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Ein hochherrschaftlicher Ausflug

Eine Kleinigkeit habe ich euch nicht verraten als ich am Mittwoch darüber schrieb, wie ich lange Arbeitstage überstehe, dabei ist das ein absolut wichtiger Bereich:
Bei all der Arbeit und dem fleißig sein, bin ich bereit von jetzt auf gleich alles stehen und liegen zu lassen für Menschen, die mir wichtig sind oder Aktionen, die mir viel Freude bringen.
So auch letzten Sonntag. Eigentlich hatte ich einen Tag eingeplant, der meiner Masterarbeit gewidmet sein sollte. Dann klingelte mein Telefon und eine meiner liebsten und besten Freundinnen rief mich an.
Spontan fragte sie mich, ob ich nicht Lust hätte mit ihr, ihren kleinen Schwestern, ihrem Vater und einer ihrer Freundinnen das Püchauer Schloss zu besuchen.
Zunächst schwirrten mir all die Dinge im Kopf herum, die ich noch zu erledigen hatte, To Do Listen tanzten vor meinen Augen und ich war kurz davor abzusagen. Doch dann kam mir wieder ein Zitat von Steve Jobs in den Kopf, nach dem ich sehr häufig entscheide ob ich etwas mache oder nicht:

"Remembering that I'll be dead soon is the most important tool I've ever encountered to help me make the big choices in life.

[...]

Remembering that you are going to die is the best way I know to avoid the trap of thinking you have something to lose. You are already naked. There is no reason not to follow your heart"

(Sinngemäß: Sich daran zu erinnern, dass ich ich bald tot sein werde, ist das wichtigste Werkzeug, das ich je benutzt habe um mir bei den großen Entscheidungen in meinem Leben zu helfen. Sich daran zu erinnern, dass du sterben wirst ist der beste Weg die Falle zum umgehen zu denken, dass du etwas zu verlieren hast. Du bist bereits nackt. Es gibt keinen Grund nicht deinem Herzen zu folgen)



Was sehr morbide klingt, ist nichts anderes als eine ausgezeichnete Erinnerung daran im Moment zu leben und zu entscheiden was man im Leben will.
Ertrinke ich also in Pflichten und eine fabelhafte Ablenkung kommt um die Ecke, was natürlich häufig der Fall ist, stelle ich mir die folgende Frage: "Wenn ich morgen sterben würde- würde ich bereuen das heute abgesagt zu haben?" Und dann entscheide ich.
Mit lieben Menschen Zeit zu verbringen ist meistens etwas, das absolute Priorität bei den Entscheidungen hat.
Ablenkungen durch Menschen, bei denen ich mich unwohl fühle, haben natürlich keinen Platz in Zeiten, die voller Produktivität sind.
Eine Party auf der sich alle betrinken und ich am nächsten Tag nicht aus den Augen gucken kann, fällt ebenso raus, wie unnötige Whatsapp Chats darüber wie das Wetter ist. (Und beides vermisse ich kein Stück)
Ruft eine allerliebste Freundin an, um mich zu einem Schlossausflug  mit ihrer Familie und einer fabelhaften Frau zu entführen, die ich bis dahin nicht kannte, dann fällt genau das in die Dinge, die ich bereuen würde, wenn ich sie absage.




Also sagte ich zu und hatte den fabelhaftesten Nachmittag mit großartigen Menschen, voller Lachen, einer etwas eigenartigen Schlossführung (die sich schön allein deswegen lohnte und für immer ins Gedächtnis einbrannte), toller Gespräche, einem unerwarteten Regenschauer und gigantischer Kuchenstücke.

Solche Nachmittage sind es, die mich neue Kraft schöpfen lassen und meine Produktivität an den nächsten Tagen durch die Decke sprießen lassen.
In diesen Auszeiten, auch wenn sie spontan und ungeplant kommen , denke ich nicht an den Berg Arbeit auf meinem Schreibtisch oder an ellenlage To Do Listen, sondern ausschließlich an diesen Moment.
Und, ganz ehrlich, wer bitte kann bei dieser herrschaftlichen Kulisse an eine Masterarbeit denken?

Was sind eure liebsten Ablenkungen? Wie entscheidet ihr ob eine Ablenkung Platz in eurem vollen Kalender hat oder nicht?

Ich wünsche euch den wundervollsten Start ins Wochenende
Liebste Grüße
Lotte

Kommentare

  1. Hallo liebe Lotte, Püchau ist ein antiker Ort für Feste..ich hab dort kürzlich Töchterleins Abifeier miterlebt..ist schon romantisch..Liebe Grüße von Elke, die ihre Zeit auch am liebsten mit bekömmlichen Zeitgenossen verbringt.

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