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Montagsmotivation: Zielsetzung kann glücklich machen

Heute geht es in der Montagsmotivation um ein Thema, das mir irgendwie besonders viel Spaß macht: Zielsetzung.
Ich mag es mir Ziele zu setzten, mir zu überlegen, wie ich sie erreichen kann und dann die nächsten logischen Schritte dorthin zu machen. Und außerdem bin ich wirklich gerne fleißig :)
Natürlich können sich Ziele verändern. Und selbstverständlich sollten sie erreichbar bleiben und Freude bringen. Auch bin ich kein Fan davon vor lauter Zielen und Plänen das Leben zu vergessen. Im Gegenteil, das Leben besteht schließlich nicht nur aus To Do Listen und konkreter Zielabsteckung. Das wäre nun auch ein bisschen langweilig. 
Trotzdem eine Richtung zu haben, in die ich mich bewege finde ich sehr wichtig und dafür mag ich Ziele, die man verfolgt. Sei es der Studienabschluss, die Suche nach einem Job, das Ziel gesund zu leben oder eben die Sache mit der Weltherrschaft. ;)



In ihrer Studie aus dem Jahr 2008 untersuchten McLeod et al* inwiefern sich Gruppen in ihrem Wohlbefinden unterscheiden, je nachdem ob sie ein Training zur Zielsetzung und Planung erhielten.
Hierfür wurden die Probanden in zwei Gruppen unterteilt. Die eine Gruppe erhielt eine dreiwöchige Intervention zum Thema Zielsetzung und Planung, die andere Gruppe nicht. Sowohl vorher als auch nach den drei Wochen wurde bei beiden Gruppen das psychische Wohlbefinden (well-being) mittels einer dafür sehr bekannten und häufig verwendeten Skala, dem PANAS (Positive and Negative Affect Scale), sowie die Lebenszufriedenheit und die von den Probanden selbst beurteilte Effizienz erfragt.
Tatsächlich war jene Gruppe, die eine Intervention erhielt, am Ende der Intervention zufriedener mit ihrem Leben, schätze sich selbst als effizienter ein und hatte höhere Werte auf der Postive Affect Skala. Und, logischerweise, schätze sich diese Gruppe nach der Interventionsgruppe auch als effizienter ein als zu Beginn der Studie. Besonders ausgeprägt waren diese Veränderungen übrigens bei denen, die an allen Sitzungen der Intervention teilgenommen hatten. 
Die Kontrollgruppe veränderte ihre Werte hingegen nicht. 
Eine Interaktion zwischen Gruppen (also Interventionsgruppe vs. Kontrollgruppe) und Zeit (vor vs. nach der Intervention) bestand übrigens ausschließlich für Lebenszufriedenheit und selbst eingeschätzter Effizienz. Das bedeutet: Das Zusammenspiel zwischen Gruppenzugehörigkeit und Zeitpunkt der Messung, unterschied sich ausschließlich bei der Lebenszufriedenheit. 



Um zu testen, ob man auch Effekte erzielen kann, wenn die Gruppenmitglieder nicht engmaschig betreut werden, sondern die Übungen selbstständig ohne Gruppenleitung durchführen, begannen McLeod et al. eine zweite Studie. Erneut wurden die Probanden in zwei Gruppen aufgeteilt.
Während die erste Gruppe umfangreiches Material zum Thema Zielsetzung und Planung erhielten, durch das sie sich arbeiten sollten, war die andere Gruppe erneut die Kontrollgruppe.
Das Training ging dieses Mal über fünf Wochen, um den Probanden zu erlauben sich zeitlich flexibel mit dem Material auseinander zu setzten. Vor Beginn der Intervention, am Ende der 2., 4. und 5. Woche bestand ein kurzer Telefonkontakt, der strukturiert und fokussiert auf bestimmte Themen und Fragen einging. Wie zuvor wurden zu Beginn und Ende der Untersuchungen Messungen zum Thema Well-being, Lebenszufriedenheit und selbst eingeschätzte Effizienz erhoben. 
Erneut stiegen bei der Interventionsgruppe der Positive Affekt und die selbst eingeschätzte Effizienz, während die Werte der Kontrollgruppe unverändert blieben. Dieses Mal verbesserten sich jedoch auch die Werte für den Negative Affect. Beachtlich fand ich, dass die Probanden der Interventionsgruppe vor Beginn der Intervention unzufriedener mit ihrem Leben waren und nach der Intervention das Maß der Kontrollgruppe erreichten. Die Veränderung war jedoch nicht statistisch signifikant. 
Eine Interaktion zwischen den Gruppen (also Interventionsgruppe vs Kontrollgruppe) und Zeit (vor vs. nach der Intervention) bestand hier übrigens beim Positiven Affect, beim Negativen Affect und bei der Lebenszufriedenheit, nicht jedoch bei der selbst eingeschätzten Effizienz. 

Und was heißt das jetzt genau?
Ziele sind super! Wenn wir uns Ziele setzen und wissen wie wir sie verfolgen können, kann unsere Lebenszufriedenheit steigen, wir haben mehr positive Affekte und vielleicht sogar weniger negative Affekte und möglicherweise schätzen wir uns selbst auch als effizienter ein.
Wie immer sind solche Ergebnisse jedoch mit Vorsicht zu genießen. Die von mir vorgestellte Studie war recht klein, es gab wenig Versuchspersonen, die zu einem Großteil aus Psychologiestudenten bestand (Der Psychologiestudent ist quasi die Laborratte der Psychologischen Forschung) und auch die Effekte waren zahlenmäßig eher klein. 
Dennoch fand ich den Ansatz interessant. 

Zielplanung und -erreichung ist meiner Erfahrung nach etwas, das uns alle beschäftigt.
Deswegen stelle ich diese Woche ein wenig unter das Motto "Zielsetzung und Organisation", stelle euch eine Methode der Planung vor, die ich für mich entwickelt habe, (Achtung nicht wissenschaftlich erprobt, aber mir gefällt sie sehr) und nehme euch ein bisschen mit in die Unterwelten der zwanghaft angehauchten gut strukturierten Lotte. 
Wer gar nicht bis Mittwoch abwarten kann, der kann ja noch einmal zu diesem Post klicken. Dort habe ich euch bereits ein paar Ideen zur Organisation aufgeschrieben.
Ich freue mich auf eine Woche zum Thema "Ziele" und wünsche euch den herrlichsten Start in den Montag

Liebste Grüße
Lotte

* Studie:
MacLeod, Andrew K.;Coates, Emma; &  Hetherton, Jacquie (2008). Increasing well-being through teaching goal-setting and planning skills: results of a brief intervention
Journal of Happiness Studies,  9 (2) , 185-196. 

Kommentare

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