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Letzte Montagsmotivation des Jahres 2016- heute wird es persönlich

Seit etwas über einem Jahr habe ich ein abendliches Ritual. Bevor ich schlafen gehe überlege ich mir genau drei Dinge:

1) Was war heute gut?
2) Was war besser als erwartet?
3) Wofür bin ich dankbar?




Meistens schreibe ich mir die Antworten auf, manchmal denke ich nur kurz darüber nach und einige Male im letzten Jahr war ich so müde, dass ich über diesen Fragen eingeschlafen bin.
Trotzdem habe ich mir diese Fragen häufig abends gestellt und ich bin mir sicher, sie haben meine Perspektive auf die glücklichste Art und Weise verschoben. Egal wie schlecht mein Tag war, wie sehr ich mich ärgerte oder wie viel ich zu tun hatte, sie gaben mir die Möglichkeit zu überdenken und neu zu justieren. Besonders die Frage: Wofür bin ich heute dankbar hat viel in meinem Leben verändert, denn um ehrlich zu sein fällt die Antwort darauf recht häufig ähnlich aus.
Und weil heute die letzte Montagsmotivation des Jahres ist, möchte ich mit euch teilen wofür ich im letzten Jahr häufig dankbar war.

1) Ich bin dankbar für meine Familie
Egal was komm, egal welche Krisen es zu bewältigen gilt (und das waren schon ein paar) meine Familie ist immer für mich da. Völlig unabhängig davon welche "Leistungen" ich bringe, kann ich mir der Liebe und Unterstützung meiner Familie immer sicher sein. Das ist ein unendlich kostbares Geschenk, das ich sehr zu schätzen weiß. Während meines gesamten Studiums haben mich meine Eltern unterstützt, mir zugehört wenn ich über Lernstoff jammerte und unerschütterlich an mich geglaubt, auch wenn ich es gerade nicht so konnte.

2) Ich bin dankbar für meine Freunde
Nicht nur für die wilden Partymomente voller Alkohol Ausgelassenheit und verrückten Ideen, die wir gemeinsam haben, sondern auch für all die tiefen Gespräche, Kriseninterventionen und stillen Momente, die wir teilen können. Freunde zu haben mit denen man lachen kann sind großartig, Freunde zu haben mit denen man lachen, weinen und wachsen kann sind nicht zu ersetzten. Ich habe das Glück einige dieser Freunde in meinem engsten Kreis zu haben. Es ist tatsächlich so: Man wächst an den Menschen mit denen man sich umgibt.

3) Ich bin dankbar für Bella
Was nach verrückter Katzenlady klingt hat einen ganz ernsten Hintergrund. Bella schert sich nicht um Termine, hektisches Getue oder passende Zeitpunkte. Wenn sie gerade schmusen will dann ist es so. Dann springt sie auf meinen Schoß, schnurrt und gibt keine Ruhe bis sie bekommt was sie will. Sie bringt mich zum lachen, kann furchtbar nerven (gerne um drei Uhr in der Nacht) und schafft es immer wieder großes Chaos anzurichten. Nicht zu ersetzen und einmalig.

4) Ich bin dankbar für das Schreiben
Ich schreibe. Immer - und mit Leidenschaft. Meinen Blog, Kurzgeschichten, Romane. Wenn ich schreibe bin ich wirklich ich. Der absolute Flow entsteht, wenn ich Worte aufschreiben kann, mit meinen Figuren Zeit verbringen darf und mich einfach in meinen Geschichten verliere. Glück- das ist für mich ein heißer Tee und ein offenes Wordprogramm. Ich bin sehr dankbar, dass dieser kreative Anteil zu mir gehört.

5) Ich bin dankbar für meine Leser
Mein Blog ist weit davon entfernt bekannt oder besonders groß zu sein. Im Gegenteil: Er ist klein, aber Oho. Und genau das liebe ich besonders. Ihr seid vielleicht nicht Hunderttausende, aber dafür die herzlichsten und großartigsten Leser, die ich mir wünschen kann.
Als ich bekannt gab, dass ich nach Hannover ziehe, ereilten mich unzählige E-Mails und lange Kommentare, ich erhielt liebe Wünsche und Ideen für den Umzug. Ich bekam Mails zu aktuellen Themen aus denen sich wunderbare Gespräche entwickelten. Leider schaffe ich es nicht immer sofort und schnell zu antworten, aber eure großartigen Worte und eure Anteilnahme in den letzten Jahren war einfach wundervoll- Ich bin sehr dankbar für eure Rückmeldungen und freue mich jedes Mal darüber. In diesem Sinne: Ich bin sehr dankbar für euch





Von diesen fünf Dingen abgesehen, gibt es tatsächlich unzählige andere Begebenheiten, kleine und große Augenblicke und Inspirationen für dich ich dankbar bin. Ich bin dankbar in einer Demokratie zu leben, ich bin dankbar für die Möglichkeit jeden Tag etwas zu lernen, ich bin dankbar für gutes Essen, ein Glas Wein mit Freunden und mein warmes Bett am Abend. Ich bin dankbar für süße kleine Begegnungen am Tag, ein Lächeln oder einen kleinen Flirt, für Frischkäse und Honig auf Toast und Lichterketten. Ich bin dankbar für spannende Bücher, fantastische Filme und Lieder, die mein Herz berühren. Es gibt so vieles für das ich dankbar bin, dass ich ewig so weiter machen könnte.
Aber vor allem bin ich sehr dankbar auf dieser Welt zu sein und mir dies bewusst zu machen.
Dankbarkeit ist eine großartige Sache, sie verändert die Perspektive, zeigt was uns wichtig ist und ganz langsam verändert sie auch ein Leben.
Ich wünsche euch einen fantastischen zweiten Weihnachtstag!
Liebste Grüße
Lotte

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