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Montagsmotivation- Warum Seesterne das Leben schöner machen

Vor kurzem hatte ich ein Date mit einem Mann, der sich als Inbegriff des Nihilisten herausstellte. Im Studium habe ich einiges zu Menschen, mit einer depressiven Persönlichkeitsstruktur gelernt, bin mit diversen gebeutelten Künstlern ausgegangen und beschäftige mich gerne mit menschlichen Abgründen.
Dieser Mann jedoch schoss den Vogel ab. Alles war schlecht, schlimm, fürchterlich und grauenvoll.
Er meckerte in einem Fort, beschwerte sich über die böse, schlechte Welt, deren Opfer er war (rein objektiv betrachtet gehörte er zu dem geringen Prozentsatz der Menschheit, die sich absolut glücklich schätzen dürfen) und jammerte ohne Unterlass.
Und das beim ersten Date! Kleiner Tipp am Rande: DAS IST NICHT SEXY!
Irgendwann war es tatsächlich soweit, dass mein Geduldsfaden riss (und der hält einiges aus) und ich sagte "Dann ändere doch einfach etwas in der Welt, wenn du sie so schrecklich findest. Tue doch einfach etwas dafür, damit sie besser wird!"
Daraufhin erzählte er mir diese Geschichte:
Es gibt einen großen Waldbrand vor dem alle Tiere des Waldes fliehen. Nur eine einzelne Ameise kehrt zurück, auf dem Rücken einen Wassertropfen um den Brand zu löschen. Die Ameise ist völlig machtlos und kann mit einem einzelnen Tropfen nichts ausrichten, da sie völlig allein ist.

Sein Fazit: Es bringt nichts, wenn ich etwas mache. Ich bin nur die Ameise, es ändert nichts, wenn ich mich abmühe und verbrenne.
Bei so viel Negativität könnt ihr raten wie häufig ich noch angerufen habe oder ob es jemals zu einem zweiten Date kam. ;)

Völlig entgeistert davon, dass jemand tatsächlich ALLES auf dieser Welt schlecht finden kann (und ich dachte mit meinen melancholischen Künstlern hätte ich alles in dieser Richtung durch), erzählte ich einem guten Freund von dieser Geschichte.
Nun ist dieser gute Freund nicht nur ein guter Freund, sondern zudem auch noch Unternehmensberater, systemischer Therapeut und einer der intelligentesten Menschen, die ich kenne.
Seine einzige Erwiderung hierzu; "Hast du denn nicht mit der Geschichte von den Seesternen gekontert?!"
Da mir diese Geschichte bis dahin fremd war erzählte er sie mir. Ich denke sie ist die perfekte Motivation um in eine neue Woche und einen neuen Monat zu starten.

Nach einem heftigen Sturm war der Strand voller Seesterne, die auf dem trockenen Sand zu sterben drohten.
Ein kleiner Junge ging den Strand entlang, nahm Seestern für Seestern und warf ihn zurück ins Meer.
Die bloße Anzahl der Tiere war unüberschaubar, doch der Junge ließ sich nicht beirren, nahm Seestern um Seestern und tat seine Arbeit.
Da kam ein alter Mann den Strand entlang und lachte den Jungen aus. "Siehst du denn nicht, dass du niemals alle Seesterne wirst retten können? Wozu mühst du dich derartig ab? Was ändert das überhaupt?"
Da nahm der Junge einen weiteren Seestern und warf ihn zurück ins Meer. "Für diesen Einzelnen", sagte er, "Ändert es alles"





Ich wünsche euch den herrlichsten Start in den August
Lotte

PS: Ja, ich lasse diese Geschichte in der Luft schweben. Was ihr daraus für euer Leben und euren Einfluss auf die Welt und eure Mitmenschen ziehen möchtet ist völlig euch überlassen.

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