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Meine Bücher im Januar -Lesechallenge 2017

Der erste Monat meiner Lesechallenge 2017 ist sozusagen vorbei und wie versprochen gibt es am letzten Freitag im Monat eine kleine Zusammenfassung der Bücher, die ich gelesen habe. 
Zunächst einmal vorneweg: Es ist unglaublich schön auf dem Weg zur Arbeit und zurück nach Hause oder in die Stadt einfach zu lesen und kurz in eine andere Welt einzutauchen. Der Tag beginnt anders, wenn ich ein Buch am Morgen lese. Schöner, entspannter und voller kleiner Abenteuer. 

Zu Beginn legte ich ein recht flottes Tempo vor. sodass ich die zwei Bücher im Monat binnen kürzester Zeit schaffte. Doch nun, beim fünften  und letzten Buch für diesen Monat, schleiche ich ein wenig vor mich hin. Das liegt gar nicht an der Lektüre, wobei - eigentlich schon- aber es liegt nicht an der Qualität der Lektüre, sondern am Stil und der Geschichte, die es etwas langsamer voran gehen lassen. 
Aber genug der Vorbemerkungen. Hier sind also meine fünf Bücher des Januars. 
Vielleicht ist ja auch etwas für euch dabei:


1. Winter is coming von Carolyne Larrington 

Eine Geschichtsprofessorin aus Oxford erklärt die historischen Hintergründe zu Game of Thrones.
Ich gebe zu, ich mag die Serie, den allgemeinen Hype und das sehnsüchtige Warten auf Fortsetzungen verstehe ich jedoch nicht. Hin und wieder schaue ich gerne eine Episode danach können aber durchaus Wochen (manchmal sogar Jahre!) vergehen, bis ich die tnächste Folge anschaue. Das Buch war ein Weihnachtsgeschenk meines Vaters, der seit zwei Jahren Geschichte studiert. Gelesen habe ich es mit höchstem Genuss. Selten habe ich so viel über politische Hintergründe, geschichtliche Zusammenhänge und Mythologie auf einmal erfahren und dazu auch noch auf so unterhaltsame Art und Weise. Das Buch entdeckt recht umfassend die politische Situation und Kultur in Westeros und den umgebenden Ländern ab und zieht dabei Parallelen zu isländischen Sagen, römischer Kultur und mongolischen Reitern. Jeder, der sich für  Game of Thrones und dessen Hintergründe interessiert wird dieses Buch höchstwahrscheinlich lieben.


2. Der Weg des Menschen nach der chassidischen Lehre von Martin Buber

Nachdem ich das Buch von Manfred Lütz und Jehuda Bacon gelesen habe, war ich neugierig auf Martin Buber. Kaum ein anderer Name ist so oft in diesem Buch genannt worden wie der, des Religionsphilosophen Buber.
Das Buch erklärt ein wenig die Lehre des Chassidismus, ist sehr philosophisch und für strenge Atheisten wahrscheinlich überhaupt nichts. Ich persönlich fand es interessant, nahm etwas mit und freue mich ein wenig Buber im Original gelesen zu haben. Bubers Buch ist zwar recht dünn, wenn man aber tatsächlich über das Gelesene nachdenken möchte, benötigt es etwas mehr Zeit. (Ich empfehle einen Sonntagnachmittag)


3. Mom&Me&Mom von Maya Angelou

Maya Angelous Mutter schickte  sie zum aufwachsen zu ihrer Großmutter, sie wurde als Kind vergewaltigt und, als der Täter aufgrund ihrer Aussage verurteilt und später getötet wurde, hörte sie auf zu sprechen, weil sie der Meinung war ihre Sprache habe eine unglaubliche tödliche Macht. Mit 17 wurde sie schwanger und lebte als allein erziehende Mutter kurz nach dem Highschoolabsschluss von der Hand in den Mund. Sie war Straßenbahnfahrerin, Tänzerin in Nachtclubs, managte Prostituierte, wurde Sängerin, tourte mit "Porgy und Beth" durch die Welt, arbeitete als Autorin und Hochschullehrerin und war amerikanische Bürgerrechtlerin. Das alles reicht schon um ein bewegtes Leben vorzuweisen. Und es ist mehr als genug Stoff um verbittert und verhärmt durch das Leben zu laufen. Jedoch trifft dies nicht auf Maya Angelou zu. Sie gilt als Amerikas Volksdichterin und ihre siebenteilige Biografie ist unglaublich beliebt. Ich las den letzten Band, den es leider nur auf Englisch gibt, mit einer Mischung aus tiefer Ehrfurcht und absoluter Faszination. In diesem Buch beschreibt Angelou die Beziehung zu ihrer Mutter und erklärt auf fantastische Weise was es bedeutet Tochter zu sein. Dieses Buch ist - trotz vieler schrecklicher Geschichten- so voller Wärme und Liebe, das es mir Tag für Tag ein Lächeln ins Gesicht zauberte. Für alle Frauen die Mutter und/oder Tochter sind ist dieses Buch eine Bereicherung. Die Sprache ist leicht verständlich und ist auch für Menschen, die sich mit dem Englischen schwer tun durchaus lesbar.
 

4. Berlin 1936 Sechzehn Tage im August von Oliver Hilmes

Großartig, großartig, großartig. Von allen Büchern, die ich im Januar gelesen habe war dies mit Abstand mein Favorit. Wer 1913 mochte wird dieses Buch ebenfalls lieben. Tag für Tag schildert der Autor die 16 Tage der olympischen Spiele in Berlin im Jahr 1936. Mal aus der Sicht der Sportler, mal aus der von Organisatoren oder großen Künstlern und von jenen, die das Regime aufgrund ihrer Herkunft fürchten mussten. Wie perfekt die Propagandamaschienerie der Nazis funktionierte wird in diesem Buch unglaublich deutlich. Sehr plastisch schildert der Autor eben jene Stimmung im Sommer 1936, die durchmischt war von grenzenloser Euphorie, der leisen Hoffnung Hitler werde sich fortan liberal zeigen und der unverholenen Angst jener, die wussten dass es nicht so kommen wird. Dazu die Gäste aus aller Welt, die dem schönen Schein nur allzu gerne Glauben schenken. Für 16 Tage ist Jazz in der Stadt erlaubt, Hetzschriften werden verboten und eine jüdische Sportlerin in der deutschen Mannschaft soll über den Antisemitismus hinweg täuschen. Gespickt ist das gesamte Buch mit Tagebucheinträgen von Nationalsozialisten, die nur allzu genau wissen was dies zu bedeuten hat.
Meine klare Empfehlung: Unbedingt lesen. Ich wusste nicht viel über die olympischen Spiele 1936, wie sich heraus stellte war das ein Fehler. 

5. Der Hydrograf von Allard Schröder

Bei diesem Buch wurde ich Opfer das wunderschönen Desgins. Selten habe ich ein so stilvolles Buch gesehen und auch der Klappentext begeisterte mich augenblicklich. Ein Hydrograf entflieht an Bord eines Schiffes um einer Ehe aus dem Weg zu gehen. Er triff auf eine geheimnisvolle Frau, zu der er sich hingezogen fühlt. Was schnulzig klingt ist insgesamt eine große Charakterstudie der Menschen an Bord des Schiffes. Immer wieder werden ihre Ansichten detailliert dargelegt. ihre Meinungen beschrieben und erklärt. Richtig sympathisch ist dabei niemand - erst recht nicht Franz von Karsch-Kurwitz. Immer wieder wird auf seine Jugend in Pommern zurück geblickt, sein Kredo stets alle Pflichten zu erfüllen hat ihn unglücklich und taub für die Welt werden lassen und ihn zudem ein wenig hart gegen die Menschheit gemacht. Nun, auf dem Schiff in Richtung Südamerika blickt er zurück auf sein Leben und stellt sich immer wieder selbst in Frage.
Ich muss zugeben, ich knabbere schon etwas länger an dem Buch (über eine Woche) und werde es wahrscheinlich erst am Wochenende auslesen. Die Sprache ist unglaublich schön und poetisch. Allerdings ist das Buch für Freunde von Action und viel Handlung ungeeignet. Es geht vielmehr um die Poesie im Buch, die langsame Entwicklung der Charaktere und ihre Geschichten. Wer so etwas nicht mag sollte die Finger von dem Buch lassen.
Ich mag es sehr gerne, brauche aber ungewöhlich lange für nur 200 Seiten zumal es immer eine Weile braucht, bis ich bei diesem Buch wirklich im Flow bin. Nichtsdestotrotz genieße ich die Lektüre über die Maßen. Für Freunde der schönen Sprache ist es einfach wundervoll.

Nun, das sind meine fünf Bücher im Januar gewesen. Ich bin unglaublich froh sie gelesen zu haben (oder noch zu lesen) und freue mich sehr auf meine Bücher im Februar. Vor allem bin ich gespannt auf eure Reaktion. Was sind eure liebsten Bücher im Januar gewesen? Habt ihr eine Empfehlung für mich?
Ich wünsche euch einen herrlichen Freitag 

Liebste Grüße
Lote


Kommentare

  1. Bei mir waren es im Januar 7 Bücher, die ich gelesen habe. Am besten hat mir die CalendarGirl Reihe gefallen. Morgen kannst du mehr davon auf meinem Blog lesen :-)
    Liebe Grüsse Alizeti

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    Antworten
    1. Ich ziehe offiziell meinen Hut vor dir und bin sehr gespannt was du über CalendarGirl sagst. Das sehe ich derzeit in jedem Buchladen.
      Hab einen wunderbaren Tag
      Lotte

      Löschen
  2. Ich lese gerade "Warum ein Leben ohne Goethe sinnlos ist" von Stefan Bollmann. Gleich am Anfang des Buches sagt der Autor, "...dass ein Leben ohne Mops sinnlos ist, wissen wir seit Loriot, aber ein Leben ohne Goethe?" Das hat mich neugierig gemacht. Die hübsche kleine Landkarte auf der Innenseite des Einbands mit Wegen durch den "Goethe-Park" und die leichtfüßig formulierten Überschriften der einzelnen Kapitel haben mich sofort gelockt. Im Buch werden typische Lebensfragen gestellt, die jeden Menschen bewegen, und es wird beschrieben, wie Goethe sich in diesen Entscheidungsmomenten verhalten hat. Ich bin von dem Buch und damit nun auch von Goethe sehr begeistert! Der Autor "haut" für mich sehr überzeugend, motivierend und gleichzeitig im charmanten Plauderton die Wahrheiten nur so raus. Vielleicht würde es Dir ja auch gefallen?

    Iris

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