Direkt zum Hauptbereich

Immer wieder Montags

... versammeln sich diverse Deppen in der Leipziger Innenstadt.  Ist im Kino bei uns um die Ecke "Sneak Preview". Seit Ewigkeiten wollten wir dort schon einmal hingehen, aber irgendwie haben wir es nicht geschafft. Und dann, am Tag meiner Prüfung, haben wir uns endlich ein Herz gefasst und uns Karten gekauft. Ausgerechnet bei dieser Sneak-Preview handelte es sich auch noch um eine Originalfassung des Films. Lotte war also völlig im Glück. Wobei, ein bisschen Angst hatte ich schon, dass wir uns einen Horrorfilm anschauen werden.
Horror war es dann jedoch gar nicht. Stattdessen sahen wir "Still Alice" und waren völlig im Bann von der grandiosen Darstellung Julianne Moores. Unglaublich.
Hätten wir nicht Karten für die Sneak gekauft, ich hätte mir den Film wahrscheinlich nicht angesehen. Zu schwer, zu bedrückend zu nun ja irgendwie auch beängstigend erschien mir das Thema Alzheimer für einen entspannten Kinoabend.
Oh was hätte ich verpasst! Nicht nur Julianne Moore, die bewegende Geschichte, sondern auch eine Kirstin Steward mit mehr als EINEM Gesichtsausdruck! ;-)
Auch wenn ihr im ersten Moment vielleicht skeptisch seid- "Still Alice" ist ein fantastischer und lohnenswerter Film über das Leben, das Vergessen und das Leben mit dem Vergessen. Besonders bewegt hat mich das folgende Zitat. Alice hält eine Rede zu ihrer Krankheit und fasst ihre Gefühel so zusammen:
Entschuldigt bitte, dass ich an dieser Stelle auf den englischen Wortlaut zurück gegriffen habe. Die deutsche Übersetzung ist weder gut gelungen noch kann sie es so ausdrücken wie das englische Original.
Besonders beeindruckt haben mich, neben der Darstellung von Julianne Moore, übrigens Schnitttechnik und Kameraführung, die Gefühle, Stimmungen und auch das Vergessen von Alice eindrücklich dokumentiert haben.




Wer von euch also Zeit, Lust und Laune hat einmal ins Kino zu gehen, dem kann ich diesen Film nur empfehlen. Oder auch die Sneak, denn dort sieht man Filme, die man sich so vielleicht doch nie angeschaut hätte. Ein schönes Experiment und im Falle eines Horrorfilms kann man ja immer noch raus gehen ;-)
Einen wundervollen Start in die Woche wünsche ich euch
Lotte

Kommentare

  1. Oh, den schauen wir morgen an. Ich habe vor Jahren schon das Buch gelesen (und auch im Blog vorgestellt) und mir die Augen ausgeweint. So ein tolles Buch, aber so ein trauriges Thema! Echt der Hammer. Daher war mir klar, dass ich diesen Film sehen muss. Ich freue mich, schon vorher zu hören, dass es sich lohnt.

    Liebe Grüße
    Nele

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Ich freue mich über eure Anmerkungen und Kommentare :-)

Beliebte Posts

Weg mit den Mythen

Der folgende Post ist das Gegenteil von einfach. Um ehrlich zu sein weiß ich gar nicht, ob ich ihn überhaupt veröffentlichen möchte und das liegt unter anderem daran, dass er so privat ist wie bisher wenig auf meinem Blog. Viele Dinge behalte ich für mich, sie passen nicht hier herein, aber ich denke in diesem Fall sollte es das. Und nachdem inzwischen mehrere Jahre vergangen sind, denke ich: einfach machen.
Der heutige Post ist weniger Montagsmotivation als vielmehr Aufklärung und dafür möchte ich eine Geschichte voran stellen. Als ich noch jung und um einiges naiver war als heute, hatte ich Besuch. Der Freund einer lieben Freundin kam nach Leipzig und übernachtete bei mir. Sein enttäuschter Blick, als ich ihn auf dem Sofa einquartierte sprach Bände, aber ich hatte das Gefühl damit genau das richtige Signal gesetzt zu haben. Wir verbrachten ein angenehmes Wochenende miteinander, von seinen andauernden Beschwerden über das Sofa einmal abgesehen. Er erzählte mir viel von seinem Kampfs…

Ein bisschen mehr Anstalt, bitte!

In unserer Wohnung gibt es keinen Fernseher, zumindest keinen um darin Tatort, Wetten, dass? oder Frauentausch zu gucken. Dafür haben wir weder Zeit noch die nötige Lust.
Um ehrlich zu sein langweilt mich das herkömmliche Fernsehprogramm meistens, Tatort und Co. sind faktisch meist falsch und ich finde eh kaum die Zeit mir so etwas anzuschauen.
Eine große Ausnahme gibt es jedoch: Satirsendungen. Ich bin ja bekanntlich ein großer Fan der heute show. Dieses Jahr ist jedoch eine Sendung dazu gekommen, die beinahe alles in den Schatten stellt, was ich bisher an politischem Kabarett und Satire gesehen habe. Bitterböse, gnadenlos und sofort mit einer einstweiligen Verfügung von einem gewissen Herrn Joffe (Herausgeber der Zeit, klick hier) bedacht, ist das neue Format von "Neues aus der Anstalt" bisher ungeschlagen auf Platz 1 meiner liebsten Satiresendungen.
Dabei blieb mir bei einigen Sendungen das Lachen, vor lauter Wahrheit, im Hals stecken. So zum Beispiel bei Claus von Wagner…

Ein Hoch auf die Frauen

Während ich den Titel des heutigen Blogposts lese, muss ich ein bisschen schmunzeln. Das Ganze klingt recht pathetisch. Vielleicht durchaus zurecht.  In den letzten Monaten und Jahren habe ich nämlich eine Sache festgestellt: Freundinnen sind unbezahlbar.  Sie sind für dich da, wenn du zum tausendsten Mal einen Abend durchgehst um festzustellen, was das nun alles zu bedeuten hat, nehmen dich in den Arm, wenn gerade mal alles schief läuft, ziehen dich mit Typen auf, indem sie Gänsblümchenblätter für dich zupfen, machen Unfug mit dir, leihen dir ihre Ohr, ihr Kleid oder sogar ihre Schulter zum ausweinen und holen dich auf den Boden der Tatsachen zurück, wenn du mal wieder abhebst.  Kurzum: Sie sind einfach das Salz in der Suppe.  Irgendwie haben wir Damen uns einreden lassen, dass die einzige Beziehung, die wirklich zählt, die mit deinem sexuellen und/oder Lebenspartner ist. Was wir dabei vergessen: Zwischen allen Beziehungen, den lärmenden Liebschaften und auf und ab sind die Freundin…