Direkt zum Hauptbereich

Montagsmotivation Bildung to go


Heute möchte ich mich einem Thema widmen, das vielleicht auf den ersten Blick nicht unbedingt in die Montagsmotivationsreihe passt. Bei genauer Betrachtung aber schon. Heute soll es um Bildung geben. 
In meinen Neurowissenschaftlichen Vorlesungen habe ich immer wieder den schönen Satz 

 "Use it or lose it"

gehört. Konkret bedeutet das, was wir in unserem Gehirn nicht nutzen geht verloren. Das ist auch gut und nützlich so, denn unser Gehirn ist hoch komplex und muss viele Dinge hinbekommen. Dass wir nicht mehr alles können, was wir einmal gelernt haben bringt eine ganze Menge.
Trotzdem ist es unbedingt erforderlich, ein wenig auf unser Gehirn aufzupassen, es zu fordern und ihm neuen Input zu geben.
Was wir nicht machen werden wir verlernen. Und das wird besonders im Alter eher schwierig...
Aus diesem Grund habe ich bei meinen täglichen/wöchentlichen und monatlichen Zielen (genaues dazu könnt ihr hier nachlesen) die Kategorie Wissen eingeplant. 
Jeden Tag, jede Woche, jeden Monat und auch für ein Jahr habe ich ein bestimmtes Ziel, was ich an meinem Wissen verbessern möchte, wo ich Fähigkeiten ausbauen kann und wie ich neue Dinge integriere. 
Das ist ein ziemlich hoch gestecktes Ziel, das für mich im Alltäglichen zunächst schwer erreichbar schien, wenn man genau hinschaut ist es jedoch leichter als man denkt und kostet nicht unbedingt extra Zeit, die wir alle nicht haben.
Deswegen heute drei meiner liebsten Tipps um neues Wissen in den Alltag zu integrieren und  die Neugier auf die Welt beizubehalten.



1. Radio
Da ich alleine lebe verbringe ich viele Momente in ziemlicher Stille. Und manchmal kommt das unbändige Bedürfnis durch, diese Stille mit etwas zu füllen. Aber warum immer nur Musik im Hintergrund laufen lassen? Schon seit langer Zeit höre ich beim Abwaschen, putzen oder auch beim Kochen und Essen lieber Podcasts und Radio als Musik.
Mein liebster Radiosender hierfür ist und bleibt D Radio Wissen. Etwas jünger und hipper gemacht als Deutschlandradio Kultur erfährt man hier von neusten Forschungen zum weiblichen Orgasmus bis hin zu brisanten politischen Themen bietet der Sender einfach alles an. Mein absoluter Favorit ist die Sendung Hörsaal, in der jeden Samstag und Sonntag wissenschaftliche Themen vorgestellt werden.
Ich bewege mich in einer ziemlichen Blase in der ich mich was mein Fach angeht einigermaßen auskenne, andere Fachrichtungen aber ins Hintertreffen gelangen. Die Sendung, die man selbstverständlich jederzeit nachhören kann, bietet eine großartige Möglichkeit dem entgegenzuwirken. Die Themen sind allesamt spannend und ich kann euch den Sender nur ans Herz legen. (Es gibt auch hin und wieder Musik ;))

2. Podcasts
Ein bisschen wie Radio nur fast besser. Ich liebe es einen Abend beim kochen, abwaschen und spülen tief in ein Thema zu versinken und mich mit Dingen auseinander zu setzen, die ich niemals bearbeitet hätte. Dafür eignen sich Podcasts ausgezeichnet.
Was Podcasts angeht, so bin ich noch immer ein treuer Fan von Hoaxilla, den ich euch hier schon einmal vorgestellt habe. Ebenfalls fantastisch finde ich "Glaubenssache" ein Podcast, ein Podcast, der von einem der Hoaxilla Macher betrieben wird. Hier unterhalten sich ein glaubiger Katholik (Eduard Habsburg) und der Atheist Alexander Waschkau über Fragen des Glaubens, Gott und wichtige Fragen des Lebens. Dabei geht es immer unglaublich respektvoll zu und es macht einfach Spaß verschiedene Ansichten zu hören. Leider gibt es erst sieben Folgen, aber diese lohnen sich in jedem Fall. 

3. Presse
Oh ja, ihr habt richtig gelesen. Tatsächlich integriere ich gerne Zeitung lesen in meinen Alltag. Was das mit Bildung zu tun hat? Mir ist irgendwann klar geworden, dass ich Nachrichten immer nur aus der deutschen Sicht erfahre. Unser Blick auf die Welt und was das für Deutschland heißt. Das ist zwar verständlich, aber auch ziemlich eingeschränkt. Deswegen habe ich begonnen die internationale Presse zu verfolgen. Ich spreche leider nur Englisch und Französisch gut genug um einen langen Artikel lesen zu können, aber mit der NY Times, Le Monde und der Times bin ich schon einmal ein bisschen weiter unterwegs als ich es wäre, wenn ausschließlich deutsche Artikel zu meiner Lektüre gehören würden. Als wirklich beachtlich gute deutsche Zeitung kann ich euch übrigens das "Parlament" empfehlen, die von der Bundeszentrale für politische Bildung heraus gegeben wird und unter anderem die Bundestagsdebatten abdruckt. Sachliche und wirklich gut lesbare Artikel, die ihr auch im Internet findet machen die Zeitung aus. Für mich inzwischen eine der wenigen lesbaren Zeitungen die ohne Hetze und Sensationslust auskommen. 



Natürlich gibt es unzählige weitere Möglichkeiten sich Bildung zukommen zu lassen. Ich glaube es war nie so einfach wie in der heutigen Zeit. Renommierte Universitäten veröffentlichen ihre Vorlesungen online, es gibt Apps zu jedem erdenklichen Thema und zur Not bleibt einem noch immer ein Nachmittag mit Netflix Dokus oder ein Besuch im Museum. 
Was sind eure liebsten Möglichkeiten ein wenig Bildung und Kultur in den Alltag zu integrieren? Habt ihr Podcasts, die ihr empfehlen könnt? Bücher, die es zu lesen gilt oder Dokus, die man gesehen haben muss? Ich freue mich auf euren Input.

Liebste Grüße
Lotte

Kommentare

  1. Liebe Lotte, ich werde mir etwas ...suchen müssen...zur Zeit nur normaler Menschenverstand und..dein Blog...Das ist zu wenig...ich habe viele gute Bücher..die gelesen werden möchten....Liebe Grüße von Elke

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Ich freue mich über eure Anmerkungen und Kommentare :-)

Beliebte Posts

Weg mit den Mythen

Der folgende Post ist das Gegenteil von einfach. Um ehrlich zu sein weiß ich gar nicht, ob ich ihn überhaupt veröffentlichen möchte und das liegt unter anderem daran, dass er so privat ist wie bisher wenig auf meinem Blog. Viele Dinge behalte ich für mich, sie passen nicht hier herein, aber ich denke in diesem Fall sollte es das. Und nachdem inzwischen mehrere Jahre vergangen sind, denke ich: einfach machen.
Der heutige Post ist weniger Montagsmotivation als vielmehr Aufklärung und dafür möchte ich eine Geschichte voran stellen. Als ich noch jung und um einiges naiver war als heute, hatte ich Besuch. Der Freund einer lieben Freundin kam nach Leipzig und übernachtete bei mir. Sein enttäuschter Blick, als ich ihn auf dem Sofa einquartierte sprach Bände, aber ich hatte das Gefühl damit genau das richtige Signal gesetzt zu haben. Wir verbrachten ein angenehmes Wochenende miteinander, von seinen andauernden Beschwerden über das Sofa einmal abgesehen. Er erzählte mir viel von seinem Kampfs…

Ein bisschen mehr Anstalt, bitte!

In unserer Wohnung gibt es keinen Fernseher, zumindest keinen um darin Tatort, Wetten, dass? oder Frauentausch zu gucken. Dafür haben wir weder Zeit noch die nötige Lust.
Um ehrlich zu sein langweilt mich das herkömmliche Fernsehprogramm meistens, Tatort und Co. sind faktisch meist falsch und ich finde eh kaum die Zeit mir so etwas anzuschauen.
Eine große Ausnahme gibt es jedoch: Satirsendungen. Ich bin ja bekanntlich ein großer Fan der heute show. Dieses Jahr ist jedoch eine Sendung dazu gekommen, die beinahe alles in den Schatten stellt, was ich bisher an politischem Kabarett und Satire gesehen habe. Bitterböse, gnadenlos und sofort mit einer einstweiligen Verfügung von einem gewissen Herrn Joffe (Herausgeber der Zeit, klick hier) bedacht, ist das neue Format von "Neues aus der Anstalt" bisher ungeschlagen auf Platz 1 meiner liebsten Satiresendungen.
Dabei blieb mir bei einigen Sendungen das Lachen, vor lauter Wahrheit, im Hals stecken. So zum Beispiel bei Claus von Wagner…

Ein Hoch auf die Frauen

Während ich den Titel des heutigen Blogposts lese, muss ich ein bisschen schmunzeln. Das Ganze klingt recht pathetisch. Vielleicht durchaus zurecht.  In den letzten Monaten und Jahren habe ich nämlich eine Sache festgestellt: Freundinnen sind unbezahlbar.  Sie sind für dich da, wenn du zum tausendsten Mal einen Abend durchgehst um festzustellen, was das nun alles zu bedeuten hat, nehmen dich in den Arm, wenn gerade mal alles schief läuft, ziehen dich mit Typen auf, indem sie Gänsblümchenblätter für dich zupfen, machen Unfug mit dir, leihen dir ihre Ohr, ihr Kleid oder sogar ihre Schulter zum ausweinen und holen dich auf den Boden der Tatsachen zurück, wenn du mal wieder abhebst.  Kurzum: Sie sind einfach das Salz in der Suppe.  Irgendwie haben wir Damen uns einreden lassen, dass die einzige Beziehung, die wirklich zählt, die mit deinem sexuellen und/oder Lebenspartner ist. Was wir dabei vergessen: Zwischen allen Beziehungen, den lärmenden Liebschaften und auf und ab sind die Freundin…