Direkt zum Hauptbereich

Montagsmotivation: Working from Home Edition

Wer mir auf Instagram folgt, weiß: Ich bin seit Mitte letzter Woche bei meinen Eltern eingekehrt um in einer Art inneren und äußeren Emigration meine Masterarbeit zu schreiben.
Die letzten Monate waren verrückt und voller Chaos, ich hatte 80 Stunden Wochen und händelte unzählige Dinge gleichzeitig und so bin ich mehr als glücklich und zufrieden jetzt in aller Ruhe und Abgeschiedenheit einfach nur noch zu schreiben.
Diese Zeit ist unendlich kostbar, birgt jedoch auch die ein oder andere Tücke. Wie viel leichter ist es schließlich, sich rundherum anderen Dingen zu widmen, wenn man nicht in einem Büro sitzt, sondern Zuhause, also quasi direkt an der Quelle von diversen Ablenkungen. Da heißt es Disziplin, Disziplin, Disziplin und das Kunststück sich nicht zu überarbeiten, obwohl man auch durchgehend etwas schaffen könnte.
Für alle von euch, die öfter von Zuhause aus arbeiten ist der heutige Post gedacht. (Und irgendwie auch für mich, denn ich muss das dringend einmal wieder verinnerlichen)


Working from Home... 

Tatsächlich ist es so, dass von Zuhause aus arbeiten wirklich Spaß macht. Als ich ein Jahr lang komplett in der Wissenschaft gearbeitet habe, genoss ich diese Möglichkeit sehr und nutzte sie ein bis zwei Mal die Woche.
Man ist sein eigener Chef, kann seine Zeit einteilen wie man es möchte und auch gerne einmal erst um 12 Uhr anfangen, wenn einem danach ist.
Um dann aber auch tatsächlich etwas zu schaffen, seien es Hausaufgaben, die Korrektur von Klausuren oder eine Masterarbeit, benötigt es einiger kleiner Tricks, die das Arbeiten Zuhause noch angenehmer und entspannter machen. 
Da ich viel von Zuhause aus gearbeitet habe, entwickelte ich über die Jahre einige kleine Tricks und Kniffe, von denen ich heute sechs mit euch teilen möchte. Einige davon helfen sicher auch, wenn man ins Büro geht ;)




1. Negative Selbstgespräche vermeiden
Kennt ihr diese Dauerschleife in eurem Kopf? "Ich habe soooooo keine Lust. Das wird unglaublich langweilig. Ich will nicht. Mimimi" Ich kenne die sehr gut. Ich ertappe mich seit ich bei meinen Eltern bin ganz häufig dabei, wie ich laut sage "Ich habe so keine Lust auf die Masterarbeit!" und tatsächlich sinkt meine Lust zu schreiben mit jedem Mal, in dem ich diesen Satz benutze ein wenig mehr gen Keller. Perfekt! Davon geht die Arbeit nicht schneller von der Hand, sondern braucht gefühlt 100Mal länger. Und dazu kommt ein riesiges Motivationsloch.
In Leipzig, wenn ich weiß, dass die Arbeit eben gemacht werden muss und ich kein Publikum habe, das mir zuhört während ich jammere, setze ich mich dran und mache. Ich überlege nicht lange ob ich Lust habe, jammere mir nichts vor, sondern tue die Arbeit die getan werden muss. Das ist sehr viel besser und weniger frustrierend. Sich selbst immer wieder vorzubeten wie schrecklich es ist, dass wir Montag haben, Arbeiten müssen (ich mag in diesem Zusammenhang ja das Wort dürfen) und überhaupt alles Bääää ist, macht gar keinen Spaß. Und etwas getan bekommt man davon auch nicht. Also Augen zu und durch, nicht auf den riesigen Motivationsschub warten, sondern einfach machen. (Ich habe mir diese Woche fest vorgenommen nicht ein einziges Mal: ICH HAB KEINE LUST zu sagen  - mal schauen wie weit ich komme)


2. Mache dir einen Plan
Ist man angestellt und geht regelmäßig ins Büro, dann gibt es meist einen mehr oder minder straffen Zeitrahmen. Sowohl für Ankunftszeiten, Mittagspausen und Feierabend als auch für diverse Meetings, Abgabefristen etc.
Zuhause ist das Ganze sehr frei. Man kann beginnen wann man mag, die Pause weglassen und 12 Stunden am Stück arbeiten. Oder eben doch nur abwaschen.
Deswegen ist Struktur an dieser Stelle das A und O. Ich mache mir jeden Abend eine Liste (entweder im Kopf oder auf Papier), auf der ich festhalte was ich den folgenden Tag schaffen möchte.
Damit behalte ich einen Überblick, weiß wie mein Tag strukturiert werden sollte. Außerdem plane ich wann ich beginne zu arbeiten, wann ich wie lange eine Pause einlegen und was die späteste Zeit ist um aufzuhören.
Das klingt nach nicht viel, hilft aber ungemein den Tag produktiv zu gestalten und nicht einfach nur irgendwas zu machen. 


3. Ablenkungen eliminieren 
JA, das klingt bösartig, betrifft aber uns alle ein bisschen. Ertappt ihr euch auch manchmal dabei "Nur mal eben schnell" aufs Handy zu schauen und dann eine halbe Stunde Instagram, Pinterest oder Snapchat zu checken? ;)
Nichts kostet so viel Zeit wie der besagte "Nur mal eben schnell" Satz.
Arbeite ich von Zuhause aus, dann liegt mein Handy in einem anderen Zimmer. Im Flugmodus. Sicher ist sicher. Klar, sollte ich wichtige Anrufe erwarten leistet es mir Gesellschaft, aber ich zwinge mich, so wenig wie irgendwie möglich darauf zu achten. Arbeite ich woanders, ist mein Handy im Flugmodus. Immer. (Übrigens auch ganz häufig sonst. Ich hasse es ständig abgelenkt zu werden und bin fürchterlich, wenn es darum geht innerhalb von Sekunden alles zu beantworten)

4. Regelmäßige Pausen
Im Büro gibt es immer wieder nette Kollegen mit denen man ein Pläuschchen hält, den Kaffeekocher, der bedient werden möchte oder auch sonstige kurze Unterbrechungen.
Pausen sind ungemein wichtig, kein Mensch kann sich 10 Stunden am Stück voll konzentrieren.
Zuhause vergesse ich häufig Pausen zu machen, ich vergesse regelmäßig ein Glas Wasser zu trinken oder auch nur einmal aufzustehen. Bin ich einmal im Flow und versinke in meiner Arbeit, tauche ich nicht so schnell wieder auf.
Trotzdem braucht jeder Mensch einmal einen kurzen Moment um den Kopf frei zu bekommen.
Also sorgt für regelmäßige Pausen, macht euch einen Obstteller, geht 10 Minuten an die frische Luft oder unterbrecht die Arbeit um 10 Minuten ein gutes Buch zu lesen (kleiner Tipp: Das neue Harry Potter Buch ist dafür ungeeignet. Ich habe vom Meerschwein des Hamsters einer Freundin gehört, der nur mal 10 Minuten eine Szene lesen wollte und erst nach anderthalb Stunden wieder auftauchte. Zum Glück würde mir so etwas nie passieren)

5. My Home is my Castle
Oh das aller schönste daran Zuhause zu arbeiten ist, dass man sich alles so wunderschön machen kann! 
Eine Duftkerze auf dem Schreibtisch, frische Blumen, tolle Arbeitsutensilien. Ich liebe es mir die schönsten Notizbücher auszusuchen oder selbst zu gestalten und in einer Atmosphäre zu werkeln, die perfekt zu mir passt.
Nutzt diesen Vorteil aus, gestaltet euer Umfeld so gut, dass ihr euch wohlfühlt und macht es euch richtig schön.
Als ich bei meinen Eltern ankam; entrümpelte ich zunächst mein gesamtes Zimmer, da ich klare Strukturen und Raum brauche um mich wohl zu fühlen. In Leipzig habe ich gerne Blumen in der Nähe, hier muss ich einfach nur aus dem Fenster in den Garten meiner Eltern blicken, der an einen riesigen Park erinnert. Nutzt diesen Heimvorteil um die Arbeit in einer tollen Atmosphäre zu machen. Glaubt mir, das motiviert ungemein.



6. Feierabend
Geht man vom Büro zurück in seine eigenen vier Wände bringt man eine großartige Trennung von Privatleben und Beruf mit. Man schließt die Wohnungstür auf und kann den ganzen Büroalltag hinter sich lassen. Willkommen im Feierabend.
Arbeitet man jedoch von Zuhause aus, ist das Ganze etwas anders. Arbeit ist ja irgendwie immer da. Mehr als genug sogar. Wie einfach erscheint es da immer zu arbeiten und nicht abzuschalten, denn die liegen gebliebenen Sachen machen so schön schlechtes Gewissen wie sie dort in der Ecke liegen und warten.
Auch hier heißt es: Disziplin.
Für mich funktioniert es immer besonders gut, wenn ich mir für den Abend eine Deadline setze, sei es, weil ich einen festen Termin mit Freunden habe oder auch einfach nur so. Einen Zeitpunkt bestimmen an dem man aufhört zu arbeiten ist extrem wichtig, Und NEIN, man ist nicht faul, wenn man "nur" von 9 bis 18 Uhr arbeitet. Das ist völlig normal ;)
Klar gibt es Zeiten in denen ich viel länger am Schreibtisch sitze als eigentlich geplant und das Gefühl habe mich dort kaum noch weg zu bewegen, weil es eine Deadline gibt, ich von Aufgaben überrannt werde und meilenweit hinterher hinke. Trotzdem solltes es nicht zu Gewohnheit werden jeden Tag 20 Stunden zu arbeiten und das für die nächsten sieben Jahre.
Ich liebe meine Arbeit (JA, auch die Masterarbeit *grummel*) und bin unheimlich gerne fleißig, aber ein bisschen Freizeit möchte ich mir trotzdem bewahren.
Was mir ganz gut geholfen hat um ein bisschen Raum zwischen "Arbeit" und "Privatleben" zu bringen war eine kleine räumliche Trennung zu schaffen, sprich einen Raum/eine Ecke die ausschließlich zum arbeiten gedacht ist und auch ausschließlich dort zu arbeiten. So gibt es zumindest ein wenig Abstand. 

Habt ihr bestimmte Tipps und Tricks wie ihr am Besten ohne Ablenkung von Zuhause aus arbeiten könnt?
Wenn ja freue ich mich davon zu hören. Ich kann im Moment alles gut gebrauchen ;)
Habt den wundervollsten Start in die neue Woche
Liebste Grüße
Lotte

Kommentare

  1. Ein toller Post! :)
    Ich arbeite auch im Home Office und habe für mich festgestellt, dass ich für meine Pausen wirklich das Büro verlassen muss. Und nein, es ist nicht gut dann mit einem Brot oder Mittagessen sich wieder an den Schreibtisch zu setzen um mal eben irgendwo was zu checken (was nichts mit Arbeit zu tun hat). Mir hilft es tatsächlich mich dann ins Esszimmer/Wohnzimmer oder jetzt im Sommer auf die Terrasse zu setzen. Ausserdem versuche ich wirklich 1x am Tag für eine halbe Stunde an die frische Luft zu gehen. Denn mir geht es da wie dir, ich vergesse es einfach auch mal aufzustehen und nicht den ganzen Tag am Tisch zu sitzen und zu arbeiten. :)
    Liebe Grüße,
    Julia

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Ich freue mich über eure Anmerkungen und Kommentare :-)

Beliebte Posts

Vom Heimweh oder vom guten Gefühl der Melancholie

Am letzten Wochenende war ich in Leipzig. Eine liebe Freundin von mir feierte eine große WG Party und ich traf mich außerdem mit Dr. Ralf Friedrich (seinen Gastbeitrag könnt ihr hier lesen), seiner wundervollen Freundin und dem nicht minder wunderbaren Hund Professor Lupin. 
Und ich bekam Heimweh.  Heimweh bekomme ich jedes Mal, wenn ich nach Leipzig fahre. So ein komisches Ziehen in der Bauchgegend und ein bisschen schlucken müssen, wenn ich nach Hannover zurück kehre.  Und irgendwie macht mich das immer ein bisschen unzufrieden. Denn, um ehrlich zu sein, ist das Jammern auf hohem Niveau. Schließlich ist es nicht so, dass ich zurück in die Hölle fahre, sondern zu lieben Freunden, einer Arbeit, die mir großen Spaß macht und so vielen Veranstaltungen, dass ich das Ganze auch locker in ein halbes Jahr packen könnte.  Und trotzdem ist es nicht einfach. Als ich nach Hannover zog dachte ich, es wäre vorbei mit Leipzig. Ein neuer Lebensabschnitt steht an und ich werde gar keine Zeit haben …

(W)Mut zur Veränderung?

Gestern brach in Hamburg das Inferno aus. Bilder, die eigentlich nicht so richtig hierher passten, strömten durch die sozialen Medien. Es gab riesige Aufschreie wer, wann, wie, warum angefangen hat und schuldig ist und mir verursachte das alles, um ehrlich zu sein, ein starkes Gefühl von Übelkeit. Und wisst ihr warum?
Weil, um ehrlich zu sein, das ganze Auto abbrennen, Brandsätze werfen und Leute zusammen schlagen das Niveau eines Zweijährigen hat, der das hübsche Spielzeug kaputt macht, weil es dem Nachbarskind gehört. Wobei, ich muss mich offiziell bei allen Zweijährigen entschuldigen, die sind nicht so.
Bin ich mit allem einverstanden, was die G20 veranstalten? Mag ich Donald Trump? Finde ich, dass wir keine Mitspracherechte haben sollten? NEIN.
Ich bin ein erklärter Freund der Demokratie. Ich stehe ein für Versammlungsfreiheit und das Recht zu demonstrieren. Ich stehe auf für die Menschenrechte und bin dafür, dass jeder Mensch unabhängig vom Status seiner Familie, seiner Religion,…

Montagsmotivation - Sei dein eigenes Einhorn

An diesem Wochenende stand viel unter dem Stern der Tierwesen. Ich kaufte ein Poster mit einem Einhorn in Therapie, traf einen Dinosaurier auf einer Party und wurde allseits für meine Tasche gefeiert, auf der ein Einhorn felsenfest behauptet: I don't believe in humans.
Warum ich euch das erzähle? Nun, ich habe ein wenig überlegt und bin zu dem Schluss gekommen, dass etwas mehr Exzentrik in mein Leben gehört.
Seit ich aufgehört habe zu studieren und mein eigenes Geld verdiene, bin ich ein wenig angepasst geworden. Vor lauter neu sein und alles entdecken, habe ich mit einem Mal angefangen sehr viel Wert auf das Bild zu legen, das ich nach Außen präsentiere und versucht das ein wenig zurecht zu biegen. Allerdings habe ich dabei ein wenig vergessen, dass mich Angepasstheit eigentlich gar nicht ausmacht.. Denn ganz ehrlich? Ich mag mich eigentlich genauso wie ich bin. Mit einer festen Meinung ohne immer allen gefallen zu wollen und gemocht zu werden, mit all den Herr der Ringe Zitaten,…