Direkt zum Hauptbereich

Just an ordinary Monday ;-)

Am letzten Montag habe ich geschwänzt--- Oha, keine Fahrt nach Dresden, keine Vorlesung zu Statistik und Methoden oder Interventionsverfahren, kein fleißiges Mädchen.
Stattdessen ging es hoch her in meiner Wahlheimatstadt. 
Vormittags verkaufte die Oper aus ihrem Kostümfundus diverse Dinge und wir stellten uns (gerüstet mit dem ekligsten Tee to go EVER) schon eine Stunde vorher an. Man könnte meinen in Leipzig gibt es sonst NIE Klamotten (wobei hier im Osten... Da ham wir ja nüscht--- nüscht haben wir--- das Einzige was wir haben ist NÜSCHT - Sorry, kleiner Kabarettinsider aus diesem Programm), so sehr stürzten sich die Menschen auf die Kostüme. 
Und wir mittendrin- na super. Da mir offensichtlich die nötige Aggressivität fehlt um zielstrebig Menschen umzuboxen und Prinzessinnenkleider fürs WGT zu kaufen (waren eh zu bunt) und die Auswahl an Herrenklamotten eher in die Kategorie Karneval fiel, gingen wir beide jedoch leer aus. 
Lustig war es trotzdem und hat mich daran erinnert, dass ich nie, ich wiederhole NIE ein weites, weißes Kleid mit Puffärmeln und weitem Rock zu meiner Hochzeit tragen werde. Sahnebaiser, nein danke!
Das einzige Problem bleibt nun die weitere Beschaffung eines WGT Kleids--- ahhh so schwierig. Brauche da mal dringend Hilfe, aber dazu in einem anderen Post.


Am Nachmittag hieß es dann: Alle zusammen kommen und auf geht es zur noLegida Demo im Waldstraßenviertel. 
Mir war es unglaublich wichtig persönlich ein Zeichen zu setzen und zu zeigen: Legida nicht bei uns!
Zum Glück war ich nicht die Einzige, die so dachte. Mit mir gingen 35.000 Menschen, hielten Plakate in die Höhe und riefen "Refugees are welcome here!"
Mein ursprünglicher Plan zum Friedensgebet in die Nikolaikirche zu gehen, wurde übrigens davon durchkreuzt, dass 7.500 andere Menschen dieselbe Idee hatten. Blöd, wer da spät dran ist. 
Und so ging es eben einfach zum Waldplatz, zusammen mit vielen Freunden, Musik einer Blaskapelle (wie cool ist bitte die Idee einfach mit  jüdischen Friedensliedern gegen Hassparolen anzuspielen?!) und einer ordentlichen Prise Leipziger Humor, was Plakatgestaltung angeht. 




Gänsehaut machte übrigens die Aktion "Licht aus gegen Rassismus". Völkerschlachtdenkmal und Stadion lagen im Dunkeln. Aus diversen geöffneten Fenstern erklang Beethovens 9. Sinfonie (Ode an die Freude) und insgesamt hatte man mancherorts eher das Gefühl in eine Art Volksfest für Weltoffenheit und Toleranz zu gelangen, als auf eine Demo. (An anderen Orten wiederum nicht, da stand die Polizei in voller Montur inklusive Maskierung, auch das gehörte zur Demo)
Nächste Woche ist wieder eine Demonstration für Weltoffenheit und Toleranz geplant, wieder um zu zeigen: Unsere Stadt bleibt frei und offen. Leider kann ich auf Dauer nicht in der Statistikvorlesung fehlen, ich hoffe aber, dass die Leipziger weiterhin zeigen wie bunt, weltoffen und freundlich unsere Stadt ist und auch bleiben soll. 
Oder, wie es ein Freund von mir formulierte, der extra aus Berlin anreiste: "Ich bin ja nicht sooo häufig stolz auf meine Heimatstadt, aber das hier, das macht Gänsehaut!"
Ich wünsche euch einen wunderbaren Tag
Lotte

PS: Wer eine bösartige Prise Humor in Sachen Pegida/Legida/Blögida oder was auch immer mag, wird die Seite "Karikaturisten gegen Pegida/Caricaturistes unis contre Pegoda" lieben. Als Reaktion darauf, dass einige Pegida Anhänger das Attentat in Paris für ihre Zwecke missbrauchten, gründete sich diese Seite auf Facebook. Ich kann den bissigen Humor, unter anderem auch von einem Zeichner Charlie Hebdos, nur empfehlen. 
Bildquelle: https://fbcdn-sphotos-b-a.akamaihd.net/hphotos-ak-xap1/v/t1.0-9/s720x720/10690256_847979551933714_7876492262544979887_n.jpg?oh=87c3d74aeeb068b8784a4f4a1c61082c&oe=552A2DFE&__gda__=1429662112_41015f347cfd5ae566e807a0219b6fd5


Kommentare

Beliebte Posts

Weg mit den Mythen

Der folgende Post ist das Gegenteil von einfach. Um ehrlich zu sein weiß ich gar nicht, ob ich ihn überhaupt veröffentlichen möchte und das liegt unter anderem daran, dass er so privat ist wie bisher wenig auf meinem Blog. Viele Dinge behalte ich für mich, sie passen nicht hier herein, aber ich denke in diesem Fall sollte es das. Und nachdem inzwischen mehrere Jahre vergangen sind, denke ich: einfach machen.
Der heutige Post ist weniger Montagsmotivation als vielmehr Aufklärung und dafür möchte ich eine Geschichte voran stellen. Als ich noch jung und um einiges naiver war als heute, hatte ich Besuch. Der Freund einer lieben Freundin kam nach Leipzig und übernachtete bei mir. Sein enttäuschter Blick, als ich ihn auf dem Sofa einquartierte sprach Bände, aber ich hatte das Gefühl damit genau das richtige Signal gesetzt zu haben. Wir verbrachten ein angenehmes Wochenende miteinander, von seinen andauernden Beschwerden über das Sofa einmal abgesehen. Er erzählte mir viel von seinem Kampfs…

Ein bisschen mehr Anstalt, bitte!

In unserer Wohnung gibt es keinen Fernseher, zumindest keinen um darin Tatort, Wetten, dass? oder Frauentausch zu gucken. Dafür haben wir weder Zeit noch die nötige Lust.
Um ehrlich zu sein langweilt mich das herkömmliche Fernsehprogramm meistens, Tatort und Co. sind faktisch meist falsch und ich finde eh kaum die Zeit mir so etwas anzuschauen.
Eine große Ausnahme gibt es jedoch: Satirsendungen. Ich bin ja bekanntlich ein großer Fan der heute show. Dieses Jahr ist jedoch eine Sendung dazu gekommen, die beinahe alles in den Schatten stellt, was ich bisher an politischem Kabarett und Satire gesehen habe. Bitterböse, gnadenlos und sofort mit einer einstweiligen Verfügung von einem gewissen Herrn Joffe (Herausgeber der Zeit, klick hier) bedacht, ist das neue Format von "Neues aus der Anstalt" bisher ungeschlagen auf Platz 1 meiner liebsten Satiresendungen.
Dabei blieb mir bei einigen Sendungen das Lachen, vor lauter Wahrheit, im Hals stecken. So zum Beispiel bei Claus von Wagner…

Ein Hoch auf die Frauen

Während ich den Titel des heutigen Blogposts lese, muss ich ein bisschen schmunzeln. Das Ganze klingt recht pathetisch. Vielleicht durchaus zurecht.  In den letzten Monaten und Jahren habe ich nämlich eine Sache festgestellt: Freundinnen sind unbezahlbar.  Sie sind für dich da, wenn du zum tausendsten Mal einen Abend durchgehst um festzustellen, was das nun alles zu bedeuten hat, nehmen dich in den Arm, wenn gerade mal alles schief läuft, ziehen dich mit Typen auf, indem sie Gänsblümchenblätter für dich zupfen, machen Unfug mit dir, leihen dir ihre Ohr, ihr Kleid oder sogar ihre Schulter zum ausweinen und holen dich auf den Boden der Tatsachen zurück, wenn du mal wieder abhebst.  Kurzum: Sie sind einfach das Salz in der Suppe.  Irgendwie haben wir Damen uns einreden lassen, dass die einzige Beziehung, die wirklich zählt, die mit deinem sexuellen und/oder Lebenspartner ist. Was wir dabei vergessen: Zwischen allen Beziehungen, den lärmenden Liebschaften und auf und ab sind die Freundin…