Direkt zum Hauptbereich

Montagsmotivation einmal anders. Woran meine Mutter offiziell Schuld ist.

Diese Woche beinhaltet einen ganz besonderen Tag. Meine Mutter feiert einen runden Geburtstag. 
Anlässlich dieses Ereignisses möchte ich in der heutigen Montagsmotivation einmal Danke sagen. 
Dankbarkeit ist ein großes Thema für mich, wie ihr hier und hier nachlesen könnt. 

Heute soll es aber nicht um Dankbarkeit im Allgemeinen gehen sondern um die, für eine Frau, die ich guten Gewissens als Vorbild bezeichnen kann und das nicht nur, weil sie eine fantastische und liebevolle Mutter war. 
Die großherzigen, mütterlichen Eigenschaften möchte ich heute außen vor lassen und mich ganz einer Sache widmen, die ich von meiner Mutter gelernt habe. 


DU bist die Quelle der Veränderung, die du in der Welt sehen möchtest!

Seit ich ganz klein war, kenne ich meine Mutter nur auf Weltveränderungsmission. Nie hat sie sich damit zufrieden gegeben, dass die Dinge eben so sind, man das schon immer so gemacht hat und es überhaupt alles sinnlos ist.
Egal ob die Rettung der baufälligen Kirchen, der Vorsitz im Vorstand des Kindergartens (sie ist dort ausgetreten als ich mit dem Studium angefangen habe. Zitat "Ich glaube jetzt ist es auch genug"), die Initiierung eines Bürgercafés für alle Menschen, die sich nach Gesellschaft sehnen oder, seit Neustem, die Politik, meine Mutter war immer dabei.
Als ich klein war organisierte sie über Jahre hinweg einen Adventsmarkt zum Erhalt der baufälligen Backsteinkirchen unserer Gemeinde. Dort wurden die zauberhaftesten selbst genähten, gezimmerten und gebastelten Dinge auf höchstem Niveau hergestellt und verkauft. Die Einnahmen flossen in den Erhalt der Kirche.
Heute betreibt sie unter anderem mit einigen Frauen aus der Nachbarschaft ein Bürgercafé für alle Menschen. Ältere Herrschaften zocken "Elfer raus", trinken kostenlos Kaffee und essen Kuchen, den die Betreiberinnen des Cafés gebacken haben. Sie ist mehrfach in der Woche politisch unterwegs und regt sich jedes Mal auf eine bezaubernde Art auf, wenn das  Establishment die Dinge nicht pragmatisch sondern durch ideologische Brillen betrachtet.
Nebenher geht sie übrigens auch arbeiten und hat es geschafft mich einigermaßen munter durchs Leben zu bringen - inklusive diverser Fahrdienste zur Musikschule...


Sie ist ein ziemlicher Wirbelwind, der sich wenig sagen lässt und nachfragt, bis sie mit einer Antwort zufrieden ist. Da meine gesamte Familie aus Rheinländern besteht, hat sie die typisch rheinisch vorlaute Art (ich nenne es liebevoll rheinische Großfresse und freue mich, dass ich sie geerbt habe), die auch vor Autoritäten nicht zurück schreckt.
Neben all den Dingen, die sie mir als Mutter beigebracht hat -sei es der Genuss an frisch gekochtem Essen, das es wirklich JEDEN Tag gab, egal wie lange sie unterwegs war, die Fähigkeit einen Tisch perfekt nach Knigge einzudecken, gewisse Formen des menschlichen Umgangs oder unglaublich strukturiert durch den Tag zu laufen- bewundere ich am meisten ihren Mut und ihre Fröhlichkeit.


Meine Muter ist einer der mutigsten Menschen, die ich kenne, eine Frau, die Zäune einrennt, wenn sie für eine Sache einsteht. Eine Frau, die kein Nein akzeptiert, wenn es so einfach wäre eine Lösung zu finden. Dabei ist sie fast immer fröhlich, hat den fabelhaftesten Sinn für Humor und kann mit dir von jetzt auf gleich im Radio alte Songs mitsingen.
Ihr Weg war dabei alles andere als ein ewiges Blumen pflücken in der Abendsonne. Tatsächlich hat sie sich ziemlich durchgeboxt. Trotzdem hat sie niemals ihr Lachen und ihren Humor verloren und das ist etwas, wofür ich sie bewundere. 
Alles in allem gibt es demnach einen Punkt, an dem meine Mutter tatsächlich Schuld hat:

Sie hat mir gezeigt, wie man als unabhängige, mutige und starke Frau seinen Weg geht ohne seine Leichtigkeit zu verlieren und dabei ganz nebenher die Welt ein Stückchen besser macht. 

Oder, kurz gesagt, sie war das beste Rollenvorbild, das man sich als kleines Mädchen wünschen kann. Nicht nur, weil sie meine Mutter ist, sondern, weil sie die Welt verändert.
In diesem Sinne
Danke!



Habt ihr auch eine Powerfrau als Vorbild, die euch durch das Leben begleitet?
Ich bin so froh, dass ich das Glück hatte direkt bei einer solchen Frau aufzuwachsen.
Liebste Grüße
Lotte

Kommentare

  1. Liebe Lotte,....so eine Mutter.. wäre ich auch gern. Liebe Grüße von Elke

    AntwortenLöschen
  2. Hey,....das ist lieb von dir, ..ich geb mir weiterhin Mühe.Alles Liebe für Euch von Elke


    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Ich freue mich über eure Anmerkungen und Kommentare :-)

Beliebte Posts

No Risk - no Fun?

Nachdem mich in der Woche einige Besorgnis erreichte - ja, ich lebe noch, aber ich war ein bisschen angeschlagen und habe es nicht geschafft Posts für dich Woche vorzubereiten-  meldet sich Lotte Fuchs zurück zum Dienst.  Schließlich ist Montag und dementsprechend Zeit ein wenig motiviert in die Woche zu starten. 

Vor kurzem saß ich mit einer Freundin zusammen, die ich wirklich sehr schätze. Obwohl wir uns noch nicht einmal ein Jahr kennen, ist sie mir unglaublich ans Herz gewachsen. Dazu kommt, dass sie ein Mensch ist, der in Krisensituationen das Talent besitzt die Dinge aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Solche Menschen sind in Gold nicht aufzuwiegen. Besagte Freundin hatte vor kurzem den Ausspruch des Jahres für mich:  "Was wäre jetzt das Schlimmste, das passieren kann? Dann wird eben mal irgendein Herz gebrochen. SO WHAT?"  Nachdem sie sich von ihrem Ausbruch beruhigt hatte, mussten wir beide ein wenig lachen. Nicht, weil gebrochene Herzen so witzig wären, so…

Aktuelles

zum #metoo ist inzwischen so viel geschrieben und gesagt worden, dass ich das Gefühl habe auf einen fahrenden Zug aufzuspringen, wenn ich darüber schreibe.
Deswegen möchte ich heute gar nicht meine eigenen Worte verwenden, sondern die von Najwa Zebian, die mich vor einigen Wochen mit einem wunderbaren TED Talk beeindruckte und die genau die richtigen Worte zur aktuellen Debatte fand. 

Your story. I know that they make you Doubt Yourself. But let me tell you this. I believe you. I hear you. I honour your story. I salute the hero in you. I commend the courage in you. I stand with the heart in you. You are brave. Don’t you ever doubt that. You are strong. Don’t you ever give up. It’s okay to be tired. But do not give up. It’s okay to be tired. But do not give up. It’s okay to feel the pain. But do not let the pain overtake you. You Overtake It. You owe it the survivor in you. You owe it to the fighter in you. To get back up. To stand tall. And say, I am a hero. I am a survivor. I am a ch…

Paris, Paris - 9 Kleinigkeiten aus dem letzten Urlaub

Vor ungefähr zwei Wochen machten meine Mutter und ich gemeinsam Urlaub. Das mutet vielleicht etwas seltsam an, immerhin bin ich vor sieben Jahren ausgezogen, aber um ehrlich zu sein ist so ein Mutter-Tochter Urlaub gar nicht schlecht.
Unser Ziel war Paris. Eine Stadt, die wir beide sehr gut kennen (ich war das sechste Mal dort, meine Mutter so ungefähr zum 10. Mal) und mögen.
Meine Mutter feierte Geburtstag und mein Geschenk war es, sie zu einem Jazz Brunch in meine liebste Frühstücksmöglichkeit von Paris einzuladen, das Bellevilloise. Und überhaupt genossen wir die Stadt ohne Ende.
Während es also draußen vermehrt regnet und grau wird, habe ich heute ein paar Bilder dabei, die vielleicht kurz träumen lassen.


Einige Aktivitäten, die in Paris nicht fehlen dürfen.

1. Essen. Bitte da, wo man nur Französisch spricht und außerhalb der Touristenfallen, dann ist es wirklich gut. Günstig kann man vergessen. So etwas gibt es leider einfach nicht.



2. Ok, das widerspricht Punkt 1, aber das Angel…