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Let's talk about Sugar Honey... Teil 2

Wie versprochen gibt es zum heutigen Montag den zweite Teil meiner "Let's talk about sugra, Honey" Reihe, in der ich euch von meiner Woche ohne Zucker, Weißmehl (naja eigentlich insgesamt Mehl) und Alkohol erzähle. Dafür habe ich jeden Abend kurz tagebuchartig an diesem Post geschrieben. Er ist also etwas gestückelt- hat aber großen Spaß gemacht.

Tag 1: Dinge, die man vermeiden sollte
Mein erster Tag ohne Zucker beginnt morgens um 6 Uhr... an einem Samstag und NEIN ich musste nicht arbeiten.
Geweckt wurde ich durch böses Sodbrennen und Kopfschmerzen.
Die fette Pizza und das Bier vom Abend zuvor rächen sich mit einem Schlag. Aber irgendwie hat mich die Vorstellung jetzt eine Woche weder Pizza noch Bier zu mir zu nehmen dazu verleitet mich der Versuchung hinzugeben (das und die Tatsache, dass ich wie eine Verrückte mit dem Fahrrad durch Leipzig gekurvt bin... In langen Sachen... Bei höchsten Sommertemperaturen- laaaange und sehr witzige Geschichte, wenn sie jemand anderem passiert).
Vielleicht sollte man Dinge, die man auch so kaum isst (Pizza) und Getränke, die alle Jubeljahre mal getrunken werden, nicht binnen weniger Augenblicke hinunter geschlungen werden.
Und wir reden hier nicht von einer kleinen Pizza. Oh Girl, das war die MAXIversion.
Naja, lohnt sich das mit dem "Detox" wenigstens, denke ich mir als ich meine Tablette gegen Sodbrennen in mich bringe.
Schlafen kann ich aber nicht mehr. Gut, dann kann ich auch die Sachen für die Geburtstagsparty in Dresden vorbereiten und einen Trainingsplan erstellen.
Mach ich dann auch. Dann mache ich Hardcore Sport. So richtig mit Autsch und Sieg des Willens über meinen Körper. Dann schaue ich auf meinen Frühstücksplan:
Ein GRÜNER SMOOTHIE!!! Was? Davon werde ich niemals satt, denke ich mir, als ich Banane und Spinat in den Mixer stopfe und alles mit Wasser auffülle.
Beim Trinken versuche ich mir bewusst zu machen wie viele Lebensmittel ich zu mir nehme und stelle mir vor, dass ich ganz satt werde. Imagination ist alles.
Dann gehe ich einkaufen. Mit 35€ bin ich völlig im Rahmen, zumal viel fancy Zeug dabei ist, das ich nur ein Mal im Monat kaufe.
Das Mittagessen, ein Kichererbsensalat, sättigt ebenso gut wie mein Snack aus frischen Beeren mit Hüttenkäse.
Dann fahre ich, bepackt mit Quinoasalat laut Plan und Broten für die anderen, nach Dresden.
Beim Geburtstag ertappe ich mich dabei, dass ich allen Leuten von meinem Ernährungsplan erzähle. Ich werde gehörig dafür ausgelacht. Zurecht, ich würde es nicht anders machen.
Stelle fest: Ich muss mich echt in den Griff bekommen und nicht jedem erzählen: "Ach übrigens esse ich keinen Zucker und trinke keinen Alkohol" Ist nämlich irgendwie nicht so der Partyburner.
Warum auch immer.
Am Ende werde ich schwach, nehme mir zusätzlich zum Quinoasalat ein wenig Tomatensalat (selbstgemacht ohne Zucker) und eine Scheibe Dinkelvollkornbrot (selbst gebacken OHNE Zucker), beim Alkohol bleibe ich standhaft. YAY.


Tag 2: It's a hard knock Life Baby
Kleine Anmerkung am Rande: Ich verdiene für den zweiten Tag eine Medaille für Standhaftigkeit.
Einen Streetfood Markt zu überstehen ohne dort etwas zu essen oder zu trinken - mit Ausnahme von Wasser- ist nicht so einfach. Schon gar nicht, wenn dort italienische Dolci angeboten werden, für die ich eine heimliche Schwäche habe.
ABER ich habe es geschafft. Woher auch immer ich diesen eisernen Willen hergezaubert habe, er war da.
Ansonsten begann Tag Zwei mit einem milden Schock: Über einen Kilo hatte ich abgenommen und das obwohl ich den Tag zuvor knapp 4 Liter Wasser getrunken habe.
Das war nicht geplant. Ich bin sehr stolz darauf, dass mein Gewicht im normalen Bereich liegt und will keineswegs davon wieder runter. Eine kurze Intervention mit einer befreundeten Medizinstudentin ergibt: Kein Problem. Der Körper baut zuerst Kohlehydrate ab, die mit Wasser ummantelt sind. Dieses Wasser habe ich verloren, nicht weiter schlimm und auch mit 4 Litern Wasser am Tag nicht auszugleichen.
Ich beschließe allerdings kurzerhand sofort mit dem Experiment aufzuhören sollte der Gewichtsverlust in diesem Maße weiter gehen. Ich habe schließlich keine Lust am Ende wie ein Skelett auszusehen.



Tag 3. Beschlüsse
Der Gewichtsverlust hält sich mit weiteren 500g in Grenzen. Und nein, das sind keine "normalen Schwankungen" bei mir. Tatsächlich hält sich mein Gewicht seit Monaten konstant auf einer Zahl. Wie auch immer ich das anstelle ;)
Ich beschließe dennoch, dass ich keinesfalls von 4 Salatblättern und 8 Champignons zum Abendessen satt werde. Stattdessen "cheate" ich und mache mir eine Gemüse Frittata aus Unmengen buntem Gemüse, etwas Käse, Hüttenkäse und Hafermilch. Soooo gut! Die Reste eignen sich perfekt zum Mitnehmen am nächsten Tag.
Ich habe ein wenig schlechtes Gewissen ob meines "Cheatmeals", beschließe dann allerdings dass es Quatsch ist sich verrückt zu machen denn
1. Ist das Essen komplett frei von Zucker und Kohlehydraten und
2. War hungern nie im Plan vorgesehen ;)



Tag 4. Ein Königreich für einen Brownie
Nicht mein Tag. So gar nicht irgendwie. Ich bin grummelig und auch ein bisschen traurig.
Solche Tage gibt es. Nicht oft, aber sie kommen vor. Normalerweise würde ich mir dann abends einen schönen Schokobrownie gönnen. Ein bisschen lache ich über mich selbst, weil ich wahrscheinlich der einzige Mensch auf Erden bin, der zu doof ist ein pochiertes Ei zu fabrizieren.
Esse also verunglücktes weich gekochtes Ei (selbst das hat nicht geklappt) und dazu eine halbe Avocado. Immerhin: Es ist unglaublich sättigend.

Hafermilch habe ich in dieser Woche selbst hergestellt, da die Hafermilch im Handel voll mit zusätzlichem Zucker ist. 
Tag 5. Da war was mit Essen?
Ich stecke völlig vertieft in den Vorbereitungen für eine letzte Prüfungsleistung. Es geht darum theoretische Hintergründe meiner Masterarbeit in 3-5 Minuten zu präsentieren und dazu ein wissenschaftliches Poster zu gestalten. (Randbemerkung: Wissenschaftler stehen auf Poster mit vielen Zahlen und Abbildungen ABER in hübsch---).
Zum ersten Mal in meinem Leben notiere ich einen Vortrag komplett. Ansonsten bin ich ja eher der typische Rheinländer und sage halt irgendwas. Dieses Mal bereite ich mich vor- eine ungewohnte Erfahrung.
Und ich habe einen Probanden in Dresden
Ob und was ich esse nehme ich kaum wahr. Und JA ich muss das Poster noch einmal drucken lassen. Tatsächlich ist da ein Tabstop wo keiner sein sollte und bei der letzten Draufsicht in der Druckerei war genau DA die Maus drüber. Perfektionismus lässt grüßen ;)



Tag 6 Irish Puberlebnisse beim Fußball gucken 
Der Kellner fragt vorsichtshalber noch einmal nach was ich bestellt habe.
Selbstbewusstes Lächeln und die Antwort: "Einen Grünen Tee, bitte" Stirnrunzeln, notieren, seltsame Blicke. Ich bin zum Fußball gucken im Irish Pub verabredet und ich weiß nicht, was den Kellner mehr verwirrt. Die Tatsache, dass ich ein Heißgetränk im Hochsommer bei hohen Temperaturen bestelle oder, dass es nichts mit Alkohol ist. Er bringt mir meinen Tee entsprechend grinsend mit den Worten "Tea Time" und wundert sich, dass ich nichts esse.
Ich mich auch. Normalerweise würde ich jetzt irgendetwas knabbern. Aber inzwischen bin ich ein Meister der Selbstdisziplin. Selbst die von meinen Freunden angebotenen Kartoffelecken lasse ich unberührt. Lotte ist tapfer und hat ihren Essensplan. Mir wird erneut bewusst wie viel ich esse ohne so richtig darauf zu achten. Verzichtet man eine Woche darauf merkt man plötzlich erst wann man wo etwas einfach so nebenher isst.


Tag 7 Vortragskünstler ohne Eis
Jaaaaa Vortrag mit Lampenfieber kann ich. Wow. Kenne ich so gar nicht von mir. Vielleicht liegt es daran, dass es meine letzte "richtige" Prüfungssituation vor der Masterarbeit ist. Es läuft aber alles gut. Rein theoretisch wäre es der perfekte Tag um sich mit einem Eis zu belohnen. ABER ich will durchhalten und mir beweisen, dass eine Woche ohne so etwas möglich ist. Also bleibe ich eisern und belohne mich stattdessen mit einem entspannten Bad, Game of Thrones und einer Gesichtsmaske. Dazu trinke ich stilles Wasser. Ich bin noch immer die Königen der Hydration. Und Morgen, Morgen ist es vorbei :)


Tag 8 The Day After
In weiser Voraussicht habe ich für die nächste Woche einen Essensplan aufgestellt. Punkt eins auf meiner Essensliste: Selbstgemachte Pancakes. Aus Quinoamehl (selbstgemacht) und Banane. Sehr, sehr guter Stoff. Dazu gibt es Tonnen von Obst und ein winziges bisschen Ahornsirup (erstaunlich wie süß der plötzlich schmeckt). Mittags esse ich "normal" zuckerfrei und ohne Kohlehydrate. Es gibt eine großartige Gemüsepfanne. Doch dann beginnt der Tag der Dekadenz. Ich bin zum Kaffee trinken verabredet, bestelle mir aus reiner Gewohnheit eine hausgemachte Mangolimonade ohne Sirup (bei der Bestellung bricht der Kellner beinahe in Tränen aus- eine Bekannte am Tisch war nämlich offenbar gerade auch auf dem "ich esse keine Fructose" Trip und hatte ihm die Limo ohne Sirup aus den Rippen geleiert). Passenderweise esse ich dazu ein gigantisches Stück Limettenkuchen.
Abends geht es dann mit Freunden ins neu eröffnete "Hans im Glück" und danach zu einem 30. Geburtstag. Burger, Alkohol und selbst gebackenes Brot lassen grüßen.
Beware: Lotte is back in town.
Ich erliege der süßen Versuchung und fühle mich ganz wunderbar dabei

Fazit: 
In den sieben Tagen habe ich zwei Kilo abgenommen (ungeplant) und 2cm an Taille verloren. Ich war genauso leistungsfähig wie zuvor, habe weiterhin Sport gemacht und nicht gehungert. 
Ein Leben ohne Zucker, weißes Mehl/Gluten und Alkohol ist möglich, sogar sehr gut. Schwierig wird es in dem Moment, in dem es daran geht auswärts zu essen. Ich bin ein echter Genussmensch. Dinge wie ein Teller Pasta, ein Stück Kuchen mit Freunden an einem Nachmittag oder eine Geburtstagsparty, bei der auch Alkohol getrunken werden, gehören für mich einfach zum Leben. Und entgegen der von vielen Promis verbreiteten Meinung Glutenunverträglichkeit hat quasi jeder, betrifft das Ganze nur 0,5-1%. Also bitte entspannt bleiben ;)
Ich kann und will nicht jederzeit immerzu auf meine Ernährung achten, sondern den Moment genießen. Bin ich im Irish Pub und möchte ein Black'n'Black und eine ordentliche Portion Süßkartoffelpommes, dann ist das so und ich möchte nicht darüber nachdenken ob ich das "darf" (Natürlich- wer sollte mir das verbieten) oder wie gesund das Ganze ist.
Gelernt habe ich in dieser Woche trotzdem eine Menge.
Zunächst überraschte mich, wie viel Zucker ich tatsächlich selbst esse und wie selbstverständlich ich zu Honig oder Ahornsirup greife um meinem Essen den "letzten Pfiff" zu geben. Das ist tatsächlich überhaupt nicht nötig und ich werde auch in Zukunft kein zusätzliches Süßungsmittel für mein Essen benutzen (Okayyyyyyyy außer bei Pancakes - dazu gehört Ahornsirup)
Dann fiel mir auf wie sehr ich daran gewohnt bin nebenher einfach irgendwas zu essen und meine Portionsgrößen immer weiter auszudehnen. Ich habe ein gutes Maß gefunden mit Frühstück, Mittagessen, einem kleinen Snack aus Obst, Gemüsesticks mit Humms oder einem grünen Smoothie und abschließend einem leichten Abendessen.
Das werde ich definitiv beibehalten.  
Gehe ich aus, treffe ich mich mit Freunden oder habe einfach so richtig Lust darauf, möchte ich mir jedoch keinen Zwang auferlegen. Und JA ein Cupcake oder ein Stück Kuchen sind definitiv drin. Genuss ist und bleibt das Zauberwort und manchmal ist er eben süß ;)



Ich wünsche euch den zauberhaftesten Montag
Liebste Grüße
Lotte

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