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Herbstbücher für graue Abende

Als ich vor einigen Tagen in der Stadtbibliothek war, konnte ich nicht umhin einen dicken Stapel Bücher mitzunehmen. Danach fiel mir siedend heiß ein, dass ich gar keine Zeit dazu haben werde viel zu lesen. Umzugsplanung und Verkauf diverser Möbel und Kleinkram (By the way möchte mir jemand ein beinahe unbenutztes Asterix und Obelix Schachspiel abkaufen?) fressen doch einiges an Zeit. Zusätzlich dazu habe ich noch einen letzten Arbeitsauftrag, der ebenfalls Zeit kostet.
Trotzdem habe ich mir vorgenommen diesen Herbst mehr zu lesen. Eine halbe Stunde am Tag sollte es mindestens sein.
Die Bücher dafür klingen schon einmal großartig, sodass ich euch heute meine Leseliste für den Herbst mitgebracht habe.



1. Zeit der Raubtiere - Liza Klaussmann
Ein Familienroman, der in der Zeit von 1945 bis 1969 in Amerika spielt und hinter die Fassade des bürgerlichen Scheins blicken soll. Zwei Cousinen, die es nach dem zweiten Weltkrieg kaum abwarten können sich ins Leben zu stürzen fügen sich am Ende den Wünsche ihrer Ehemänner. Zumindest kann eine von ihnen in ihr Anwesen "Tiger House" zurück kehren und eine Zeit lang geben sie sich dem Gefühl hin alles sei möglich. Doch dann entdecken ihre Teenager Kinder einen brutalen Mord und das perfekte Leben beginnt zu bröckeln.

Ich bin sehr gespannt auf dieses Buch. Amerika nach dem zweiten Weltkrieg muss unglaublich spannend gewesen sein und ich mag die Dynamiken und dunklen Ecken von solchen Familiengeschichten sehr.



2. Die Party des Jahrhunderts - Craig Brown
Das perfekte Buch um nur mal eben um drei Uhr morgens nach einer Party darin zu lesen. Auf wenigen Seiten sind jeweils Begegnungen zweier Berühmtheiten festgehalten, die tatsächlich so passiert sind. Insgesamt 101 Begegnungen werden beschrieben und am Ende schließen sich alle zu einem großen Kreis zusammen. Wunderbar, witzig und spannend ist das ein herrliches Buch, wenn man einfach kurz den Alltag unterbrechen möchte.
Unter anderem gibt es folgende Geschichten:
Adolf Hitler wird von John Scott-Ellis angefahren, Nancy Regan enttäuscht Andy Warhole, Igor Strawinsky ist entsetzt von Walt Disney und J.D. Salinger findet Ernest Hemingway.

Wer 1913 gelesen und geliebt hat, ist mit diesem Buch gut beraten.
Ich habe schon einige Begegnungen gelesen und bin schlichtweg begeistert :)




3. Konzert ohne Dichter -Klaus Modick
Wahrscheinlich werde ich dieses Buch als erstes lesen. Es geht um die zerbrochene Freundschaft zwischen dem Künstler Heinrich Vogeler und dem Dichter Rainer Maria Rilke. Ich habe mich tatsächlich bisher eher mit französischen und amerikanischen Künstlern und Schriftstellern auseinander gesetzt und die deutsche Szene ein wenig stiefmütterlich behandelt. Seit ich 1913 gelesen habe, möchte ich das gerne ändern und dieses Buch scheint eine formidable Gelegenheit dazu zu bieten. Außerdem habe ich vor einiger Zeit eine grandiose Kritik hierzu gehört.

4. Ruhm - Daniel Kehlmann.
Ich habe Daniel Kehlmann als Abiturthema gehabt. Damals lasen wir die Vermessung der Welt. Ich habe das Buch geliebt und so häufig laut beim Lesen lachen müssen, dass ich es noch immer in positiver Erinnerung habe und das will bei Schulliteratur schon etwas heißen. Seither habe ich aus unerfindlichem Grund kein Buch von Kehlmann mehr gelesen. Aber der Klappentext klang so wunderbar versponnen, dass ich nicht widerstehen konnte.
Neun Episoden, die eine verrückter als die andere klingen, sollen sich am Ende zu einem Gesamtkunstwerk in Romanform fügen. Wer kann da schon "Nein" sagen?!
Hat es jemand von euch schon gelesen?



5. 11.22.63- Stephen King (Auf Deutsch: Der Anschlag)
Eine klare Empfehlung meines Vaters und das allererste Mal, das ich ein Stephen King Buch in die Hand nehme. Ich weiß, das ist schwer zu glauben. Aber da ich bei Büchern jedes Mal auch Farben, Geräusche, Musik, Gerüche etc wahrnehme (Ähnlich wie Wochentage, die bestimmte Farben haben. Völlig logisch...), habe ich mich noch nicht an Horrorliteratur heran gewagt und dementsprechend den Schribgott der Moderne ignoriert. Shame on me - ich weiß.
Der Anschlag klingt jedoch wirklich spannend und mit den 60ern kann ich wahrscheinlich auch umgehen- zumindest besser als mit der Situation in Shining oder Es (Filme gehen, da ist ja kein Raum für Fantasie). Mal schauen, ob Stephen King mich ebenso sehr begeistert wie scheinbar alle Welt.
Übrigens dieses Phänomen, das ich beschrieben habe nennt sich Synästhesie. Allerdings glaube ich, dass sie bei mir eher schwach ausgeprägt ist

Was sind eure liebsten Bücher für den Herbst? Ich gebe zu, dass ich immer einen Haufen Bücher ausleihe und viele einfach nicht schaffe. Das ist ziemlich schade. Ich hoffe jedoch, dass diese fünf tatsächlich von mir gelesen werden. Wobei "Die Party des Jahrhunderts" ja tatsächlich immer mal wieder zwischendrin reinpasst.


Ich wünsche euch den herrlichsten Mittwoch
Liebste Grüße
Lotte

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