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So nah und doch so fern

Geht es euch eigentlich auch so, dass ihr viele Orte, obwohl sie bekannt sind und in der näheren Umgebung liegen gar nicht oder sehr selten besucht?
Mir ist das ganz bewusst geworden, wenn ich Menschen davon erzähle, dass ich in der Nähe der Ostsee aufgewachsen bin. Da werde ich häufig mit romantischen Vorstellungen konfrontiert, dass ich doch ständig am Strand gewesen sein muss und alles ganz toll war und überhaupt und sowieso. Schockiert werde ich angesehen, wenn ich berichte, dass ich zwar als Kind häufig am Strand war (Danke an meine Mutter für diverse Abendpicknicks, Strandtage etc), aber ich mit zunehmendem Alter den touristischen Orten entflohen bin. Komme ich nun in den Semesterferien einmal nach Hause ist das wieder anders. Dann gehe ich in Museen, an den Strand und überall dorthin, wo alle anderen Touristen auch sind ;-)
Ähnlich ging es mir, bis letztes Wochenende, mit Wittenberg. Die Stadt liegt ca. eine Stunde mit dem Auto von Leipzig entfernt und ratet wer es in 4 Jahren Leipzig nicht ein einziges Mal in diese geschichtsträchtige Stadt geschafft hat? Richtig: Moi.
Aber damit war am Freitag Schluss, denn wir machten uns, im schönsten Schneeregen ever, auf den Weg um uns die Lutherstadt einmal genau anzuschauen.
Und, was für eine Überraschung, es war wunderschön. Ein nettes kleines Städtchen, voller kleiner Überraschungen. Sei es das "Tante Emma" Restaurant, ausgestattet mit dem herrlichsten Kitsch und der leckersten Zwiebelsuppe der Welt (schmeckte sogar mir und ich kann Zwiebelsuppe nicht leiden) oder die atemberaubende Kunstausstellung im Alten Rathaus, in der Studenten für 2€ Chagall, Picasso, Pechstein, Käthe Kollwitz und viele andere namenhafte Künstler bewundern können. Leider wurden beide Kirchen renoviert und waren nicht betretbar. Die bekannte "Thesenkirche" war sogar komplett eingepackt, sodass ich nicht einmal ein Foto für euch machen konnte. Der Besuch hat sich trotzdem auf jeden Fall gelohnt.
Wer also Zeit und Muße hat: Wittenberg lohnt auf jeden Fall einen Tagesausflug.




Ist die Inneneinrichtung vom Tante Emma Restaurant nicht herrlich kitschig und altbacken? Eigentlich ist so etwas gar nicht mein Stil, aber in diesem Restaurant, in dem die Kellnerinnen mit gestärkter weißer Rüschenschürze bedienten, passte irgendwie alles zusammen. 

Auf dem Rückweg machten wir noch einen kurzen Zwischenstopp in Wölkau, um uns das dortige, leider sehr zerfallene, Schloss anzusehen.
Wobei natürlich gerade die verblassende Schönheit und das Zerfallene die Phantasie anregt und zum Träumen einlädt...
(Ich habe dort in Gedanken schon eine Klinik gebaut- hat jemand von euch mal eben 1,5 Millionen für mich übrig? Falls das mit der Klinik nichts wird, ziehe ich da auch so ein. Ich bin da durchaus flexibel)

 
 Es war richtig schön die nähere Umgebung einmal mehr aufs Neue zu entdecken und wir haben uns vorgenommen in nächster Zeit häufiger im Leipziger Umland (im weitesten Sinne) umher zu reisen. Häufig sind ja unglaublich viele schöne Dinge direkt vor der eigenen Haustür. Man muss nur aus ihr hervor treten.
In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen Start in die neue Woche
Liebste Grüße
Lotte



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