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Talent vor Prinzip Teil II - Frau Dicken Sie sind im Interview

Heute gibt es den versprochenen zweiten Teil meiner Talent vor Prinzip Reihe. Ich bin sehr, sehr froh und glücklich darüber, dass Dania sich bereit erklärt hat einige kurze Fragen zu beantworten.
Genießt das Interview.

Liebe Dania, 
Vielen Dank, dass du dich bereit erklärt hast noch einige Fragen zu dir und deiner Arbeit als Autorin zu beantworten!

***

Wann hast du begonnen zu schreiben?

Ich war noch in der Grundschule, als ich begonnen habe, die ersten Geschichten zu erzählen. Mit zehn habe ich meine erste lange Erzählung geschrieben, das war ein Kinderkrimi. Und dann konnte ich nicht mehr aufhören! Da habe ich entdeckt, daß das Schreiben mir etwas gibt, das ich sonst nirgends finde.

Die Ideen zu deinen fabelhaften Büchern aus diversen Genres sind geradezu überwältigend vielseitig. Wie kommst du denn auf die vielen unterschiedlichen Geschichten?

Ich habe immer schon die unterschiedlichsten Dinge geschrieben. Jugendromane, Sozialkritisches, Fantasy, Psychothriller. Meine Vorliebe für Fantasy entsprang vor fünfzehn Jahren dem Herrn der Ringe. An Fantasy gefällt mir, daß einem als Autor so gut wie keine Grenzen gesetzt sind. Im Zentrum steht für mich immer die Frage: Wer sind meine Helden, was macht sie aus, was bewegt sie? Die Begeisterung für Psychothriller rührt aus meinem Interesse für Psychologie her. Ich finde es faszinierend, daß Ermittler durch kriminologische und psychologische Maßnahmen in der Lage sind, Täterprofile zu erstellen. Die Abgründe der menschlichen Seele sind auf ihre Weise sehr faszinierend - und mal ehrlich, wer hat an sich noch keine Abgründe entdeckt? Das gilt es, auszuloten. Dabei lasse ich mich von allem inspirieren, was ich sehe, höre und lese.

Gibt es Tageszeiten zu denen du am liebsten schreibst und warum? 

Ehrlich gesagt, wechselt das. Früher war ich am kreativsten, je später der Abend … und inzwischen schreibe ich am liebsten so früh wie möglich drauflos - in der Hoffnung, nicht abgelenkt zu werden. 

Magst du alle deine Charaktere?

Ja. Selbst die Bösewichte. Ich habe festgestellt, daß es gar nicht so leicht ist, vielschichtige Bösewichte zu erfinden - und die sollen ja auch so sein, daß man sie fürchtet!

Welche Autoren bewunderst du?

Bewundern … ich glaube, Stephen King. Für seine unnachahmliche Art, Charaktere lebendig erscheinen zu lassen und Beschreibungen detailliert und bildhaft zu verfassen. Seine Geschichten lesen sich immer, egal wie unglaublich sie erscheinen mögen, als wären sie wirklich passiert. 

Wie gehst du mit einer Schreibblockade um?

Ich verfluche sie, brülle sie an, versuche sie zu ignorieren, gebe dann schließlich auf und warte, bis sie vorbeigeht. Tun sie immer. 

Du hast sehr lange über Self-Publishing gearbeitet. Aus welchen Gründen kannst du diese Art der Veröffentlichung empfehlen?

Weil man volle künstlerische Freiheit genießt und seinen Gewinn nicht mehr mit so vielen Mitspielern teilen muß. Man kann auch Bücher abseits des Mainstreams veröffentlichen. Es hat definitiv seine Vorzüge - aber es hat auch Nachteile und es macht wahnsinnig viel Arbeit. Insofern bin ich nicht böse, daß mein Verlag mir künftig etwas davon abnehmen wird!

Hast du jedes Mal die Kontrolle darüber was  ein Charakter tut oder machen sie am Ende was sie wollen?

Ich würde sagen, das kommt darauf an. Manchmal weiß ich genau, was passieren wird und sie verhalten sich genau wie geplant. Manchmal denken sie aber auch nicht dran … und wenn sie besonders frech sind, zerhacken sie mir den ganzen Plot. Aber eigentlich mag ich das ja. 

Wie sieht ein typischer „Schreibtag“ bei dir aus?

Ein reiner Schreibtag dreht sich kaum um etwas anderes. Ich setze mich hin, mache Musik an, habe Schokolade in Reichweite und versuche, 1000 Worte zu schreiben, bevor ich die erste Pause einlege. Dann wieder 1000 und eine Pause, dann wieder 1000 und immer so weiter, bis ich 4000 geschafft habe. Das ist das Maß, das ich gut bewältigen kann, ohne daß die Qualität leidet.

Wie lange arbeitest du an einem deiner Bücher?

Je nach Länge ein paar Wochen - zwei, drei Monate vielleicht. Das reine Schreiben, abhängig von der Länge des Buches. Dann lege ich es weg, hole es Wochen später wieder hervor, überarbeite, lege es wieder weg und so weiter. Es gab auch schon ein Buch, das ich in zwei Wochen geschrieben habe. Aber das tat fast schon weh und ich mußte hinterher auch viel überarbeiten. 

Hemingway sagte einmal man müsse nur einen wahren Satz schreiben und dann den nächsten. Was sagst du dazu?

Recht hat er. Wenn man einmal angefangen hat, hört man eigentlich nicht mehr auf. 
In „Die Seele des Bösen“ lässt du Sadie tief in die Psyche von Serienmördern eintauchen. 


Wie lange recherchierst du und wie findest du Quellen, die du verarbeiten kannst?

Für Serienmörder und ihre Verbrechen interessiere ich mich schon sehr lange. Wie kommt es dazu, daß Menschen anderen Menschen so etwas antun? Was sind die Gründe? Ich habe mich nicht daran getraut, bis ich selbst Psychologie studiert habe und begonnen habe, diese wissenschaftliche Disziplin zu verstehen. Inzwischen habe ich meine Standardquellen - ein Lexikon über Serienmörder, diverse einschlägige Internetseiten und, ganz banal, die Wikipedia. Ich lasse mich ja immer von wahren Fällen inspirieren und erwähne sie auch oft. Anfangs mußte ich trotzdem recht lang recherchieren, aber mit der Zeit stellt sich da eine gewisse Übung ein.

Sadie ist nicht gerade die einfachste Person. Wie ist sie denn eigentlich entstanden?

Das hat tatsächlich ziemlich viel mit ihrer „Vorgängerin“ Andrea aus der Profiler-Reihe zu tun. Thriller-Helden sind oft genug auf ihre Art zerrissen und haben etwas, das sie bewegt - und schwächt. Bei Andrea war es die frühe Begegnung mit einem Serienmörder, der sie zu einer unerschrockenen Ermittlerin gemacht hat. Für Sadie habe ich mir etwas Ähnliches vorgestellt, sie sollte ein persönliches Motiv haben, das sie zu ihrer Tätigkeit als Polizistin und später FBI-Agentin und Profilerin anspornt. Ich hatte dann die Idee, daß ein Mitglied ihrer eigenen Familie ein Mörder ist - ein Serienmörder sogar. Seit sie elf war, ist sie davon beeinflußt, daß ihr eigener Vater ihre ganze Familie ermordet hat. Nur sie hat überlebt - und auch er, aber seit sie weiß, wozu er fähig ist, haßt sie ihn und wäre am liebsten gar nicht seine Tochter, was man ja auch verstehen kann. Erschwerend kommt noch hinzu, daß sie unter neuer Identität lebt, weil sie ihren Vater immer noch fürchten muß und das zwingt sie natürlich, zu lügen. Außer ihren nächsten Angehörigen weiß lange Zeit niemand, wer sie wirklich ist, und sie ist naturgemäß ziemlich schüchtern und in den alltäglichsten Dingen ziemlich unsicher. Nur in einer Sache kennt sie keine Unsicherheit: Dem Verständnis, was Serienmörder bewegt, denn das hat sie am eigenen Leib erlebt.

In deinem Thriller „Die Seele des Bösen“ beschreibst du viel Gewalt- werden manchmal deine eigenen Emotionen nach einem nervigen Tag bei der Arbeit dort kanalisiert?

Das passiert ehrlich gesagt eher selten. Die angesprochenen Gewaltszenen sind nicht immer leicht zu schreiben, dafür ist auch sozusagen eine gewisse Grundstimmung nötig - aber wo die herkommt? Ich weiß es nicht. Ich habe zum Beispiel auch mal festgestellt, daß ich wenig Schwierigkeiten habe, einen sadistischen Serienmörder und seine Gedanken zu beschreiben - grandios gescheitert bin ich aber mal an einem religiösen Fanatiker. Dazu konnte ich einfach keinen Bezug herstellen. 

Wie fühlt es sich an einen Roman zu beenden? Pure Freude oder ein kleiner Abschiedsschmerz?

Eigentlich ist es immer Abschiedsschmerz. Ich schreibe ja sehr viel in kurzer Zeit, aber sobald das Ende naht, fange ich an zu trödeln und will mich nicht trennen. 

Werden wir noch lange von Sadie hören? 

Ich denke, schon! Ich habe da noch einige Fälle für sie in petto, von denen auch schon einige geschrieben sind. Sie wird noch einmal mit ihrem Vater konfrontiert, muß sich als FBI-Profilerin bewähren und wird später auch noch mit einem Killer konfrontiert, der sie bis ins Mark trifft. Sie wird viele verschiedene Fälle lösen - der nächste ist schon im Januar dran. Ich hoffe, sie wird viele begeisterte Leser finden! 

Liebe Dania herzlichen Dank für die Beantwortung der Fragen. Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg beim Schreiben, einen bunten Strauß an Ideen und alles, alles Gute. Ich freue mich weiter von dir zu lesen.



Ihr Lieben ich hoffe ihr hattet Spaß beim Lesen. sagt Bescheid, wenn ihr mehr von Dania hören wollt, denn ich rezensiere ihre Bücher mit großer Begeisterung und finde es immer wichtig junge und talentierte Autoren zu Unterstützen.
Mehr über Dania könnt ihr auch auf ihrem Blog Blog und Stift erfahren.
Solltet ihr weitere Vorschläge für die Kategorie "Talent vor Prinzip" haben bin ich gerne bereit mich dafür zu begeistern. Es soll allerdings tatsächlich genau um diese Dinge gehen. Junge, talentierte und einfallsreiche Menschen zu promoten finde ich wunderschön und sehr wichtig. Dafür bin ich auch bereit meinen Grundsatz (aus dem Blog ziehe ich keinen Vorteil welcher Art auch immer) zu erweitern. Ganz im Sinne von Talent vor Prinzip.
Ich wünsche euch einen wunderschönen Donnerstag
Liebste Grüße
Lotte

Kommentare

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