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Kleine Dinge- ganz groß

Ich habe dieses Wochenende Seminar in Dresden. Deswegen ist eigentlich gar kein Post vorgesehen gewesen. Und jetzt? Jetzt sitze ich in der Bahn und muss doch schreiben. Warum? Weil es heute um die kleinen Dinge geht. Die kleinen Dinge, die eigentlich nichts verändern, aber einen Unterschied machen.

Ein Beispiel? Ich habe mich heute in die Bahn gesetzt und Musik gehört. Irgendwann bekam ich mit, dass ein Mädchen neben mir herzzerreißend weinte. Große Krokodilstränen liefen ihr über die Wangen. Gerade als ich anfangen wollte nach einem Taschentuch zu kramen kam mir ein Mädchen vor uns zuvor Sie verteilte großzügig Taschentücher und ein Schokoladenbonbon an die Weinende und lächelte ihr aufmunternd zu,
Hat das die Situation für sie besser gemacht? (es ging um eine Sache, die nicht sofort besser werden konnte) Nein. Aber, für einen ganz kurzen Moment huschte ein scheues aber echtes Lächeln über ihr Gesicht während sie das Schokoladenbonbon auspackte.
Wir unterhielten uns noch eine Weile zu dritt. Das Mädchen mit dem Schokoladenbonbon verteilte großzügig ihre Süßigkeiten bis diese alle waren und berichtete, dass ihr auf dem Weg nach Dresden die Geldkarte kaputt gegangen sei und sie nun beinahe ohne Geld übers Wochenende nach Dresden (wohlgemerkt aus Südbayern!) führe. Trotzdem gab sie noch ab, war fröhlich, gut gelaunt und erklärte das sei nun eben ein neues Abenteuer.
Und in diesem Moment wurde mir etwas klar.
Es geht gar nicht um große Gesten, viel Brimborium und sofort alles lösen. Das geht in den meisten Fällen auch gar nicht. 

Es geht darum das Beste daraus zu machen und wenn es nur ein Schokobonbon und ein Taschentuch für ein weinendes Mädchen sind,
Nicht die großen Momente sind es in denen wir uns heldenhaft hervorzutun (zumindest nicht nur), sondern eben das Lächeln für einen Fremden, das der alten Damen den Sitzplatz anbieten, die Welt ein Stück heller machen. Im Alltag. Warten wir auf große Moment um uns hervor zu tun vergeuden wir so viel.
Schönheit, Menschlichkeit und die vermeintlich altmodisch klingende Nächstenliebe können überall gefunden werden, besonders in den kleinen Dingen. Wir müssen nur hinsehen, einmal unsere eigenen Dinge nicht so überwichtig nehmen und achtsam durch die Welt gehen. Achtsam mit uns und mit anderen. Und genau dort finden wir den Unterschied.

Nicht nach Außen blenden, sondern von innen leuchten.
Nicht nur sich sehen, sondern offen bleiben für sich und andere

Nicht versuchen zu übertrumpfen, sondern gönnen und geben
Nicht es anderen beweisen wollen, sondern sich selbst und anderen bewusst sein. 


In diesem Sinne verteilt mehr Schokobonbons, lacht mit Kindern, streichelt Hunde, hört der alten Dame an der Ecke zu, die sonst vielleicht niemanden mehr hat und seht das Glück in den kleinen Momenten.
Diese sind am Ende eins: Ganz groß.


Liebste Grüße aus Dresden
Lotte

Kommentare

  1. Liebe Lotte,

    vielen lieben Dank für deine Posts der letzten Tage, die wieder wunder-voll, wichtig, inspirerend, tiefgehend und nachdenklich waren.
    Ich mag es sehr, deinem Blog und deinen Gedanken zu folgen!
    Wie gut, dass du ein "Zitate-Junky" bist - ich auch ;-))

    Glückwunsch zum "Los-lassen" der Person, die dir nicht gut tat! Ob das der (Ex-)Freund, die ehemalige (beste) Freundin, Eltern oder Verwandte sind... Niemand hat das Recht, zu ver-urteilen oder anzuklagen. Gute Freunde oder Menschen die uns lieben machen uns mit Respekt, Liebe und Wertschätzung auf Verhaltens- und Denkweisen aufmerksam und laden zu anderen Sichtweisen ein. Sie hauen nicht drauf!
    Da bin ich ganz deiner Meinung, dass frau da gehen darf.
    Manchmal lernen wir ja gerade durch Menschen, die uns besonders schlimm behandeln, verletzen und sehr intensiv heraus fordern. Aber auch da bin ich der Meinung, dass das nicht ausgehalten werden muss. Verzeihen lernen und diese Menschen segnen kann ich auch ohne deren Präsenz in meinem Leben ;-)

    Dein Planungspost gefällt mir ;-)
    Da habe ich mir das "locker bleiben" mitgenommen ;-)) <3
    Ich freue mich schon auf den morgigen "Lernen mit Lotte Post"!!! Bei mir steht eine intensive Sprachlernphase an. Da brauche ich dringend Tipps!!!

    Vor einiger Zeit hatte ich ja mal um psychologische Artikel gebeten. Nun ja, das Zitat von Marc Aurel trifft da voll ins Schwarze! *smiiiiiile* Ein weiser Mann!

    Ich danke dir besonders für deinen gestrigen Post, mit dem du mir aus dem Herzen sprichst! Jaaaaa, das ist so wichtig, und nicht nur zur Weihnachtszeit, die "Antennen" auszufahren und zu spüren, wo & wie ich jemandem etwas Liebes tun kann. Einfach mal lächeln, zuhören, fragen wie es jemandem geht, ehrliches Interesse und Wertschätzung zeigen. Liebe und du bekommst es 100fach zurück. Öffne dein <3 und du wirst 100fach gesegnet.

    In diesem Sinne wünsche ich dir ein herrliches, strahlendes, lichtes und gesegnetes drittes Adventswochenende und freue mich auf mehr Freude und Inspiration von dir.

    Liebe Grüße
    Tina

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Tina
      An dieser Stelle einfach "Danke!"
      Habe einen wunderbaren Sonntag <3
      Lotte

      Löschen
  2. Du sprichst mir aus der Seele, ich finde es auch enorm wichtig, dass wir das Kleine zu schätzen wissen. Es gibt so viel Leid und trauer auf der Welt, da muss man einfach bereits ab dem Kleinsten Freude haben.
    Liebe Grüsse Alizeti

    AntwortenLöschen

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