Direkt zum Hauptbereich

Wer warst du Addison Stone?

Als Addison Stone mit 18 Jahre von einer Brücke stürzte und starb hielt New York, und mit der Stadt auch die gesamte Kunstwelt, den Atem an.
Jung, talentiert, bildschön hatte Addison Stone alles, was einen Star ausmacht.
Ihre Kunstwerke? Überragend.
Ihre Leben? Schockierend!
Kaum ein Jahr in New York an der Kunsthochschule, stellte sie ihre Bilder bereits in Europa, New York und Asien aus. Sie war der gefeierte Star am Himmel der bildenden Künste. Bekannt durch ihr tollkühnes Project #53, bei dem sie ihr eigenes Selbstportrait aus einem New Yorker Museum stahl, sich dabei per Kamera aufnahm und anstelle des Bildes den Film auf die leere Fläche projizierte.
Wunderschön, begabt und originell führte sie das Leben eines jungen Stars, immer umringt von den Reichen und Schönen, umwittert von Skandalen. Die Klatschpresse liebte sie unter anderem wegen ihren von Dramatik geprägten Beziehungen und Trennungen.
Um ihren Tod ranken sich Verschwörungstheorien und Gerüchte. War es Mord? Selbstmord? Oder ein Unfall bei ihrem Projekt "Bridge Kiss"?
Adele Griffin geht dem mysteriösen Leben von Addison Stone in ihrem Buch "Das unvollendete Leben der Addison Stone" auf den Grund.
Sie lässt Freunde, ehemalige Liebhaber, Angehörige, Therapeuten und Neider der jungen Künstlerin zu Wort kommen und zeichnet so ein Leben nach, das viel zu früh endete.


Na? Überrascht noch nie etwas von Miss Stone gehört zu haben? 
Das müsst ihr gar nicht sein, denn Addison Stone hat nie gelebt.
Mit ihrem Roman ist Adele Griffin ein wahres Meisterwerk gelungen.
Real und hautnah taucht man in das Leben, die Dramatik und die Kunst einer jungen Frau ein, die nie wirklich gelebt hat, aber dennoch unter die Haut geht.
Dabei lässt sie nichts aus. Psychiatrische Vorgeschichte, die kurze Jugend in der Provinz, das Stipendium, das Leben in New York- all das wird anschaulich und klar geschildert und vermittelt das Gefühl Addison Stone wirklich nahe zu kommen.
Angefüllt mit wundervoller Kunst (die Bilder im Buch haben Kunststudenten gemalt) und Schnappschüssen aus Addisons Leben (dargestellt von der bildschönen Giza Lagarce. Bei Instagram könnt ihr einen Blick auf sie werfen), sowie dem Design eines Klatschmagazins einer High Fashion Zeitschrift, hat mich dieses Buch sofort gepackt.


Ich las es im Prüfungstrubel, zwischen zwei Prüfungen in denen nur 2! Tage Zeit waren. Genau diese zwei Tage brauchte ich auch, unterbrochen nur von der lästigen Lernerei, um Addisons Geschichte von Anfang bis Ende zu lesen.
Es ist lange her, dass mich ein Buch so gefesselt hat.
Wenn ihr also kunstverliebt seid, ein Faible für tragische Geschichten habt und ein wenig Fernweh in Richtung New York entwickeln wollt ist dieses Buch genau das Richtige für euch.
Selbst jetzt, nachdem ich es gelesen habe, blättere ich noch immer gerne darin, betrachte die wunderschönen Bilder und schmunzle über die unglaublich geniale Idee der Autorin eine Biografie zu schreiben, die eigentlich gar keine ist.
Wundervoll und einzigartig. Die passende Literatur für ein verschneites Wochenende auf der Couch ;)



Ich wünsche euch den wundervollsten Samstag
Liebste Grüße
Lotte

Kommentare

  1. Am besten - wie verwunderlich - gefällt mir das neugierige in`s Buch glotzende Bärchen

    Hansi

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Ich freue mich über eure Anmerkungen und Kommentare :-)

Beliebte Posts

Bücherliste Januar

Irgendwie ist der Januar wahnsinnig schnell vorbei gegangen und gleichzeitig fühlte er sich an wie eine Ewigkeit. Büchertechnisch sah der Beginn des Jahres eher mau bei mir aus. Ich habe ganze drei Bücher gelesen und mich irgendwie auch sonst im Januar ein bisschen verzettelt.
Ich glaube für mich beginnt das neue Jahr offiziell im Februar und ich zähle den Januar einfach als Testphase. Die drei Bücher der Testphase stelle ich euch natürlich trotzdem vor.



1. Der Report der Magd von Margaret Atwood Das Buch ist vor kurzem als Serie verfilmt worden und hat mehrere Emmys sowie zwei Golden Globes gewonnen. Leider kann ich dazu gar nichts sagen, da die Serie in Deutschland nur bei EntertainTV ausgestrahlt wird. Das Buch fand ich sehr bedrückend. Ich habe ja ein Faible für Dystopien und "Der Report der Magd" ist im wahrsten Sinne des Wortes dystopisch.  Was mich allerdings störte sind die Kritiken, die das Buch mit Orwell oder Huxley gleichzusetzen versuchten. Während die beiden Aut…

Weihnachtsgrüße

Die Sache mit Weihnachten ist die: Wir haben unzählige Erwartungen an die Stimmung, an das Fest, an die Geschenke, an das Essen und die lieben Verwandten. Wir erwarten Schnee, Kälte, Romantik und das perfekte Ambiente für eine heimelige Kulisse.
Irgendwie muss alles perfekt sein, klappt ja auch bei all den Bloggern. Die haben schließlich nie Streit am Weihnachtsmorgen, der Baum ist perfekt dekoriert und alle sind immer schön. Also bitte her mit der Perfektion, die sich wie eine Tube Honig über die nächsten Tage ergießt und alles im Keim erstickt, was annähernd gut sein könnte. Steinbeck hat einmal geschrieben "Now that you don't have to be perfect you can be good"  In diesem Sinne wünsche ich euch keine perfekten Weihnachten, keine perfekt angezogenen Menschen, kein perfektes Essen, das erst einmal vier Stunden bewundert und fotografiert werden muss, und keine sich perfekt benehmenden Kinder.  Stattdessen wünsche ich euch Freude, Ausgelassenheit und eine tüchtige Portion…

Mehr von dem guten Zeug bitte

Am Wochenende, während der Schnee die Welt ein bisschen weiß zauberte, kuschelte ich mich in Worte und Geschichten wie in eine warme Decke. Ich habe begonnen das erste Buch von Charlotte Eriksson zu lesen, ein Buch um das ich seit einem Jahr herum schlich. Gleich die ersten Sätze verzauberten mich und ich musste sie gleich allen möglichen Menschen schicken.  Ich las auch in "The Sun and her Flowers" von Rupi Kaur - noch so ein Buch, das ich schon ewig lesen wollte (und ja, ich muss dringend auch noch "Milk and Honey" dazu kaufen) und irgendwie bin ich gerade sowieso sehr sprach- und wortverliebt. Es gibt ja so Zeiten, gerade im Winter, da können Worte durchaus viel bewegen und verändern. 
Ich habe, während ich all die Gedichte und Geschichten las - und ich gebe zu das habe ich die ganze letzte Woche gemacht, wenn ich Zeit dafür fand-  gespürt wie ich innerlich ruhiger wurde und mir über viel Dinge klar wurde.  Und auf einmal führt dieser Post in eine völlig andere…