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Und was vermissen wir?

Eben bin ich über einen Spruch gestolpert, der mich zum Nachdenken brachte.
Ist es nicht tatsächlich so, dass viele Menschen (und ich schließe mich da gar nicht grundsätzlich aus) immer genau das wollen, was sie gerade nicht haben?
Sind sie in einer Beziehung,  kommt es manchen Menschen tatsächlich so vor als würden sie ihre Freiheit verpassen, ihr Leben irgendwie einengen und irgendwie kleiner machen. Dann wird alles was schief läuft darauf projiziert nicht alleine zu sein. 
Sind Menschen allein, so wollen sie unbedingt einen Partner mit dem sie all die Dinge unternehmen können, die sie sich sonst nicht trauen.
Und bei Freunden? Ja, die neuen Freunde sind interessanter und lustiger (weil man ja noch nicht alle Facetten kennt), aber plötzlich werden die Menschen vermisst- die jede der Macken kennen, die wir schon so lange mit uns herum schleppen. 
Und ja auch mit Reisen, ausgehen und was auch immer ist es nicht anders. 
Häufig denken wir genau das Gegenteil von dem was wir gerade haben ist es, was uns letztendlich endgültig glücklich machen wird. 
Und immer wieder schleicht sich ein Gedanke bei mir ein und nistet sich fest. 
Ja, wir können zweifeln an allem was wir in unserer gegenwärtigen Situation haben (und mit Sicherheit zweifeln wir auch manchmal zurecht). Aber zerstören wir damit nicht mehr und mehr unser Sein? Den Augenblick, das jetzige Leben?
Wir können uns wünschen etwas völlig anderes zu haben und zu leben. Und davon ausgehen, dass wir nur glücklich sein werden, wenn genau dies eintritt.
Aber die Gefahr besteht, dass wir uns in genau diesem Moment nach dem Anderen sehnen. Nach dem Gegenteil, den "good old times", die nun in der Vergangenheit liegen, den Beziehungen, die wir beendet haben, den Menschen, denen wir keine Chance gaben irgendwann "alte Freunde" zu werden, den Reisen, die wir nicht gemacht haben, das Zuhause, das wir uns nicht getraut haben einzurichten.
Dabei meine ich nicht, dass wir nicht kämpfen sollte für Veränderung, für das was uns wirklich wichtig ist.
Aber sollten wir nicht gleichzeitig den Moment wertschätzen, ihn nicht abwerten nur weil er gerade nicht perfekt ist?
Heute ist Montag---- ahhh. Mir würde es so viel besser gehen wenn Freitag wäre...
Da ist ein Konzert in der Stadt und keiner hat Zeit--- ich wäre so viel glücklicher, könnte ich den Moment mit jemandem teilen.
Mich nervt mein Studium --- ich wäre so froh, wenn ich endlich den Abschluss hätte (Klassiker bei mir gerade ;-))
Das mag ja alles stimmen, aber verbauen wir uns nicht damit, das wir uns immer das Gegenteil wünschen genau das, was uns vielleicht jetzt in diesem Moment glücklich machen könnte?

Mit diesen Fragen wünsche ich euch einen wundervollen Start in die Woche.
Liebste Grüße
Lotte

Kommentare

  1. Ich denke auch oft, dass wir uns damit den Moment verbauen. Und genau deshalb versuche ich immer mehr, den Tag oder eben Momente bewusst zu leben und zu geniessen. Ich sammle sie ja seit einiger Zeit und zeige sie jeden Sonntag auf dem Blog. Und ich muss sagen, es lässt mich wirklich bewusster werden,bereits bei den kleinste Sachen.
    Liebe Grüsse Alizeti

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