Direkt zum Hauptbereich

Montagsmotivation: Der Traum der leeren Schränke

Die heutige Montagsmotivation beschäftigt sich mit einem Thema, das momentan einmal wieder durch alle Lifestyleblogs, Zeitschriften und Radiosendungen wandert:
Der "Magie" des Aufräumens und Ausmistens.
Da ich mich in letzter Zeit immer mehr mit dem Thema Minimalismus beschäftige, ging der neue Hype auch an mir nicht vorbei.
Lange darum herum geschlichen, viel darüber nachgedacht und gezögert, wanderte das Buch "Magic Cleaning - Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert" in Berlin letztendlich in den Einkaufskorb. Voller Neugier verschlang ich es während einer langen Zugfahrt von Hamburg nach Leipzig und freute mich unbändig darauf meine Wohnung zu entrümpeln, aufzuräumen und - so verspricht es die Autorin- letztendlich mein Leben für immer zu verändern.
Wenn das mal nichts ist ;)
Und so war es Sonntag vor einer Woche endlich soweit. Ich hatte Müllsäcke gekauft, mich von der Welt abgesondert und begab mich morgens um neun daran alles aus meinen Schränken zu kramen und vor mir auf den Fußboden zu legen. Mein erster Gedanke war:

OHA. SO VIEL ZEUG!

Mein zweiter Gedanke:

DAS SCHAFFE ICH NIEMALS ALLES EINZURÄUMEN!!!

Aber Marie Kondo versprach es würde mein Leben verändern und so machte ich mich an die Arbeit.
Jeder einzelne Gegenstand in meiner Wohnung sollte fortan unter dem Aspekt betrachtet werden ob er mich glücklich macht. Folgerichtig landeten natürlich zuerst die Steuerunterlagen im Müll ;) (Kleiner Scherz!!!)

Kleidung,Bücher, Krimskrams, alles unterzog ich einer kritischen Betrachtung, fragte mich "Macht mich das glücklich?" und kam danach zu dem Schluss es entweder zu behalten oder wegzuwerfen/zu spenden.
Danach wurde sortiert und eingeräumt, gestapelt, verstaut und überlegt.
Die Aktion ging über den gesamten Sonntag, machte viel Spaß und raubte einiges an Nerven.
Am Abend öffnete ich mit größter Begeisterung Schränke und Schubladen, schleppte Müllbeutel hinunter und freute mich über die neu gewonnene Ordnung.

Ein paar Dinge machte ich jedoch anders als Marie Kondo es in ihrem Buch empfahl und bin darüber sehr glücklich.
Eine kurze Zusammenfassung dazu was ich tat und wie ich das Ganze etwas modifizierte.



1) Alles auf einmal
Marie Kondo empfiehlt alles in einem Rutsch auf einmal auszuräumen, auszusortieren und erst dann wieder einzuräumen.
Da ich allerdings keine Wochen Zeit hatte und Chaos um mich herum nur sehr schwer ertragen kann, beschloss ich das Ganze in Etappen aufzuräumen. Sprich: erst entrümpelte ich meine Kleidung und hängte sie danach wieder auf, dann sorgte ich mich um Bücher und Unterlagen und zum Schluss um Krimskrams. Küche und Bad ließ ich sogar erst einmal komplett außen vor, weil ich den Sonntag fertig werden wollte. Die Autorin empfiehlt zwar dieselben Etappen, plädiert jedoch ganz genau für "alles in einem Rutsch" also erst aussortieren, dann aufräumen. Mich machte das viele Chaos um mich herum nervös. Also räumte ich sofort wieder ein.
Für mich war das genau die richtige Methode.

2) Alles wegwerfen.
Ganz ehrlich? Das war ein Punkt, der mich fast ein bisschen wütend machte. Wir produzieren so viel Müll, dass ich es eine Schande finde Dinge wegzuwerfen, die noch gut sind, nur weil ich mich nicht mehr daran freue.
Gerade was Bücher und Kleidung angeht ist das eine Verschwendung. Stattdessen brachte ich meine aussortierte (und noch gute!) Kleidung zu Oxfam, legte Bücher für meine Nachbarn aus und verschickte etwas als Geschenk von dem ich wusste, dass sich die Beschenkte wahnsinnig darüber freuen würde. Ich hatte damit das Gefühl Menschen in meiner Umgebung etwas Gutes zu tun, ihnen eine Freude zu machen und nicht einfach alles in die Mülltonne zu werfen.
Diese Methode funktioniert für mich sehr viel besser

3) Alles falten 
OH JA! Ich bin seit letztem Sonntag ein großer Fan davon meine Kleidung zu falten und nebeneinander aufzustellen anstatt sie übereinander zu stapeln. Wunderbar! Ich habe so viel Ordnung, System und übersicht wie noch nie zuvor. Großartig. Es gibt unzählige Tutorials wie die Falttechnik von Marie Kondo funktioniert und ich bin überzeugt.



4) Alles an einen festen Ort
Ich hatte schon immer feste Orte für jedes Ding im Haus, achte aber seit Sonntag noch ein wenig genauer darauf. Diese Methode ist wunderbar um Ordnung zu halten und nicht ständig suchen zu müssen. Marie Kondo geht sogar soweit zu sagen, dass Taschen IMMER komplett geleert werden sollten, wenn man nach Hause kommt und alle Dinge inklusive Portemonnaie und Handy einen festen Platz haben sollten. Das funktioniert für mich super. Ich habe mich in der letzten Woche nicht ein einziges Mal gefragt ob ich alles eingepackt habe und wo alles ist, sondern konnte mir die Dinge in einem Rutsch greifen und losstiefeln.

Besser geht es nicht. Tiefe Erkenntnis ich weiß ;)

5) Fazit: Alles Ordnung oder was? 
Insgesamt fand ich die Aufräumaktion fantastisch. Sie war anstrengend, hat mir sehr viel Spaß gemacht und auch wirklich etwas gebracht. Ich bin, zumindest in meiner eigenen Wohnung, ohnehin ein sehr ordentlicher Mensch, der sich bei Chaos nicht wohl fühlt und gerne klare Strukturen hat. Durch das Buch von Marie Kondo habe ich noch einige Tricks gelernt, wie ich meine Umgebung gut organisieren kann.
Tatsächlich war die verblüffendste Erkenntnis der Aktion folgende:
Obwohl ich viel weniger Kleidung im Schrank habe, stand ich nicht einen einzigen Morgen mit diesem unbefriedigenden "Ich habe nichts zum Anziehen" davor. Stattdessen wusste ich immer sofort was ich gern anziehen möchte und fühlte mich rundherum wohl. Dabei war ich abwechslungsreicher gekleidet als zuvor und freute mich jeden Tag über die schier unendlichen Kombinationsmöglichkeiten. Besitzt man nur noch Kleidung, die man liebt, so ist es sehr viel leichter zu entscheiden was man tragen möchte.
Auch mein Kleiderschrank sieht nach über einer Woche noch genauso ordentlich aus wie zu Beginn und das nicht, weil ich so viel Zeit zum Aufräumen gehabt hätte (schön wäre es), sondern weil sich das Ordnungs- und Faltprinzip gehalten hat.
Die Sache mit dem "alles sofort finden" ist natürlich auch von Vorteil und spart unendlich viel Zeit.
Alles in allem kann ich das Buch nur empfehlen. Mein Leben hat es nicht mit einem Schlag auf den Kopf gestellt, ich habe einiges modifiziert und auf mich angepasst, aber es hat auf jeden Fall ordentlich (es kalauert so herrlich) etwas bewirkt.


Wie ist das bei euch? Seit ihr kleine Ordnungfanatiker oder fühlt ihr euch bei Chaos am wohlsten? Ich habe immer das Gefühl nicht richtig frei denken zu können, wenn zu viele Dinge um mich herum sind und mich ablenken. (Deswegen könnte ich auch nie beim Lernen Musik hören)

Ich wünsche euch den wundervollsten Start in die Woche
Liebste Grüße
Lotte

Kommentare

  1. Guten Morgen. :)
    Ich muss ehrlich sagen, dass ich in meiner eigenen Wohnung ein ziemlicher Chaot bin. Auf der einen Seite hasse ich es, wenn es klinisch aufgeräumt aussieht, aber auf der anderen Seite, macht es mich auch wahnsinnig, wenn alles nur sinnlos rumliegt. Ich weiß, klingt schizophren. ;)
    Die Techniken, die du angesprochen hast, hören sich wirklich gut an. Vielleicht sollte ich mir das Buch auch mal zu Gemüte führen. So lange werde ich mal versuchen, einige von der angesprochene Tipps zu nutzen. :)

    Viele liebe Grüße,
    Anna

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Guten Morgen liebe Anna,
      Ich gebe zu: Als ich bei meinen Eltern wohnte war ich auch ein echter Chaot. Das hat sich irgendwie erst in der Zeit als ich eine eigene Wohnung hatte geändert.
      Und auch die Wandlung von bunt und durcheinander zu klaren Strukturen und wenig Farbe kam erst nach und nach.
      Das Buch ist wirklich nicht schlecht. Mir persönlich ist sie jedoch an einigen Stellen zu radikal. Ein bisschen Kram darf schon bleiben ;)
      Viele Grüße
      Lotte

      Löschen
  2. Manchmal verschafft einem die äussere Ordnung eine innere Ordnung und Gelassenheit. Falls Du ihn noch nicht kennst, der Blog zum Thema von "Fräulein Ordnung" ist toll.
    Herzlichst Joevlin

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Ich freue mich über eure Anmerkungen und Kommentare :-)

Beliebte Posts

(W)Mut zur Veränderung?

Gestern brach in Hamburg das Inferno aus. Bilder, die eigentlich nicht so richtig hierher passten, strömten durch die sozialen Medien. Es gab riesige Aufschreie wer, wann, wie, warum angefangen hat und schuldig ist und mir verursachte das alles, um ehrlich zu sein, ein starkes Gefühl von Übelkeit. Und wisst ihr warum?
Weil, um ehrlich zu sein, das ganze Auto abbrennen, Brandsätze werfen und Leute zusammen schlagen das Niveau eines Zweijährigen hat, der das hübsche Spielzeug kaputt macht, weil es dem Nachbarskind gehört. Wobei, ich muss mich offiziell bei allen Zweijährigen entschuldigen, die sind nicht so.
Bin ich mit allem einverstanden, was die G20 veranstalten? Mag ich Donald Trump? Finde ich, dass wir keine Mitspracherechte haben sollten? NEIN.
Ich bin ein erklärter Freund der Demokratie. Ich stehe ein für Versammlungsfreiheit und das Recht zu demonstrieren. Ich stehe auf für die Menschenrechte und bin dafür, dass jeder Mensch unabhängig vom Status seiner Familie, seiner Religion,…

Vom Heimweh oder vom guten Gefühl der Melancholie

Am letzten Wochenende war ich in Leipzig. Eine liebe Freundin von mir feierte eine große WG Party und ich traf mich außerdem mit Dr. Ralf Friedrich (seinen Gastbeitrag könnt ihr hier lesen), seiner wundervollen Freundin und dem nicht minder wunderbaren Hund Professor Lupin. 
Und ich bekam Heimweh.  Heimweh bekomme ich jedes Mal, wenn ich nach Leipzig fahre. So ein komisches Ziehen in der Bauchgegend und ein bisschen schlucken müssen, wenn ich nach Hannover zurück kehre.  Und irgendwie macht mich das immer ein bisschen unzufrieden. Denn, um ehrlich zu sein, ist das Jammern auf hohem Niveau. Schließlich ist es nicht so, dass ich zurück in die Hölle fahre, sondern zu lieben Freunden, einer Arbeit, die mir großen Spaß macht und so vielen Veranstaltungen, dass ich das Ganze auch locker in ein halbes Jahr packen könnte.  Und trotzdem ist es nicht einfach. Als ich nach Hannover zog dachte ich, es wäre vorbei mit Leipzig. Ein neuer Lebensabschnitt steht an und ich werde gar keine Zeit haben …

Montagsmotivation - Sei dein eigenes Einhorn

An diesem Wochenende stand viel unter dem Stern der Tierwesen. Ich kaufte ein Poster mit einem Einhorn in Therapie, traf einen Dinosaurier auf einer Party und wurde allseits für meine Tasche gefeiert, auf der ein Einhorn felsenfest behauptet: I don't believe in humans.
Warum ich euch das erzähle? Nun, ich habe ein wenig überlegt und bin zu dem Schluss gekommen, dass etwas mehr Exzentrik in mein Leben gehört.
Seit ich aufgehört habe zu studieren und mein eigenes Geld verdiene, bin ich ein wenig angepasst geworden. Vor lauter neu sein und alles entdecken, habe ich mit einem Mal angefangen sehr viel Wert auf das Bild zu legen, das ich nach Außen präsentiere und versucht das ein wenig zurecht zu biegen. Allerdings habe ich dabei ein wenig vergessen, dass mich Angepasstheit eigentlich gar nicht ausmacht.. Denn ganz ehrlich? Ich mag mich eigentlich genauso wie ich bin. Mit einer festen Meinung ohne immer allen gefallen zu wollen und gemocht zu werden, mit all den Herr der Ringe Zitaten,…