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Eine kritische Leserin - Lesemonat Februar

Monat Zwei meiner Lesechallenge ist verstrichen und ganz ehrlich? So begeistert, wie ich im Januar war, so schwer fiel es mir im Februar am Ball zu bleiben. Tatsächlich bin ich in ein kleines Leseloch gefallen und ich verrate euch woran das liegt: Ich bin unglaublich wählerisch was Bücher angeht. Gefällt mir der Stil nicht oder die Story ist mir zu flach können sich Bücher wie Kaugummi in die Länge ziehen. Tatsächlich breche ich an dieser Stelle die Lektüre meistens einfach ab. Aber diesen Monat versuchte ich mich durchzukämpfen und das bei zwei Wälzern. Am Ende gab ich bei beiden auf, was mir ein unbefriedigendes Gefühl und dem Monat Februar nur ein beendetes Buch und dafür gefühlt hundert unvollständige Lektüren einbrachte.
Aber da ich nicht so schnell aufgebe, bringe ich euch heute meine Leseliste Februar trotzdem mit. Wir wollen ja am Ball bleiben...

1. Germania von Harald Gilbers
Ich fand dieses Buch auf der Grabbeltheke im Buchladen. Und ganz ehrlich, da hätte es auch bleiben sollen. Was auf den ersten Blich spannend klang: Ein jüdischer Kommissar, der durch seine Frau geschützt ist, muss im Nationalsozialistischen Deutschland einen Serienmörder finden. War am Ende einfach nur hanebüchen und langweilig. Es traf einfach so gar nicht meinen Geschmack. Und mehr gibt es dazu dann leider auch nicht zu sagen- so bitter es klingt, mit diesem Buch begann meine Lesekrise im Februar.


2. Der Alchemist von Paulo Coehlo
Über Coehlo höre ich immer ganz unterschiedliche Kritiken. Den Einen ist er zu poetisch, zu weltfremd und zu mystisch. Die anderen lieben ihn wegen seiner sinnlichen Sprache, den bildhaften Erklärungen der Welt und verehren seinen philosophischen Ansatz. Bisher hatte ich nur Veronika beschließt zu sterben von ihm gelesen. Aber immer wenn jemand von Coehlo spricht, meint diese Person eigentlich den Alchemisten.Veronika beschließt zu sterben fand ich früher nicht schlecht, wenn auch an manchen Stellen etwas überkandidelt und so war ich gespannt auf den Alchemisten. Man muss dazu sagen: Der Alchemist war in diesem Monat das einzige Buch, das ich wirklich von vorne bis hinten gelesen habe. Schon allein das spricht für das Buch. Ich bin ein großer Freund von poetischer Ausdrucksweise, Metaphern un philosophischen Ansätzen in der Literatur. Aus diesem Grund gefiel mir der Alchemist unglaublich gut. Ich mochte die Parabel mit dem Schatz und mir gefiel der Wachstum des Charakters, Insgesamt ist es ein wunderbares Buch für eine leichte Abwechslung zwischendurch. Es liest sich schnell und einfach und man kann ein wenig in anderen Welten schwelgen.



3. Time is honey von Karlheinz und Jonas Geissler
Ein großes Interview mit Karlheinz Geissler brachte mich auf die Idee mit der Let it be Liste und schon alleine deswegen lieh ich mir dieses Buch aus. Es ist - zumindest für mich- kein Buch, das ich von Vorne bis Hinten komplett durchlese. Stattdessen blättere ich immer wieder darin, lese Passagen, die mir interessant erscheinen und erhasche immer wieder kurze Impulse zum Thema Zeit. Das Buch lädt ein Zeit einmal in einem ganz anderen Kontext und aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten und eignet sich immer in jenen Momenten besonders gut, wenn man sich abgehetzt und gestresst fühlt. Eine Empfehlung an  alle, die niemals genug Zeit zu haben scheinen.




4. Aera von Markus Heitz
Heitz... Ich weiß, ich weiß, seine Anhängerschaft ist groß, seine Fans zahlreich und ich... gehöre nicht dazu. Dabei habe ich mir wirklich Mühe gegeben. Ich war auf einer Lesung, habe seine Hörbücher gehört und wirklich versucht die Faszination zu verstehen. Aber leider werde ich das wahrscheinlich einfach nie. Heitz kann etwas, worum ihn sicher viele Autoren beneiden: Eine Fangemeinde aufbauen, die begierig jedes seiner Bücher verschlingt. Und ich muss zugeben: Davor habe ich großen Respekt. Ich persönlich kann mit ihm leider gar nichts anfangen und das liegt sicher nicht an dem Genre Fantasie. Mit Aera, so dachte ich, gebe ich ihm noch eine Chance. Die Story an sich klingt gar nicht schlecht: 2012 kommen alle Götter zurück auf die Erde. Alle bis auf die Götter des Monotheismus. Ein Ermittler, der in dieser Welt Atheist ist, klärt Mordfälle auf, die einen göttlichen Hintergrund haben können. Dabei wird er ohne sein Wissen von einem Fan verfolgt, der auf ihn Acht gibt. Ungefähr so weit bin ich gekommen und das waren die ersten 300 Seiten des Romans. Danach musste ich ihn weglegen. Wenn jeder zweite Satz gleich klingt und die Schönheit der Sprache einfach nicht bei mir ankommt, dann schaffe ich es einfach nicht weiter zu lesen. Das ist schade, denn die Geschichte hat unglaublich viel Potential. Für mich scheitert es leider ein wenig am Umsetzen der Idee. Ich weiß, alle Fans sind begeistert von Heitz. Mir bleibt es sprachlich leider einfach zu flach. Ich denke das war die letzte Chance.



5. Valerie kocht von Maria Goodin
Und endlich, endlich, endlich bin ich wieder verliebt. Die Geschichte um Valerie und Nell ist zauberschön, wundervoll und poetisch. Es ist eine herrliche Liebeserklärung an die Fantasie und erinnert mich ein bisschen an den Film Big Fish. Valerie, die Mutter der Naturwissenschaftlerin Nell, hat seit jeher zwei Dinge getan: Gekocht und Geschichten erzählt. Geschichten, in denen Bockwürste so bockig waren, dass sie aus der Pfanne springen und durch die Küche jagen. kleine Mädchen durch zu luftiges Baiser an der Decke schweben und Rollmöpse dringend Gassi gehen wollen, obwohl ihnen keine Leine passt. Leider sind diese Geschichten alles, was Nell über ihre frühestes Kindheit erfährt. Nun ist Valerie sterbenskrank und Nell möchte erfahren, was wirklich in den ersten Jahren ihres Lebens geschah. Nach und nach wird klar, dass ihre Kindheit nicht so zauberhaft ist wie Valerie sie glauben lassen will. Leider bin ich mit dem Buch noch nicht fertig, aber es hat mir definitiv die Freude am Lesen zurück gegeben. Es ist leicht und zauberhaft wie Zuckerguss, macht Lust auf mehr und Freude am Essen. Wenn ihr mich fragt ist es das perfekte Buch für verträumte Nachmittage.



Welche Bücher habt ihr denn in diesem Monat gelesen? Gab es Highlights und besonders schöne Momente oder hattet ihr auch eine kleine Sinnkrise?
Vielen Dank auch an alle, die mir so wunderbare Buchempfehlungen gegeben haben. Ich bin beeindruckt und begeistert von eurem Literaturgeschmack.
Habt einen wundervollen Start ins Wochenende
Lotte

Kommentare

  1. Ich lese Paulo Coehlo sehr gerne. Bisher haben mir alle seine Bücher gut gefallen. Besser als den Alchemist fand ich z.B. "Der Zahir" oder "Die Hexe von Portobello". Auch "Das Handbuch der Krieger des Lichts" liegt bei mir im Nachttisch.
    Wer mir seit kurzem sehr gut gefällt ist Arto Paasilinna. Der finnische Autor hat eine äußerst schrägen teils rabenschwarzen Humor und erfindet verrückte aber nicht unmögliche Welten. Zwei Bücher, die ich sehr empfehlen kann sind "Die Giftköchin" und "Das Jahr des Hasen".
    Und falls Du etwas leichtes für Zwischendurch suchst dann musst Du unbedingt die Pippa Bolle Romane von Auerbach&Keller lesen. Die Hauptfigur Pippa Bolle ist einfach so liebenswert und die Romane spielen jedes Mal an einem anderen Ort.
    Herzliche Grüße
    Joevlin

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