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Only Light can do that

Kaum ein Tag vergeht, an dem wir nicht in den Nachrichten hören, dass sich irgendwo jemand in die Luft gesprengt hat, das es erneute Anschläge, Krieg und Terror gibt.
Nun ist es einmal mehr passiert. In Nizza, einer wunderschönen Stadt an der Côte d'Azur, die ich wirklich liebe.
Ich verbrachte früher so manchen Sommer mit meiner Familie in Südfrankreich und der steinige Strand von Nice ist mir ebenso im Gedächtnis geblieben, wie die bezaubernde Altstadt.
Schnell bekommt man das Gefühl die Anschläge kommen immer näher. Als die Anschläge in Paris waren, sah gerade ein Verwandter von mir das Fußballspiel im Stadion, Nizza kenne und liebe ich sehr und möchte möglichst bald wieder nach Südfrankreich fahren.
Schnell mischt sich da Angst in die Urlaubsgefühle, Menschenmassen werden kritisch beäugt und ich kann nicht behaupten, dass ich derzeit gerne auf einem Flughafen wäre.
Was geschieht ist grausam, immer mehr fühlen wir uns bedroht und ängstlich, verschließen uns vor allem Fremden und versuchen möglichts klein geduckt durch die Welt zu gehen.
Immer lauter werden die Rufe von rechts populistischen Parteien, immer lauter wird der Hass und die Wut... auf "die bösen Ausländer", "Das Schweinesystem" und die "Lügenpresse".
Wir denken immer kleiner, hassen immer lauter und ängstigen uns immer mehr.
Und genau das ist der Punkt.
Nichts finde ich so entsetzlich wie ein kleines Herz, das von Hass zerfressen auf alles schimpft, was ihm entgegen tritt.
Nichts empfinde ich als so tragisch, wie  den Tod von unschuldigen Menschen dafür zu nutzen Parolen zu rezitieren und mit dem fürchterlichen Satz "Siehst du die ... sind schuld" zu beklagen.
Es gibt eine Zeit der Trauer. Und getrauert werden darf und muss in diesem Fall.
Der tragische Tod unschuldiger Menschen auf dieser Welt, egal auf welchem Kontinent und unter welchen Umständen, ist traurig, entsetzlich und tragisch.
Es gibt keine passenden Worte, die dieses Entsetzen mildern können.
Wofür ich mich jedoch in solchen Momenten immer wieder aufs Neue entscheiden möchte ist, den Worten von Martin Luther King Jr. zu glauben, die mi jedes Mal in den Sinn kommen, wenn ich die Nachrichten anschalte.



Ich weiß in diesen Post wiederhole ich mehr oder weniger immer dasselbe.
Ich weiß, es ist so viel leichter einfach zu hassen.
Ich weiß, dass meine Worte mögen kindlich naiv klingen.
Aber:
Trotzdem entscheide ich mich dafür.
Ich entscheide mich nicht zu hassen und den bösen anderen die Schuld zu geben.
Ich entscheide mich die Welt im Rahmen meiner Möglichkeiten besser zu machen.
Ich entscheide mich aktiv an den Dingen zu arbeiten, die ich verbessern und ändern kann sei es beruflich oder privat.
Ich entscheide mich genau diesen Worten zu glauben und nicht den Worten von Terroristen oder Rechtspopulisten.
Ich entscheide mich dafür, weil es keinen anderen Weg gibt, weil ich nicht bereit bin mich einer Verzweiflung und Ohnmacht hinzugeben und weil ich um die Opfer traure ohne sie als Rechtfertigung für meine Angst zu nehmen.
Only Light can do that.
Letzte Instanz sing in ihrem Lied "Wir sind allein":
Wir sind allein über Millionen Sterne
Wenn wir zusammen scheinen können wir die Welt erhellen.

Lasst uns nicht aus Angst, Feigheit oder Hass einen Weg beschreiten, der uns weiter auseinander bringt, uns wütend macht und keine Lösungen mehr finden lässt.
In dunklen Momenten und Stunden braucht es Menschlichkeit umso mehr.
Ein gutes Beispiel dafür, dass Menschlichkeit einfach der einzige Weg sein kann und darf ist und bleibt das Verhalten gewaltloser Widerständler wie Gandhi, Martin Luther King, der Geschwister Scholl oder auch meines Urgroßvaters.
Es ist der schwere Weg weiter menschlich zu bleiben, an die Menschlichkeit in dieser Welt zu glauben und einen guten Samen zu säen, aber meiner Meinung nach der einzig mögliche.
Habt einen guten Start ins Wochenende
Lotte

PS: Wer an dieser Stelle glaubt dies sage ich nur, weil ich noch nichts von der Welt gesehen habe, kein menschliches Leid kenne und noch nie das "wirklich Böse" gesehen habe, dem möchte ich Folgendes mit auf dem Weg geben: Im Rahmen meines Studiums habe ich inzwischen mit unzähligen wirklich bösen Menschen zu tun gehabt, ich habe mehrere Praktika mit schweren Straftätern absolviert, Dinge erfahren und gesehen, die alles andere als alltäglich sind und weit über die Vorstellungskraft der meisten Menschen hinaus gehen. All das hat mich in meinem Humanismus jedoch nur bestärkt und nicht einen Millimeter davon abweichen lassen. Ja, es gibt Menschen, die unsäglich schreckliche Dinge tun. Umso mehr fühle ich mich in der Verantwortung dem etwas entgegen zu setzen und eben dieses Licht zu sein.
Ich mache nur einen kleinen Unterschied, das mag sein. Aber lieber dieser kleine Unterschied als gar keiner.

Kommentare

  1. Danke. Danke für deine Worte. Wenn alle so denken würden, wäre die Welt heute nicht so wie sie ist. Hass bringt einem nicht weiter. Wir müssen alle an das kleine und an das Gute glauben.
    Liebe Grüsse Alizeti

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