Direkt zum Hauptbereich

Money. Money, Money... Warum man sein Geld anderen geben sollte und Sheldon Unrecht hat

Vor ein paar Wochen gab ich unglaublich viel Geld aus. Ich kaufte großartigen Wein, sehr teures Hirschgulasch und allerlei Köstlichkeiten für ein Essen, das ich für meine Umzugshelfer gab.
Wie hoch die Rechnung im Einzelnen war möchte ich an dieser Stelle nicht ausführen, sagen wir so: Es war gut, dass mein erstes Gehalt unmittelbar vorher kam und meine Miete nicht abgezogen war. ;)
Was ich allerdings nicht mehr wusste: Dieses Geld habe ich in wunderbare Weise in Glück investiert. Zum Einen, weil es ein zauberhafter Abend mit großartigen Menschen wurde - was per se immer sehr glücklich macht- zum Anderen jedoch auch, weil es uns Menschen immer glücklich macht, wenn wir unser Geld nicht horten wie eine Elster, sondern für andere ausgeben.
Klar, Vorsorge ist wichtig, sollte reichlich betrieben und keinesfalls unterschätzt werden, doch wirklich glücklich werden wir davon nicht.
Was unserem Glück jedoch hilft, so zeigt die Studie von Dunn, Aknin und Norton (2008) in Science, ist es Geld für andere auszugeben. Ein Geschenk kaufen, jemanden auf einen Kaffee einladen, spontan einer Freundin ein Buch schenken, etwas im Urlaub für andere kaufen. Geld spenden, all das macht uns viel glücklicher als Geld nur für uns auszugeben.

In mehreren Experimenten untersuchten die Autoren inwiefern sich die Art, wie wir Geld ausgeben auf unser Glück auswirkt.
Und tatsächlich war es so, dass die Menschen, die ihr Geld eher dafür ausgaben Geschenke für andere zu kaufen oder zu spenden, glücklicher waren als jene, die ihr Geld für sich selbst ausgaben. Interessanterweise war dies sogar unabhängig vom Einkommen der befragten Personen und ließ sich in unterschiedlichsten Erhebungen immer wieder feststellen.
So führte die Autoren zunächst eine einfache Befragung einer Bevölkerungsstichprobe durch, befragten in einer weiteren Untersuchung Menschen, die bei der Arbeit einen Bonus ausgezahlt bekamen vor und nach dem Bonus zu ihrem Glück und führten schließlich auch noch ein eigenes Experiment durch, indem Probanden unterschiedliche Geldbeträge entweder für sich selbst oder andere ausgeben mussten. Das Ergebnis war jedes Mal das Gleiche- Menschen, die ihr Geld in andere investierten, sei es durch Spenden oder indem sie Geschenke kauften, waren glücklicher als jene, die sich selbst beschenkten - unabhängig von Einkommen und Geldbetrag.
Und warum machen wir das Ganze nicht einfach? Weil wir es nicht besser wissen.
Tatsächlich gaben die Personen in dem Experiment an, sie wären der Überzeugung eine Investition zum eigenen Vergnügen würde sie glücklicher machen als das Geld anderen zu geben.
Oder, frei nach Sheldon Cooper, es ergibt keinen Sinn Geschenke zu kaufen, weil der andere dann ein gleichwertiges Geschenk kauft und man sich ein Leben lang immer wieder etwas schenken müsse bis schließlich der gewinnt, der stirbt bevor er das letzte "Ausgleichsgeschenk" kauft.
Nun, Sheldon ist sicher ein Genie, in diesem Moment vergisst er jedoch einen Faktor, der so beachtlich ist, dass es auf das eigentliche Geschenk gar nicht mehr ankommt. Investiere ich mein Geld in andere investiere ich auch in mein eigenes Glück.



Wenn ihr mich fragt ist das ein guter Grund niemals mit dem Schenken aufzuhören. Denn sich selbst und anderen gleichzeitig eine Freude machen ist allemal wert ein wenig zu investieren ;)
Ich wünsche euch den wunderbarsten Start in die Woche
Lotte

Quelle:
Dunn, E. W., Aknin, L. B., & Norton, M. I. (2008). Spending money on others promotes happiness. Science (New York, N.Y.), 319(5870), 1687–1688. doi:10.1126/science.1150952

Kommentare

Beliebte Posts

Weg mit den Mythen

Der folgende Post ist das Gegenteil von einfach. Um ehrlich zu sein weiß ich gar nicht, ob ich ihn überhaupt veröffentlichen möchte und das liegt unter anderem daran, dass er so privat ist wie bisher wenig auf meinem Blog. Viele Dinge behalte ich für mich, sie passen nicht hier herein, aber ich denke in diesem Fall sollte es das. Und nachdem inzwischen mehrere Jahre vergangen sind, denke ich: einfach machen.
Der heutige Post ist weniger Montagsmotivation als vielmehr Aufklärung und dafür möchte ich eine Geschichte voran stellen. Als ich noch jung und um einiges naiver war als heute, hatte ich Besuch. Der Freund einer lieben Freundin kam nach Leipzig und übernachtete bei mir. Sein enttäuschter Blick, als ich ihn auf dem Sofa einquartierte sprach Bände, aber ich hatte das Gefühl damit genau das richtige Signal gesetzt zu haben. Wir verbrachten ein angenehmes Wochenende miteinander, von seinen andauernden Beschwerden über das Sofa einmal abgesehen. Er erzählte mir viel von seinem Kampfs…

Ein bisschen mehr Anstalt, bitte!

In unserer Wohnung gibt es keinen Fernseher, zumindest keinen um darin Tatort, Wetten, dass? oder Frauentausch zu gucken. Dafür haben wir weder Zeit noch die nötige Lust.
Um ehrlich zu sein langweilt mich das herkömmliche Fernsehprogramm meistens, Tatort und Co. sind faktisch meist falsch und ich finde eh kaum die Zeit mir so etwas anzuschauen.
Eine große Ausnahme gibt es jedoch: Satirsendungen. Ich bin ja bekanntlich ein großer Fan der heute show. Dieses Jahr ist jedoch eine Sendung dazu gekommen, die beinahe alles in den Schatten stellt, was ich bisher an politischem Kabarett und Satire gesehen habe. Bitterböse, gnadenlos und sofort mit einer einstweiligen Verfügung von einem gewissen Herrn Joffe (Herausgeber der Zeit, klick hier) bedacht, ist das neue Format von "Neues aus der Anstalt" bisher ungeschlagen auf Platz 1 meiner liebsten Satiresendungen.
Dabei blieb mir bei einigen Sendungen das Lachen, vor lauter Wahrheit, im Hals stecken. So zum Beispiel bei Claus von Wagner…

Ein Hoch auf die Frauen

Während ich den Titel des heutigen Blogposts lese, muss ich ein bisschen schmunzeln. Das Ganze klingt recht pathetisch. Vielleicht durchaus zurecht.  In den letzten Monaten und Jahren habe ich nämlich eine Sache festgestellt: Freundinnen sind unbezahlbar.  Sie sind für dich da, wenn du zum tausendsten Mal einen Abend durchgehst um festzustellen, was das nun alles zu bedeuten hat, nehmen dich in den Arm, wenn gerade mal alles schief läuft, ziehen dich mit Typen auf, indem sie Gänsblümchenblätter für dich zupfen, machen Unfug mit dir, leihen dir ihre Ohr, ihr Kleid oder sogar ihre Schulter zum ausweinen und holen dich auf den Boden der Tatsachen zurück, wenn du mal wieder abhebst.  Kurzum: Sie sind einfach das Salz in der Suppe.  Irgendwie haben wir Damen uns einreden lassen, dass die einzige Beziehung, die wirklich zählt, die mit deinem sexuellen und/oder Lebenspartner ist. Was wir dabei vergessen: Zwischen allen Beziehungen, den lärmenden Liebschaften und auf und ab sind die Freundin…