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Was würdest du tun? Big Talk

Eigentlich hatte ich ja vor diese Woche noch ein Rezept zu posten und mich, was tiefere Themen angeht, ein wenig zurück zu halten. Schließlich sitze ich auf noch nicht gepackten Umzugskisten und Termine rücken immer näher. Aber dann, während ich meine Sommersachen verstaute und TED Talks hörte, kam ich auf ein Thema, das mich so intensive berührt hat, dass ich es einfach teilen musste.

Und so sitze ich hier, die Sommersachen auf dem Boden neben mir liegend, und schreibe einen Blogpost der erst in ein paar Tagen online geht, den ich aber einfach schreiben musste.
Es geht um den sogenannten Big Talk. Der frei nach dem Motto "Screw Smalltalk" mal eben jegliche Diskussionen über das Wetter, die Gesundheit und die aktuelle Mode auslässt um gleich in die tieferen Gefilde einzutauchen.
Die Studentin Kaline Silverman hat in einem berührenden Video völlig fremden Menschen Fragen gestellt, über die man vielleicht nicht einmal mit seinen engsten Freunden spricht.
Fragen wie:

Was möchtest du tun bevor du stirbst?
Was würdest du tun wenn du wüsstest dass du morgen sterben würdest?
Was bedeutet dir am meisten?

Und mit einem Mal fand ich mich vor meinem Laptop wieder und musste schlucken. Ich bin nicht jemand, der schnell weint. Aber als ich dieses Video sah hat es etwas in mir bewegt, etwas, das tiefer geht als oberflächliche Dinge wie die nächste Party oder gute Noten.
Die Antworten dieser Menschen haben mich berührt, begeistern, lachen lassen und ein Gefühl von Verbundenheit entstehen lassen. Etwas, das man im Alltagstrubel leicht vergisst.
Ich bin nicht der einzige Mensch, der sich die großen Fragen stellt.
Jeder Mensch, den ich treffe hat eine eigene, besondere Geschichte und Sicht auf die Welt.
Wir können niemals wissen was sich hinter dem Supermarktkassierer, der Dame am Bahnschalter und dem Mann in der U-Bahn verbirgt, welche Geschichten sie teilen und was uns mit ihnen verbindet was wir lernen können. Über sie, über uns, über die Menschheit. All das bleibt für immer verborgen, wenn wir nur übers Wetter reden in unserem Kopf bleiben und durch den Alltag flitzen.


Ich darf nicht über meinen Beruf reden. Das ist gut und richtig so, schützt die Menschen, die sich im Vertrauen an mich wenden und muss definitiv auch so sein. Was ich euch allerdings sagen kann:
Vor einiger Zeit hatte ich eine berufliche Aufgabe, bei der ich mir die Lebensgeschichte eines Menschen anhörte. Da dies nicht live passierte hatte ich keinen Einfluss darauf was erzählt wurde ich konnte das Gespräch nicht lenken sondern einfach nur zuhören. Niemals habe ich so viel gelernt wie durch diese Aufgabe. Einfach nur zu sitzen und zuzuhören konfrontiert uns mit so vielen Eindrücken, mit unseren eigenen vorgefassten Meinungen über Äußerlichkeiten, mit Vorurteilen, die wir mit uns herum tragen, dass wir gar nicht anders können als uns selbst in Frage zu stellen und daran zu wachsen. Die Aufgabe war mühselig und anstrengend, aber nie habe ich das Gefühl gehabt mich besser zu entwickeln.

Small Talk nimmt uns die Chance darauf Menschen kennen zu lernen. Wir bleiben an der Oberfläche, finden uns sympathisch und verlieren uns im BlaBla des Alltags. Um Menschen tatsächlich kennen zu lernen, sie zu erkennen und gemeinsam zu wachsen müssen wir den Mut haben tiefer zu gehen, ein wenig am Lack zu kratzen und zu schauen was passieren wird.
Big Talk hat mich beeindruckt, berührt und hinterfragen lassen wie ich mit Menschen in Kontakt trete und wie gut ich die Menschen in meiner Umgebung kenne. Und nicht nur die Menschen in meiner Umgebung, sondern auch mich selbst. Deswegen stelle ich mir die Frage:

Was würdest du tun, wenn du wüsstet es wäre dein letzter Tag auf dieser Welt?
Was möchtest du tun bevor du stirbst?
Was bedeutet dir am meisten?

Lotte

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