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Musikalischer Donnerstag mit einem Hauch Sozialkritik :-)

Ein Lied läuft hier heute rauf und runter (dabei wollte ich mich eigentlich mit Statistik beschäftigen). Naja, kann man nichts machen. Kraftklub geht ja irgendwie eh immer.
Und während ich "Schüsse in die Luft" höre, bin ich doch ein wenig erschrocken wie viel Wahrheit im Text steckt...
Manchmal erscheint es mir tatsächlich so, als wären viele Menschen damit beschäftigt Frauentausch zu gucken, aber nur sehr wenige damit, tatsächlich nachzudenken und zu handeln.
Ich bin kein Revolutionär und nicht der Typ fürs Steine schmeißen. Dennoch möchte ich nicht alles in der Welt einfach hinnehmen und irgendwann abstumpfen.
Hauptsache ich hab nen guten Job, zahl nicht so viel Steuern und mir geht es gut...
Das kann es doch nicht gewesen sein oder?
In einem Leben steckt doch mehr als nur "Irgendwie komm ich über die Runden" und "Welcher Tatort läuft am Sonntag?"
Dieser Tunnelblick, der darauf aus ist möglichst gut dazustehen, andere neidisch werden zu lassen (mein Auto/Haus/Konto/Job ist ja größer/größer/besser/wichtiger als deins: ÄTSCH!) oder halt irgendwie vor sich hin zu leben ohne nach links und rechts zu schauen... Ich weiß nicht.
Da ist so viel mehr. Man kann so viel verändern.
Wählen gehen wäre ein Anfang. Alle beschweren sich über die Regierung, was vielen gar nicht bewusst ist: Die kann man wählen. Da ist nichts Gott gegeben. Wir leben in einer Demokratie. Da kann man dann doch etwas machen. (Und ja "Meine kleine Stimme zählt doch eh nichts"--- mmmh sagen sich irgendwie viele und meckern dann am Ende wenn es ihnen nicht passt. Ganz toll sowas!)
In der Stadt in der Nähe meiner Eltern gab es letzten Winter ein Weihnachstfest für Asylbewerber. Ja, manche von ihnen sind vielleicht nicht christlich, aber darum ging es gar nicht. Es ging darum, dass die Kinder, die dort sind, ein wenig mehr Freude haben. Ist doch egal ob man es Weihnachten nennt oder Winterfest oder was weiß ich.
Kleine Sache, viele, viele leuchtende Kinderaugen.
Oder: (nicht so politisch) Ein Kind, das während einer Lesung hinter dir sitzt und sich den Hals verrenkt um sehen zu können, einfach fragen ob es mit dir den Platz tauschen will. Fortan sitzt es beinahe ganz vorne und man selbst kann locker drüber schauen und sieht alles,
Es muss nicht immer etwas Großes sein.
Im Kleinen kann man trotzdem aktiv sein: Zur Wahl gehen, die Augen offen halten, nachdenken, MITdenken, Dinge ansprechen und helfen, wenn ich sehe, dass Hilfe benötigt wird.
Weniger: Was stelle ich vor anderen dar?. Als vielmehr: Wer bin ich? Was kann ich tun?
Manchmal sind es Kleinigkeiten, die den Tunnelblick öffnen, manchmal sind es große Dinge.
Und manchmal ist es einfach nur die Entscheidung zu sagen: Es ist mir SCHEIßEGAL was andere denken, wie andere sich darstellen müssen um nach Außen toll und einzigartig zu wirken. Ich mache genau das, was ich für richtig halte. Auch wenn es nur "Schüsse in die Luft" sind und wieder keiner da ist außer mir.
In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen Donnerstag
Liebste Grüße
Lotte

Kommentare

  1. Ich unterstreiche jedes Wort. Der Blog - Eintrag ist auch so ein kleines (großes ) Ding. "weg"lesen kann keiner. Und vielleicht denkt der/die eine oder andere nach. Und wenn`s ganz gut kommen sollte, wird irgendwer irgendwann irgendetwas tun. Sein wir mal optimistisch.
    Hansi

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  2. Ich habe kein Problem damit, sonntags Tatort zu schauen und "irgendwie über die Runden zu kommen". Es gibt so viele Menschen, denen es viel schlechter geht. Da bin ich mit meinem Leben sehr glücklich. Das heißt ja nicht, dass ich mich nicht engagiere. Das eine hat mit dem anderen finde ich gar nichts zu tun. Im Regelfall setze ich persönlich mich nicht dafür ein, dass mein Leben besser geht, sondern für andere Menschen.

    Letzten Endes geht es doch darum, ob man versucht, ein guter Mensch zu sein. Wie auch immer man das nun für sich definiert. Und nicht immer nur auf seinem Popo sitzen bleibt, wenn es ANDEREN schlecht geht und einem selbst gut. Im Kleinen, so wie du es beschreibst, wie im Großen, was aber natürlich viel schwieriger ist.

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    1. Liebe Nele,
      Ich habe natürlich auch kein Problem mit dem Tatort am Sonntag und finde es wichtig über die Runden zu kommen. Daran ist gar nichts auszusetzen.
      Wie du sagst: Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.
      Es ging mir eher um die Attitüde dahinter. Also zu sagen "Ja mir geht es gut - alles andere ist mir egal" Anders war das gar nicht gemeint ;-)
      Liebste Grüße
      Lotte

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    2. Dann bin ich ja beruhigt, dass wir im Grunde wieder mal auf der gleichen Seite stehen ;-)

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