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Montagsmotivation: Fokus, Fokus, Fokus oder die Gedanken sind frei?

"Ich bau dir ein Schloss... So wie im Märchen" Lalalala
Heute ist Montag und für viele von uns beginnt eine neue Arbeitswoche. Da hängt man doch gerne in Gedanken noch einmal dem Wochenende nach oder träumt von künftigen Urlauben...
Oder man ist in Gedanken bei einem wichtigen Zahnarzttermin, dem letzten Streit mit dem (Ex)Partner oder in der Finanzplanung für die nächsten fünf Jahre.
Kurz gesagt: Häufig beschäftigen wir uns gar nicht so sehr mit dem was wir gerade tun, sondern sind in Gedanken ganz woanders.
Entgegen unserer alltäglichen Gewohnheiten gibt es einen Trend, der schon seit einiger Zeit durch die Dunstkreise der Psychologie wandert und inzwischen auch in diversen Lifestyleblogs und -magazinen angelangt ist:
Mindfulness ist das neue Schwarz. Das tragen jetzt alle.
Egal ob eine Tasse Kaffee trinken, die Steuererklärung machen oder in ein Pausenbrot beißen: Fortan machen wir das alles bewusst und achtsam. Ganz im Moment und bei der gegenwärtigen Tätigkeit.
Aber macht uns das wirklich glücklich? Oder ist es nicht vielleicht doch besser sich in Gedanken mit dem kommenden Urlaub zu beschäftigen, als mit einer langweiligen und blöden Tätigkeit?


Ob ein umherwandernder Geist wirklich unglücklich macht haben sich auch Killingworth und Gilbert in ihrer Studie aus dem Jahr 2010 gefragt und begonnen dieser Frage nachzugehen.
Um eine möglichst große und breit aufgestellte Menge an Probanden zu untersuchen entwickelten sie eine App fürs Iphone, die in Echtzeit Fragen zu aktueller Stimmung, Gedanken und Tätigkeiten stellte.
Mit der Entwicklung von Smartphone bieten sich inzwischen zahlreiche spannende Forschungsmöglichkeiten. Viele Psychologen sind ganz wild darauf Daten möglichst unkompliziert in Echtzeit erheben zu können, da Befragungen die sich auf Erinnerungen berufen sehr vielen Verzerrungen unterliegen. Natürlich werden solche Untersuchungen immer und ausschließlich mit dem Einverständnis des Probanden durchgeführt, ansonsten würden diese Studien gar nicht erst zugelassen werden.
Um ihre Fragen zu beantworten wie häufig die Gedanken der Menschen umher wandern. zu welchen Themen die Gedanken hinwandern und inwiefern sie Glück beeinflussen, werteten die Autoren eine Stichprobe von 2250 Erwachsenen aus (58,8% davon waren Männer).
Die Probanden beantworteten zu zufälligen Zeiten Fragen zu ihrerem gegenwärtigen Glücksgefühl, ihrer aktuellen Tätigkeit, ob diese angenehm oder unangenehm war, sowie dazu ob ihre Gedanken umherwanderten und zu welchen Bereich (angenehm/unangenehm/neutral).

Die Ergebnisse waren mit Sicherheit Musik in den Ohren aller Vertreter der Mindfulness/Achtsamkeit:
Zunächst einmal ist es so, dass die Gedanken über alle Aktivitäten hinweg (mit Ausnahme von Sex- wer hätte das gedacht) in 30% der Stichprobe umherwanderten.
Meiner Meinung nach ist das schon ziemlich beachtlich, wenn man bedenkt dass es sich hierbei ja nur um eine kurze Momentaufnahme handelt, einige Menschen also gerade wahrscheinlich Dinge taten, bei denen sie sich hoch konzentrieren mussten.
Das zweite signifikante Ergebnis war, dass Menschen tatsächlich unglücklicher waren, wenn sie in Gedanken woanders waren als bei ihrer aktuellen Tätigkeit und das auch über alle Aktivitäten (also inklusive der extrem unangenehmen) hinweg. Übrigens wanderten die Gedanken vermehrt hin zu positiven Dingen, als zu negativen oder neutralen.
Allerdings machte der Gedanke an positive Dinge nicht glücklicher als der Gedanke an die momentane Aktivität.
Dachten die Probanden an etwas neutrales oder gar negatives waren sie sogar unglücklicher, als wenn sie sich auf ihre momentane Aktivität konzentrierten.
Die Autoren gingen sogar soweit zu sagen, dass ein Umherwandern der Gedanken tatsächlich die Ursache für ein unglückliches Gefühl ist und nicht umgekehrt.
Und zu guter Letzt fanden die Autoren das folgende Ergebnis: Was die Menschen dachten war ein viel größerer Prädiktor (also vorhersagender Wert) als das was sie gerade taten.

Und was sagt uns das? Manchmal ist es gar nicht schlecht sich ein wenig in Disziplin zu üben und die Gedanken zurückzupfeifen wie einen kleinen Hund (Bitte stellt euch an dieser Stelle einen knuffigen kleinen Streuner vor, den ihr ein wenig erzieht und der freudig auf euch zugelaufen kommt).
Und, wenn man schon in Gedanken woanders ist, dann doch lieber beim letzten Urlaub als bei Zahnarzt. Man muss sich die schlechte Laune ja nicht auch noch selbst herbeirufen, oder? ;)



Ich wünsche euch einen achtsamen und fokussierten Start in die neue Woche
Liebste Grüße
Lotte

Die Studie: Killingsworth, M. A., & Gilbert, D. T. (2010). A Wandering Mind Is an Unhappy Mind. Science, 330(6006), 932. doi:10.1126/science.1192439  

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