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Der Bauch ist nicht nur für Schmetterlinge

Vor kurzem stand bei mir eine wichtige Entscheidung an. Es war die Entscheidung zwischen (vermeintlicher) Sicherheit und einem leisen inneren Stimmchen in mir, das mich permanent darauf hinwies, dies sei nicht mein Weg.
Entgegen aller objektiven Argumente und all den Worten von Außen, die mir entgegen brüllten ich solle diese kleine Stimme ignorieren, tat ich es letztendlich nicht.
Ich habe ein großes Stück Sicherheit aufgegeben, obwohl es rein von Außen betrachtet das Dümmste ist, was ich tun konnte.
Und soll ich euch etwas verraten?
Obwohl ich seither mit mir hadere und manchmal zweifle, weiß ich, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe, als ich auf diese Stimme hörte.
Ich habe in meinem Leben schon so manche Dinge anders gemacht als es "die Gesellschaft" oder das Prestige vielleicht erwarten würde, einfach, weil irgendetwas in mir sagte: NEIN. Das bist du nicht, das ist nicht dein Weg. Und am Ende stellte es sich immer als die beste Entscheidung heraus, die ich treffen konnte.
Möchtet ihr zwei winzige Beispiele hören?

1) Mit 13 entschied ich mich dagegen auf einem Internat für Hochbegabte zur Schule zu gehen, da es sich überhaupt nicht nach mir anfühlte - ich machte mein Abitur entsprechend auf einer staatlichen Schule bei meinen Eltern und sammelte Unmengen an Erfahrungen, die ich niemals gemacht hätte, wenn ich mir nur in einem elitären Kreis bewegt hätte. So schrieb ich ein Jahr später mein erstes Buch, das zwei Jahre später veröffentlicht wurde und für das ich ansonsten niemals die Zeit gefunden hätte. Eine Erfahrung, die so wundervoll und einzigartig war, die Zeit, die ich in das Buch stecken konnte, die Liebe zum Schreiben, all das wäre bei einem straffen Zeitplan in einem Eliteinternat nicht möglich gewesen.
Meine Familie schlug die Hände über dem Kopf zusammen, als ich sagte ich würde dort nicht bleiben, ich bekam Anrufe von meinen Eltern und sogar entfernten Verwandten, die sich angeblich mit Heimweh auskannten, aber ich blieb stur und setzte mich durch.
Ich war todunglücklich in diesem Internat, wollte nicht bleiben und wusste es hatte nichts mit Heimweh zu tun, sondern damit, dass ich mich dort nicht wohlfühlte, dass es nicht passend für mich war. Für viele andere Schüler dort war es perfekt, für mich nicht.
Glaubt mir, das durchzusetzen ist mit 13 gar nicht so leicht, aber ich kann sehr, sehr verbissen sein, wenn ich etwas genau spüre.


2) Nach meinem Bachelor ging ich für einige Zeit nach Neuseeland. Das war mein absoluter Traum und ich wollte das schon immer machen. Aber, wie es der Zufall manchmal will, unmittelbar (wirklich GANZ unmittelbar) vor meiner Abreise lernte ich einen Mann kennen. Frisch verliebt wie ich war, konnte ich den Gedanken nun so lange Zeit am anderen Ende der Welt zu sein, nicht gut ertragen und entschied mich aus dem Work and Travel nur ein Travel zu machen und nach 3 Monaten zurück zu kommen.
Das gab mächtig Gegenwind. Meine Eltern waren entsetzt, schlugen die Hände über dem Kopf zusammen und auch ich war innerlich extrem zerrissen. Aber am Ende kam ich zurück. Ich begann in der Forschung zu arbeiten und wurde Co-Autorin eines wissenschaftlichen Papers, etwas, das nur sehr selten passiert, wenn man gerade mal seinen Bachelorabschluss gemacht hat.
Meine Arbeit in der Forschung brachte mir zusätzlich Punkte ein, die für Bewerbungen an Universitäten zählen und so bekam ich einen Studienplatz an einer Exzellenzuniversität in einem Studiengang, der großartig ist/war.
Am Ende griff all das wunderbar ineinander.


Und soll ich euch etwas sagen? Das sind nur zwei vergleichsweise kleine Beispiele dafür, wie die Dinge sich fügten, wenn ich auf mein Bauchgefühl und die leise innere Stimme hörte, die sagte "Das ist nicht der richtige Ort für dich".
Und deswegen trete ich heute (völlig unwissenschaftlich) dafür ein, mehr auf die innere Stimme und weniger auf das Prestige oder den Druck von Außen zu hören.
Deswegen gibt es am heutigen Freitag für euch ein kleines Zitat zum Wochenende.

In diesem Sinne, macht etwas verrücktes, schwimmt gegen den Strom, tut was sich gut anfühlt entgegen allen Druck und habt ein wundervolles Wochenende
Lotte

Kommentare

  1. HI Lotte,
    wie wunderbar! So muss es sein.
    Denn ja, alles fügt sich so wie es sein soll. Und das Bauchgefühl/die innere kleine Stimme/wie auch immer man es nennen mag, helfen einem dabei. :) Gerade habe ich auch wieder so eine Situation in der ich mich extrem unwohl fühle und es nur mache, weil ich "gedrängt" wurde. Blöd, nicht wahr?! Das mit dem Nein sagen muss ich noch mal üben. ;)
    Liebe Grüße,
    Julia

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    Antworten
    1. Liebe Julia,
      Nein sagen finde ich auch immer noch schwer, besonders, wenn man viel Gegenwind bekommt. Aber ich bin sicher: Übung macht den Meister ;)
      Hab einen schönen Samstag
      Liebste Grüße
      Lotte

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