe ich an solchen Wochenenden mit Vorliebe ins Kino, shoppen oder gönne mir einen trashigen Mädchenabend. Low Carb, Low Fat, Low was auch immer wird gnadenlos ausprobiert, ich spiele Geige, schreibe oder schaue mir fürchterliche Schnulzen an. 
Auf den Punkt gebracht: Ich mache all die Dinge, die mir gut tun. Natürlich möchte man viele Dinge mit dem Partner teilen, wenn es jedoch nicht geht, dann muss man sie halt allein machen.
Das ist eine Sache, die ich in diesem Moment nicht ändern kann, aber sie deswegen durchweg furchtbar finden bringt einfach nichts. 
Stattdessen habe ich (wieder) gelernt, meine Zeit allein zu genießen ohne dass es jemanden gibt, auf den man Rücksicht nehmen muss. Ein ziemlicher Luxus eigentlich ;-)


Warum die Rheinische Großfresse auch nützlich sein kann
Am Anfang habe ich viel geschluckt, wenig zu Dingen gesagt, die mich störten und einfach versucht alles toll zu finden. Ich war der Meinung Unterstützung des Musikerberufs bedeutet vor allem: Klappe halten und jubeln.
Das war allerdings langfristig nicht möglich. (Das Gen fehlt einfach- siehe oben). Zum Glück. 
Ich habe das unglaubliche Glück mit einem Man zusammen zu sein, dem Ehrlichkeit und meine Meinung wichtig sind und der sich kein Püppchen an der Seite wünscht, das alles nur bewundert. 
Als ich ihm das erste Mal anvertraute, dass ich manches Gehabe der Menschen im Showbuisness nicht ausstehen kann, kam ich mir wie die schlechteste Freundin der Welt vor. 
War ich aber gar nicht. Ich war nur einfach ehrlich. Und das war völlig ok.
Interessanterweise war es für ihn sogar eine Erleichterung zu hören, dass er mit seiner Meinung nicht allein dasteht. Meine Mutter meinte in diesem Kontext einmal: "Es ist vielleicht gar nicht so schlecht, dass du auf dem Teppich bleibst und nicht in unglaubliche Bewunderung verfällst sondern einfach ehrlich bleibst."
Lustigerweise sah mein Freund das genau so. Es ist also weniger anhimmeln und jubeln, als vielmehr füreinander da sein und nicht den Beruf an sich in Frage stellen. Und das, so finde ich, sollte in jeder Beziehung und bei jedem Beruf selbstverständlich sein.





Und die Moral von der Geschicht'? Nun ja, mal abgesehen von ein wenig Klatsch und Tratsch einfach die folgende Aussage:
Egal mit wem man zusammen ist, was für Unwegsamkeiten es geben mag und wie viele Trottel man unterwegs auch trifft, wichtig sind, zumindest nach meiner Erfahrung, zwei Dinge:


1. Sich selbst nicht verlieren und sich treu bleiben.
2. Gemeinsam in eine Richtung blicken.

Bildquelle: https://m.flickr.com/#/photos/13921604@N02/14338392136/in/set-72157644633597027/

In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen Sonntag
Liebste Grüße
Lotte

PS: Ich habe natürlich alle Inhalte mit meinem Freund abgesprochen um zu verhindern, dass ich ihm unangenehme Sachen ausplaudere ;-)

Kommentare

  1. Wow was für einen tollen Beitrag!! Echt gut hast du ihn geschrieben. Ich kann mir denken, dass es wirklich nicht immer einfach ist mit einem Musiker zusammen zu sein. Aber du hast völlig recht, was deine zwei wichtigen Dinge angehen in einer Beziehung! Ich wünsche euch beiden alles Gute für eure weitere gemeinsame Zeit!!! :-)
    Liebe Grüsse Alizeti

    AntwortenLöschen
  2. Ein schöner Artikel! :-) Du hast völlig Recht, es immer am wichtigsten, sich selbst treu zu bleiben. Egal, ob man mit einem Musiker zusammen ist oder mit einem Dachdecker! ;-)

    Liebe Grüße
    Nele

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Ich freue mich über eure Anmerkungen und Kommentare :-)

Beliebte Posts

Weg mit den Mythen

Der folgende Post ist das Gegenteil von einfach. Um ehrlich zu sein weiß ich gar nicht, ob ich ihn überhaupt veröffentlichen möchte und das liegt unter anderem daran, dass er so privat ist wie bisher wenig auf meinem Blog. Viele Dinge behalte ich für mich, sie passen nicht hier herein, aber ich denke in diesem Fall sollte es das. Und nachdem inzwischen mehrere Jahre vergangen sind, denke ich: einfach machen.
Der heutige Post ist weniger Montagsmotivation als vielmehr Aufklärung und dafür möchte ich eine Geschichte voran stellen. Als ich noch jung und um einiges naiver war als heute, hatte ich Besuch. Der Freund einer lieben Freundin kam nach Leipzig und übernachtete bei mir. Sein enttäuschter Blick, als ich ihn auf dem Sofa einquartierte sprach Bände, aber ich hatte das Gefühl damit genau das richtige Signal gesetzt zu haben. Wir verbrachten ein angenehmes Wochenende miteinander, von seinen andauernden Beschwerden über das Sofa einmal abgesehen. Er erzählte mir viel von seinem Kampfs…

Ein bisschen mehr Anstalt, bitte!

In unserer Wohnung gibt es keinen Fernseher, zumindest keinen um darin Tatort, Wetten, dass? oder Frauentausch zu gucken. Dafür haben wir weder Zeit noch die nötige Lust.
Um ehrlich zu sein langweilt mich das herkömmliche Fernsehprogramm meistens, Tatort und Co. sind faktisch meist falsch und ich finde eh kaum die Zeit mir so etwas anzuschauen.
Eine große Ausnahme gibt es jedoch: Satirsendungen. Ich bin ja bekanntlich ein großer Fan der heute show. Dieses Jahr ist jedoch eine Sendung dazu gekommen, die beinahe alles in den Schatten stellt, was ich bisher an politischem Kabarett und Satire gesehen habe. Bitterböse, gnadenlos und sofort mit einer einstweiligen Verfügung von einem gewissen Herrn Joffe (Herausgeber der Zeit, klick hier) bedacht, ist das neue Format von "Neues aus der Anstalt" bisher ungeschlagen auf Platz 1 meiner liebsten Satiresendungen.
Dabei blieb mir bei einigen Sendungen das Lachen, vor lauter Wahrheit, im Hals stecken. So zum Beispiel bei Claus von Wagner…

Ein Hoch auf die Frauen

Während ich den Titel des heutigen Blogposts lese, muss ich ein bisschen schmunzeln. Das Ganze klingt recht pathetisch. Vielleicht durchaus zurecht.  In den letzten Monaten und Jahren habe ich nämlich eine Sache festgestellt: Freundinnen sind unbezahlbar.  Sie sind für dich da, wenn du zum tausendsten Mal einen Abend durchgehst um festzustellen, was das nun alles zu bedeuten hat, nehmen dich in den Arm, wenn gerade mal alles schief läuft, ziehen dich mit Typen auf, indem sie Gänsblümchenblätter für dich zupfen, machen Unfug mit dir, leihen dir ihre Ohr, ihr Kleid oder sogar ihre Schulter zum ausweinen und holen dich auf den Boden der Tatsachen zurück, wenn du mal wieder abhebst.  Kurzum: Sie sind einfach das Salz in der Suppe.  Irgendwie haben wir Damen uns einreden lassen, dass die einzige Beziehung, die wirklich zählt, die mit deinem sexuellen und/oder Lebenspartner ist. Was wir dabei vergessen: Zwischen allen Beziehungen, den lärmenden Liebschaften und auf und ab sind die Freundin…