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Girls Talk

Heute wird es etwas mädchenhaft auf dem Blog und das aus gutem Grund.
In letzter Zeit habe ich viele, viele Momente mit wundervollen und außergewöhnlichen Frauen verbringen dürfen und bin jedes Mal aufs Neue ganz verzückt davon.
Was sich kitschig und übertrieben anhört, soll eigentlich eine ganz klare Botschaft sein.
Liebe Mädels, bevor ihr beim nächsten Prosecco mal wieder gemeinsam über die Männer schimpft oder zu dicke Oberschenkel beklagt, hebt einmal kurz das Haupt und macht euch bewusst wer ihr seid.
Ich habe das außerordentliche Glück viele wunderbare Frauen zu kennen (in unterschiedlichen Altersklassen wohlgemerkt- das ist nichts von wegen "Du bist ja auch noch jung und dynamisch"), die jeden Tag die Welt aus den Angeln heben.
Frauen, die sich nicht damit abgeben einfach nur hübsches Beiwerk zu sein oder sich den ganzen Tag Gedanken darum zu machen ob er wohl zurück rufen wird.
Tatsächlich sind es Frauen, die ihre Leidenschaften leben, sich nicht zufrieden geben mit "Hach ja Hauptsache ich verpasse meine Serie nicht"-
Im Gegenteil.
Sei es die fast 60Jährige, die plötzlich in die Politik geht, ein Bürgercafé in einem winzigen Ort eröffnet und leidenschaftlich für ihre Überzeugungen einsteht.
Die junge Dame, die allein mit ihrer Anwesenheit ein Gefühl der Freude verbreitet, strahlt und so wunderschön und positiv ist, dass man einfach spürt sie wird bald die beste Mama der Welt, denn ihre Kinder erleben die pure Lebensfreude. (Und da habe ich nicht einmal von ihrer dazugehörigen Intelligenz gesprochen)
Die hochintelligente, aufstrebende Wissenschaftlerin, die Dinge anpackt, erledigt und dabei nicht eine Minute arrogant, sondern immer voller Weisheit ist.
Die reiseverrückte, freigeistige und wundervoll unabhängige Frau, die sich niemals etwas vorschreiben lässt, ihren Weg geht und nebenher wahrscheinlich eine der besten Ärztinnen überhaupt wird.
Oder eben eine beste Freundin, die bei allen Herausforderungen, denen sie begegnet immer das Wahre und Schöne erkennen kann und für sich und andere einsteht.
Ich kenne viele Frauen, die Karriere machen oder gemacht haben.
Sei es in der Wissenschaft, Politik oder in einem anderen anspruchsvollen Beruf.
Die meisten von ihnen sind dabei nicht den leichten Weg gegangen, waren nicht immer vom Glück geküsst und haben Erfahrungen gemacht, auf die sie sehr gerne verzichtet hätten.
Trotzdem gingen und gehen sie weiter, nehmen die Dinge selbst in die Hand und erreichen unglaublich viel.

Vor kurzem erfuhr ich, wie eine Mutter ihrem Sohn folgende "Weisheit" mit auf den Lebensweg gab. "Frauen wollen Männern ja nur die Karriere kaputt machen. Sie lassen die Männer alles zahlen und binden ihnen dann ein Kind ans Bein"
Selten hat mich eine Aussage so sehr schockiert wie diese. Und selten war eine Aussage so falsch. Dass sie dazu noch von einer Frau getätigt wurde---
Ohne mich anzustrengen kann ich euch zehn Frauen aufzählen, die genau das Gegenteil leben. Und dabei bin ich nur in meinem Freundes-und Bekanntenkreis.
Große und weltbekannte Vorbilder zählen da gar nicht rein.
Trotzdem sind viele Frauen immer noch damit beschäftigt Vorstellungen genügen zu wollen. Vorstellungen davon wie man sich als Frau zu verhalten hat.
Am Sonntag hörte ich mir noch einmal die Rede von Emma Watson vor der UN Versammlung aus dem Jahr 2014 an.
Ich bin nicht nah am Wasser gebaut, aber bei einigen ihrer Sätze musste ich stark schlucken.
Und mir kam der oben zitierte Satz in den Sinn. Wenn Mütter ihren Söhnen bereits solche Dinge mit auf den Weg geben - wie können wir denn erwarten, dass sich etwas verändert?
Nun, die Sache ist relativ einfach: Indem wir nicht so handeln, indem wir uns bewusst machen, dass wir stark sind, indem wir wissen wer wir sind, losgelöst von der Vorstellung wie eine Frau zu sein hat.
Ich habe das Glück unglaublich viele Frauen zu kennen, die genauso leben, die mutig sind, sich nicht verstecken, erfolgreich sind und dennoch jede Sekunde weiblich. Sie müssen keine Karriere von einem Mann zerstören, denn sie haben ihre eigene. So einfach ist das. Wenn ihr euch umschaut werdet ihr überall solche Frauen entdecken und das ist wunderschön.

Was ich euch heute sagen will? Warum es diesen Text gibt?
Ganz einfach, weil wir manchmal die Augen aufmachen müssen.
Diese Welt ist voll von inspirierenden und großartigen Menschen. Männern und Frauen wohlgemerkt.
Selten finde ich solche Menschen in Zeitschriften auf Titelblättern von Modemagazinen oder ähnlichem Natürlich- das gibt es auch. Emma Watsons Rede ist das beste Beispiel.
Fast immer finde ich sie im alltäglichen, im Leben, bei einem Kaffee mit der besten Freundin, auf einer Party, während einer Reise.
Liebe Leserinnen seht euch um. Wir können einiges bewegen, wir sind nicht klein, schwach und warten auf den starken Mann, der uns vervollkommnet und rettet. Das können wir am allerbesten selbst.
Schaut euch um und staunt was für wundervolle Damen euch umgeben. Beim nächsten Mädelsabend- wie wäre es anstatt über zu dicke Oberschenkel zu reden einmal damit sich gegenseitig bewusst zu machen, wie wundervoll, einzigartig und inspirierend der Weg ist, den die Freundin geht? Sich zu ermutigen weiter zu gehen, den eigenen Weg, die Welt zu verändern- Wäre nicht eigentlich genau das dran? Die Dinge anpacken, in die Hand nehmen und zeigen, dass wir Frauen es wirklich können? Dass wir uns einsetzen für Gleichberechtigung, für Dinge, die uns wichtig sind, für andere?
Feminismus (Im Sinne eines Kampfs für die Gleichheit von Männern und Frauen und nicht in der Definition Männerhass und Boshaftigkeit) beginnt eben nicht woanders, sondern bei uns. Direkt bei unseren Handlungen, unseren Einstellungen und dabei wie wir uns wahrnehmen und welchen Vorstellungen wir gerecht werden wollen. Es beginnt bei unserem Mut im Kleinen wie im Großen.
In unserem Umfeld gibt es so viele Möglichkeiten. Lasst sie uns ergreifen.

In diesem Sinne einen wundervollen Dienstag
Liebste Grüße
Lotte

PS: Wenn ihr 13 Minuten Zeit übrig habt, schaut euch die Rede von Emma Watson an. Es ist lange her, dass mich etwas so berührte.



*Bilder via Pinterest

Kommentare

  1. Hallo Lotte,
    ich konnte nicht anders - habe die E.W.-Rede
    auf FB gepostet!
    LG
    aus Meerbusch

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das kann ich gut verstehen. Die Rede ist auch wirklich gut.
      Liebste Grüße in den Wilden Westen :-)
      Lotte

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