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Was auf die Öhrchen- und für die Augen: Lord of the Lost in Dresden

Letzten Freitag waren wir bei Weltuntergangsstimmung auf dem Weg nach Dresden.
Normalerweise hätte man bei diesem Regen, Sturm und Gewitter sowie der absolut zugestellten (ja, in diesem Kontext ist dieses Wort richtig) Autobahn keinen Hund vor die Tür gelassen geschweige denn sich selbst.
Für die Strecke nach Dresden braucht man mit dem Auto normalerweise 1-1,5 Stunden. Unser Navi prophezeihte uns 3.
Die haben wir zum Glück nicht ganz gebraucht. Ätzend war es trotzdem.
Nichtsdestotrotz hat es sich gelohnt, denn in Dresden im Tante Ju spielte "Lord of the Lost", eine bekannte Goth Band, die eine befreundeter DJ gerne mit "Mädchen-Metal" definiert. Stimmt ja gaaaaaaaaaaaar nicht- gibt für die Mädchen halt nur was zu gucken.

Dementsprechend war natürlich auch das Publikum komplett  total düster drauf und jeder wollte in seinem eigenen Sarg schlafen (kleine Anspielung auf hier- ist klar ne?).
Nein, nein, feiern können die Goten ja und Spaß haben auch.
Von daher war eine schöne Stimmung (ohne Pogo- daran muss ich mich immer noch gewöhnen- Konzerte ohne Todesangst ;-) ) und die Band- ahhhhhhhhh. Wunderbar, sympathisch und wirklich, wirklich gut.
Für die Mädchen sind die auch noch was fürs Auge.
Eine besondere Überraschung war die Vorband Meinhard. Eigentlich warte ich persönlich bei jeder Vorband darauf, dass es schnellst möglich vorbei ist und endlich das Konzert beginnt.
Bei Meinhard war das anders, nicht nur die etwas psychedelisch anmutenden Bewegungen des Sängers, auch die Musik, die Texte (quasi 'Alice in Wonderland' von Lewis Caroll vertont) einfach alles war extrem gut.
Zum Song Mad as a Hatter wurde mit kleinen Zylindern ins Publikum geworfen und selten habe ich in letzter Zeit ein textlich so starkes Lied wie "Nimmerwo" gehört.
Aber natürlich waren auch Lord of the Lost unglaublich gut. Ich mag es, dass sie sich mit Liedern wie "La Bomba" nicht 100% ernst nehmen und mag den Wechsel zwischen Screamen und Singen innerhalb der Lieder wirklich gerne. Tolle Musik- ach ich kann gar nicht aufhören mit schwärmen.
An vielen Bands nervt mich das arrogante Getue, wenn sie auf der Bühne stehen. Findet man hier nicht. Ist einfach nicht da. Stattdessen ist es einfach eine wunderbare Stimmung komplett in Schwarz, voller Leute, die einfach nur gemeinsam feiern wollen und einer Band, die das in jeder Minute möglich macht.
Und um ein paar Eindrücke der Musik zu bekommen, könnt ihr euch ja mal hier reinhören:
Black Lolita macht sich übrigens besonders gut, wenn man in die absolute Spießergegend zu Verwandten fährt. Einfach Lied im Auto auf volle Lautstärke, sich komplett in schwarze Montage werfen (am besten Korsage und Röckchen) und die Nachbarn schocken. Passt und macht Spaß, ich hab es ausprobiert ;-)


Credo ist einfach DAS Abschlusslied. Gänsehaut und so ...

Und weil es für viel Diskussion gesorgt hat ...Wie kann man nur Samba mit Metal mischen!!! BuhhHuuu wie schrecklich- das ist doch gar nicht Gothic!!! (Mir gefällt es echt gut!) La Bomba:


Ach und weil Meinhard nun einmal wirklich, wirklich gut war hört einfach mal rein. Ich fand es zum Teil sehr schräg, die Texte unglaublich gut und insgesamt zwar sehr verrückt experimentell, aber total gut.


Fazit: Regen, verstopfte Autobahn, lange Fahrt: Alles egal. Es war unglaublich schön und ich freue mich so sehr auf die Akustik-Tour, die dann auch nach Leipzig kommt.
Ok, ok die Qualität meiner Handykamera reicht nicht für ein schickes Selfie, aber ich hab es probiert ;-)
SO schockt man die Spießergegenden ;-)

 Und hier noch was zu gucken. Machen sich ja auch optisch ziemlich gut. :P
Bildquelle: https://www.facebook.com/lordofthelost/photos/a.10151630044601659.1073741856.120287666658/10152357883906659/?type=1&theater

Ich wünsche euch einen schönen Start in die Woche
Lotte

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