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Ein "Verfluchtes" Buch

Von all den Dingen, die man in Zeiten seiner Abschlussarbeit tuen sollte (ausschlafen, gut essen, sich auch mal verabreden) gibt es eine Sache, die man definitiv NICHT tun sollte. 
Keinesfalls sollte man das frisch geschenkte neue Harry Potter Buch zur Hand nehmen um "nur mal ganz kurz eine halbe Seite" zu lesen. Nein, nein, NEIN!
Das ist mit Sicherheit die schlechteste Idee, die man in diesem Moment haben kann. 
Und ratet mal wer genau dies tat? Ja, ich. 
Nachdem ich mich der Illusion hingegeben habe "nur mal kurz eine halbe Seite" (wir erinnern uns) zu lesen, war ich innerhalb weniger Stunden fertig mit der Lektüre des neuen Potters. Dass ich dafür mehr als einen Tag brauchte war der Tatsache geschuldet, dass es irgendwie doch Unterbrechungen für die Masterarbeit gab - wenn auch vergleichsweise kurze ;)
Aber zum Glück bin ich stolze Besitzerin eines Zeitumkehrers, sodass ich die verlorene Zeit aufholen konnte (was eine echte Hermine ist- die hat auch da vorgesorgt)

Harry Potter ist ja ein ziemlich alter Hut, wenn auch ein sprechender - kleiner Scherz am Rande. 

Da ich mit Harry, Ron und Hermine jedoch aufgewachsen bin, und sie meine Kindheit und Jugend prägten wie kaum ein anderes Buch, konnte ich es kaum abwarten das neue Buch zu lesen.
Meine Erwartungen waren allerdings gering. Ein Theaterstück, so dachte ich, würde niemals die Potterstimmung zur Geltung bringen, wie ich es von einem "echten" Buch erwarten würde. Außerdem ist Voldemort besiegt- was sollte also groß passieren?
Ich erwartete also nichts und war demnach begeistert von dem Stück.
Natürlich ist es kein Buch im herkömmlichen Sinne und natürlich ist es nicht "Harry besiegt Voldemort Klappe die Vierhundertdreiundachtzigste"
Aber es ist schön, wunderschön, einmal wieder auf Gleis Neundreiviertel zu verweilen und alte Freunde wieder zu treffen, denn genauso fühlt es sich an.
Und das Beste daran? Es ist so viel mehr als das. Im Großen und Ganzen behandelt es nämlich mehrere Themen, die jenseits des Potter Universums ebenfalls von Bedeutung sind.
Es geht um Freundschaft, um veränderte Zeiten und darum dass es nicht einfach ist das Kind eines Helden zu sein. 
Ein Thema, das immer wieder deutlich hervor tritt, ist das Problem nicht dazu zu passen, ganz besonders in der Schule.
Und das, genau das, hat dieses Buch für mich so wunderbar gemacht. Es ging nicht um "alle sind glücklich und zufrieden in Hogwarts, alles ist gemütlich und jeder freut sich" Nein, ganz im Gegenteil. Es geht um die Außenseiter um Jene, für die Hogwarts vielleicht kein Zuhause, sondern ein Platz voller Mitschüler ist, die sie nicht mögen. Es geht ums Anecken, um alleine sein um das "schief angeguckt werden", weil man zu keiner Gruppe passt und die wenigen Freunde, die man als Außenseiter nur umso mehr schätzt. 

Dieser Aspekt von Hogwarts, von Schulzeiten, macht das Stück in meinen Augen so großartig. Ich spoilere keinen Inhalt, keine Sorge, aber dieser Teil des Buches hat mir besonders gut gefallen.
Vielleicht auch, weil ich mich so gut in die Hauptfigur hineinversetzen konnte. Schule war auch für mich kein "cooler Ort an dem ich endlich meine Freunde wieder sehe" eher im Gegenteil.
Ich war die schräge Außenseiterin mit Brille und Zahnspange, die auf dem Schulhof Bücher las und immer wieder "Streber" hinterher gezischt bekam, wenn ich über den Gang ging.
Klar, auch das ging vorbei und ich habe einige großartige Freunde in der Schule gefunden, an das Gefühl völlig allein zu sein, niemanden zu haben und dass es niemals besser werden wird, kann ich mich allerdings noch extrem gut erinnern.
Von daher mochte ich diesen Aspekt des Potters ganz besonders. 

“Hogwarts isn't actually that pleasant a place when you don't fit in.”
~J.K. Rowling, Harry Potter and the Cursed Child - Parts One and Two~

Davon abgesehen, bot Harry Potter and the Cursed Child den perfekten Grad an Unterhaltung, lautem Lachen und Spannung, den es braucht um genussvoll gelesen zu werden.
Man trifft auf alte Bekannte, neue Freunde und Abenteuer. 
Mein absoluter Sympathieträger des Buches war übrigens Draco Malfoy, etwas, das ich niemals gedacht hätte.
Harry hingegen wirkt in vielen Partien eher blass, nervig und ein bisschen arrogant.
Hermine ist eben Hermine (aka Lotte Fuchs) und Ron sorgt für die Lacher im richtigen Moment. Alte Freunde in neuen Situationen ;)
In diesem Sinne kann ich euch das Harry Potter Stück empfehlen. Es sei denn, ihr habt gerade wichtige Dinge zu erledigen ;)
Einen wundervollen Start in Wochenende wünsche ich euch
Lotte

Kommentare

  1. GANZ genau so war das Buch auch für mich... Ein bisschen wie nach Hause kommen... (Und ich mochte Malfoy übrigens schon immer und fand Harry doof 😉)

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    1. Haha wirklich? Malfoy war für mich irgendwie erst jetzt sympathisch. Aber Snape fand ich toll. (Wir hatten einen Mathelehrer, den wir im Andenken an Snape Schniefelus nannten--- Pssst nicht weiter sagen ;))

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