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Sleeping Beauty

Heute möchte ich mit euch über ein schwer unterschätztes Thema reden (besonders unter den 20somethings hippen Studenten). Passend zum Montagmorgen geht es heute um Schlaf.
Paradoxerweise beschäftigte ich mich im Zusammenhang mit einer meiner ersten Vorlesungen in Psychologie überhaupt, der Biopsychologie, mit Schlaf.
Das ist beinahe ein bisschen witzig, wenn man bedenkt, dass wir alle gerade mehr oder weniger frisch von Zuhause ausgezogen waren und dabei waren das studentische Leben in vollen Zügen zu genießen.
Nun muss ich gestehen, dass ich damals meinem Studium vielleicht nicht immer die Aufmerksamkeit schenkte, die es verdiente und entsprechend alles was wir zum Thema Schlaf lernten in den Prüfungen herbeten konnte, jedoch nicht wirklich beherzigte.
Schade, denn eigentlich bekam ich schon damals eine wichtige Grundlage auf dem Silbertablett präsentiert, für die man eigentlich jahrelange Erfahrung braucht. ;) (Und eine Portion gesunden Menschenverstand, aber wer hat die bitte mit Anfang Zwanzig?;)
Aber nun zum Thema.
Schlaf wird allenthalben unterschätzt, schnell zurück geschraubt und gilt allgemein als unnütze Zeitverschwendung.
Dabei ist es tatsächlich das genaue Gegenteil. Nicht ohne Grund ist Schlafentzug ein Mittel der Weißen Folter (wobei mir einfällt: Steht noch jemand von euch so auf die Serien "Homeland"?)
Beim Schlafen regeneriert sich unser Organismus,  unser Cortioslspiegel  sinkt und wir tuen etwas für unser Gedächtnis.
Schlafdeprivation führt hingegen zu einer Schwächung des Immunsystems, die Leistungsfähigkeit sinkt, unser Cortisolspiegel steigt. (Lange anhaltender Schlafentzug führt sogar zum Tod)
Aber was heißt das jetzt genau?
Wie viel Schlaf ein Mensch braucht hängt zum Einen von seinem Alter ab. Ein Erwachsener benötigt zwischen 6-10 Stunden Schlaf, Kleinkinder bis zu 18 Stunden und Teenager 10 Stunden Schlaf. Natürlich gibt es auch einige Variationen. So soll Leonardo Da Vinci mit nur 2 Stunden Schlaf benötigt haben (alle paar Stunden ein bisschen):
Ich weiß, dass ich mit weniger als 7 Stunden Schlaf nicht leistungsfähig bin, mich schlecht konzentrieren kann und übel launig werde. Bei meinem Aufenthalt in Neuseeland machte mir der Jetleg sehr viel mehr zu schaffen als anderen. Bekannte von mir, meist Menschen, die abends arbeiten, kommen jedoch mit 5 Stunden Schlaf locker aus. Ein Zustand, den ich wohl niemals erreichen werde.


Nichtsdestotrotz: Schlaf ist wichtig. Er stärkt unser Immunsystem, senkt Stress (Cortisol ist das Hormon, das bei Stress ausgeschüttet wird) und hilft tatsächlich unserem Gedächtnis.
Auch die unterschiedlichen Schlafphasen haben unterschiedliche Aufgaben, die nicht zu unterschätzen sind.
So wird vermutet, dass die im Tiefschlaf auftretenden Deltawellen im Gehirn dafür zuständig sind deklarative Gedächtnisinhalte zu reorganisieren und zu verfestigen. Dieses ist für Ereignisse und Tatsachen zuständig, die ihr bewusst wiedergeben könnt (Geschichtszahlen wären da ein nettes Beispiel).
Im REM Schlaf profitiert hingegen das prozedurale Gedächtnis (Abläufe wie Radfahren, ein Instrument spielen, Autofahren etc) besonders.
Übrigens: Die tollen Gedächtniseffekte funktionieren dann, wenn man sich zuvor mit dem Thema auseinandergesetzt hat.
Es handelt sich um einen aktiven Verarbeitungsprozess. Ohne zu lernen vor einer Prüfung ins Bett zu gehen und zu hoffen, dass man automatisch die Lösungen weiß, weil man 10 Stunden geschlafen hat funktioniert leider nicht ;)
Das Fazit meiner heutigen Montagsmotivation ist also:
Sorgt für einen ausreichenden Schlaf. Er verbessert eure Leistungsfähigkeit, euer Gedächtnis, hält euch gesund und macht euch schön (Cortisol wird auch immer wieder im Zusammenhang mit Bauchfett angesprochen --- Jaja nur, dass ihr Bescheid wisst.)
Und vielleicht, aber nur vielleicht, küsst euch ja am Morgen ein Prinz wach. Oder wahlweise Katze oder Hund, aber ganz ehrlich- wo ist der Unterschied?!
In diesem Sinne schlaft gut
Liebste Grüße
Lotte



PS: Im Zusammenhang mit Depressionen wird Schlafentzug übrigens auch als Therapie eingesetzt, aber das ist ein anderes Thema.
Wer mehr über Biopsychologie erfahren möchte, dem kann ich dieses Buch übrigens nur empfehlen.

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