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Please don't be my valentine oder: Ich nehm dann das Kleid bitte.

Heute ist er also. Der Tag aller Tage. Love is in the air, überall verliebte Pärchen, rosa Einhörner die vom Himmel fallen (bin ich die Einzige, die dabei an Deadpool denken muss?) und lauter Herzchen überall. Blöd nur, wenn man gerade Single ist oder? Dann sitzt man allein Zuhause, lernt Neuro und tut sich selber leid, weil niemand Familienpackungen mit Herzpralinen in Erdbeerjoghurtsahne geschenkt hat. (Mal ehrlich wer isst diese seltsamen Pralinen mit Erdbeer-Joghurt  Füllung überhaupt? Noch künstlicher geht Geschmack nicht oder?!).
Ach die Welt ist traurig, kalt und düster. Niiiiiiiiiiiiiiiemand ist da zum kuscheln und überhaupt ist es alles so wahnsinnig tragisch...
Der perfekte Tag also um im Selbstmitleid zu versinken und haufenweise Schokolade zu essen. Ach so, geht ja nicht, hat ja keiner was geschenkt. Wir bleiben also beim Selbstmitleid, das schlägt immerhin nicht auf die Hüften.

Ganz ehrlich? Das alles ist so gar nicht meins. Unabhängig von meinem Beziehungsstatus war der Valentinstag für mich nie das große und besondere Datum des Jahres.
Ich bin sehr dafür sich einfach jeden Tag zu lieben und nicht einen Tag ganz besonders, wobei ich natürlich verstehen kann, dass Paare diesen Tag gemeinsam schön verbringen wollen.
Was mich am Valentinstag vielmehr stört ist diese Botschaft, die Jahr für Jahr ausgesendet wird. So hübsch à la "Du brauchst die eine perfekte Partnerschaft um glücklich zu sein. Dein Partner vervollständigt dich und erst mit ihm bist du ganz" *würg*
Gibt es etwas weniger attraktives als einen Menschen, der von dir erwartet dass du ihn vervollständigen sollst? - Diese Erwartung kann man doch nur enttäuschen.
Wenn ihr mich fragt: Unabhängigkeit ist das neue Schwarz und damit auch das neue Sexy.
Klar sind Partnerschaften toll, sie können bereichern und wir können aneinander wachsen.
Aber die Erwartung, dass ich dafür zuständig bin die Emotionen eines anderen zu regeln, weil er das selbst nicht gelernt hat, ist für mich  so ziemlich das genaue Gegenteil von Liebe.
Ja, wir haben alle einmal schwere Zeiten, in denen ein Partner auch etwas mittragen muss, aber grundsätzlich zu erwarten dass der andere für mein Glück zuständig ist- Eher nicht.
Das ist jetzt vielleicht hart, aber die Sache ist folgende: Sind wir unzufrieden und unglücklich mit uns selbst,  wird das kein Partner der Welt ausbügeln können. Sind die ersten Schmetterlinge verflogen und die rosa Brille zerbrochen oder zumindest zerkratzt, landen wir nämlich ganz schnell wieder genau dort wo wir vorher waren: Bei uns und unseren Problemen.
Das ändert nun einmal auch eine Beziehung nicht.
Es spricht überhaupt nichts dagegen aneinander zu wachsen, es spricht aber einiges dagegen dem anderen die Verantwortung dafür überzustülpen wie es in meinem Inneren aussieht. (Kleine Bemerkung am Rande: eine schlechte Partnerschaft kann das innere Gleichgewicht zerstören und unglücklich machen- das wissen wir alle. In diesem Fall: Nichts wie weg!).

Wenn ein anderer Mensch für unser Glück zuständig ist, eine Beziehung uns als Person definiert und vervollständigt, dann ist es zwar sehr einfach dem anderen den Schuld- oder Glücksball zuzuspielen, es macht aber eine Sache völlig kaputt: Unsere Verantwortung für das eigene Leben. Und die ist unglaublich kostbar.
Was wenn ich keinen Partner finde? Was wenn eine Beziehung endet? Wem spiele ich dann mein Lebensglück zu? Bin ich jetzt für immer unvollständig? Und warum gibt es überall herzförmige Pralinen im Angebot?
Vielleicht ist gar nicht die Frage wer uns komplettiert. Vielleicht sind wir schon lange komplett.
Und vielleicht, aber nur vielleicht, ist es ja so, dass Liebe ein  Geschenk ist, auf das wir nicht warten sollen und das immer in dem Moment kommt, in dem wir gar nicht damit rechnen.

Und solange es keinen Partner gibt? Warten und traurig sein? Oder sich schnell in irgendetwas stürzen um nicht allein zu sein? Ich bin dagegen. Stattdessen bin ich für "einfach für glücklich und zufrieden und ich selbst sein, egal ob mit oder ohne Partner".  Ach und solange es ohne Partner sein sollte: Ich nehme auch nur das Kleid und nicht den Prinzen. ;)



Vor kurzem las ich einen herrlichen Satz auf einem Blog, der mich sehr zum Schmunzeln brachte:
"Let's just say that if I were a princess; I'd slay the dragon myself"
(Sagen wir mal, wenn ich eine Prinzessin wäre würde ich den Drachen selbst töten)


Das könnte tatsächlich mein Motto sein. Wer braucht schon einen Prinzen um den Drachen oder wahlweise Spinnen/schlechte Laune oder Langeweile zu töten?
Das können wir schon selbst. (Mal ehrlich mindestens so gut wie in der miserablen Hobbitverfilmung kriegen wir das auf jeden Fall hin). Für mich bleibt Eigenverantwortung und Selbstwirksamkeit einfach das neue Schwarz. Ihr wisst Bescheid ;)

An alle verliebten Pärchen: Macht euch den wundervollsten Tag- ganz unabhängig vom Datum ;)
In diesem Sinne einen herrlichen Sonntag an euch 
Liebste Grüße
Lotte



Kommentare

  1. Liebe Lotte, egal was für ein Tag heute ist, ich wünsche Dir ein wundervollen Tag! Mir ist der Valentinstag ziemlich egal, hab ihn noch nie gefeiert.
    Was ich Dir aber sagen wollte, so langsam entwickelst Du Dich zu einer meiner Lieblingsbloggerinnen. Ich lese so gerne all Deine Posts!!! Das was Du schreibst und wie Du es schreibst ist einfach grossartig, mach unbedingt weiter so.
    Herzlichst Joevlin

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    Antworten
    1. Liebe Joevlin
      Vielen, vielen Dank für das liebe Kompliment und den zauberhaften Kommentar, der meinen Tag verschönert hat. Ich habe auch noch nie Valentinstag gefeiert glaube ich... :-)
      Hab den wundervollsten Sonntag
      Liebste Grüße
      Lotte

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  2. Hallo liebe Lotte, also ich kriege gern Valentinsgeschenke verstehe aber den Sinn immer noch nicht. Meine Tochter hatte früher immer Valendienstag gesagt und wir finden es heute immer noch herrlich und lachen darüber. Heute übrigens war sie mit ihrem Mann da und wir haben herrlich zusammen Kaffee getrunken. Ein kleiner Zettel stand an ihrer Tasse...alles Liebe zum Valendienstag.. Liebe Grüße von Elke

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