Direkt zum Hauptbereich

Let it be Liste 2.0 und warum meine Wohnung trotzdem aufgeräumt ist

Zunächst einmal:Vielen, vielen Dank für eure Anmerkungen zu der "Let it be" Liste, die ich auf mannigfaltige Art und Weise erreicht haben. Ich freue mich damit ein wenig etwas angestoßen zu haben. ;)
Heute ist er also da: Der zweite Teil meiner Montagsmotivation zur "Let it be" Liste.
Kurze Erinnerung: Ich habe mit dieser Liste angefangen. um meinen Perfektionismus ein wenig zu bremsen und mir mehr Zeit für die Dinge einzuräumen. die mir persönlich wichtig sind. Dabei ging es nicht darum Pflichten überhaupt nicht zu erledigen, sondern bewusst ein wenig auf Perfektionismus zu verzichten.
Nun bin ich seit zwei Wochen dabei und ich muss sagen: Die Let it be Liste war eine unglaublich gute Entscheidung.
Wie habe ich also meine "Let it be Liste" umgesetzt? Zunächst einmal habe ich beschlossen keine Liste zu führen. Das klingt ein wenig paradox, war aber eine sehr bewusste Entscheidung. Ich wollte daraus keine weitere Pflicht machen, die ich am Ende des Tages abhake und versuche zu erfüllen. Es sollte vielmehr darum gehen alles ein wenig lockerer zu nehmen. Deswegen gab es keine Liste. Weder eine "To Do Liste" noch eine "Let it be Liste" fanden sich in meinem Privatleben. Bei der Arbeit sortierte ich alle Aufgaben nach dem Eisenhower Prinzip, das ist zwar noch immer eine Art To do Liste, erleichtert aber gleichzeitig das Arbeiten. By the way: Wollt ihr dazu auch einen Blogpost haben? So nach dam Motto "Wie organisiere ich meine Arbeit"
Nun aber erst einmal zurück ins Privatleben: Meine Wochen waren umwerfend .
Noch nie war ich so entspannt und gleichzeitig so produktiv wie in den letzten beiden Wochen. Ich habe mit Leichtigkeit alles bewältigt, was ich schaffen wollte und hatte gleichzeitig eine wundervolle Zeit. In den letzten zwei Wochen war ich mindestens drei Mal pro Woche zum Sonnenaufgang spazieren, ich machte jeden Morgen eine Mischung aus Yoga und Pilates als Workout und ging an den Wochenenden joggen, ich kochte frisch und ausgewogen, meine Wohnung war ordentlich und sauber. Mein Kopf fühlte sich  dabei unglaublich klar an.
Tatsächlich habe ich in den letzten beiden Wochen gelernt etwas besser auf mich und meine Bedürfnisse zu hören. Das  hatte ich in meinem perfektionistischen Anspruch beinahe vergessen.
Ein paar Dinge sind mir in diesen Wochen aufgefallen und die teile ich heute einfach noch mit euch.

1.) "Nur mal eben schnell" ist der größte Zeitfresser
Was ist euer "Ich mache nur mal eben schnell bevor ich mich entspanne?" bei mir waren es zwei Dinge. Zum Einen war es der Abwasch und zum anderen Lebensmittel einkaufen. Ganz oft ertappte ich mich bei dem Gedanken nur noch schnell abzuwaschen oder auf dem Nachhauseweg noch einmal kurz den Kühlschrank aufzufüllen. Ganz ehrlich? Nichts macht den Tag so kaputt wie diese "nur mal eben schnell" Aufgaben. In den letzten zwei Wochen habe ich mich bewusst dagegen entschieden diese auszuführen und ich bin weder verhungert, noch stapelte sich der Abwasch bis unter die Decke, tatsächlich hatte ich genug Raum und Zeit für diese Aufgaben, aber eben an Tagen, die nicht mit 12 Stunden arbeiten und anderen Verpflichtungen vollgepackt waren. Klingt einfach, war aber gar nicht so leicht.Rein impulsiv wollte unbedingt noch einmal schnell etwas erledigen,das nicht zu tun hat allerdings dazu geführt, dass ich tatsächlich abschalten konnte. Und wie habe ich das gemacht? Ich habe entschieden, dass meine Zeit sehr kostbar ist und sie entsprechend wertgeschätzt. Da gab es kein: Es ist zwar schon 22 Uhr und ich bin eben erst nachhause gekommen, aber jetzt wasche ich noch schnell ab. Nein, stattdessen machte ich eine Pause, ließ mir die Zeit anzukommen und den Abend ruhig ausklingen zu lassen. Ich machte mir einen Tee und bespaßte Bella oder ich sah mir alte Folgen der Gilmore Girls an oder ich machte Yoga um meinen Rücken nach einem Tag voller Sitzen zu entspannen. Je nachdem wonach mir war.

2.) Was ist dir wichtig?
Und plötzlich war sie da: Die Zeit von der ich dachte, sie wäre nicht verschwunden. Das brachte mich erst einmal ein bisschen ins Stolpern. Wenn man Hektik und Hetzen gewohnt ist, wird es plötzlich bizarr wenn dir Zeit zur Verfügung steht. Ich habe langsam heraus gefunden, was ich mit dieser Zeit anfangen möchte und tatsächlich war es: Bewegung. Nichts habe ich so sehr genossen wie die morgendlichen Spaziergänge, die ich nach und nach in meinen Tagesablauf integriert habe. Es ist einfach unvergleichlich schön den Tag ungeachtet des Wetters an der frischen Luft zu starten. Auch Yoga habe ich für mich entdeckt. Sich nach einem langen Tag im Büro zu dehnen tut unglaublich gut. Ein Tee am Abend gehört ebenfalls zu den Dingen, die ich schätzen gelernt habe.




3.) Zeit ist genug für alle da
Und trotzdem hatte ich manchmal das Gefühl hektisch zu werden und keine Zeit mehr zu haben. Sobald mir auffiel, dass ich wieder durch das Hamsterrad rannte versuchte ich mir bewusst zu machen, dass ich alles schaffen werde und genug Zeit zur Verfügung habe- Unnötige Hektik macht nicht nur viel Stress, ich merke, dass ich dadurch auch weniger schnell und produktiv werde. Also versuchte ich ein Stück davon rauszunehmen und mir immer wieder bewusst zu machen, dass ich alles schaffen werde. Ich kam nicht ein einziges Mal zu spät ;)

4.) Und manchmal tut es weh
Besonders letzten Donnerstag als ich den Chor aufgab in dem ich in den letzten zwei Monaten gesungen habe. Donnerstags arbeite ich aufgrund eines festen Termins immer lange  und schaffe es nur mit fast einstündiger Verspätung zur Probe. Möchte ich mitsingen, so muss ich mein Essen schnell in den öffentlichen Verkehrsmitteln hinunter schlingen. Das ist insgesamt keine schöne Erfahrung und stresst mich zusätzlich. Also entschied ich mir einen anderen Chor zu suchen und das tat weh.Ja, es war nicht schön, im Gegenteil. Den Chor habe ich nämlich sehr lieb gewonnen, aber das Hamsterradgefühl richtete sich immer fester in meiner Brust ein, sodass ich mich dafür entschied Prioritäten zu setzen. Diese Woche probiere ich den nächsten Chor aus, dessen Probenzeit für mich günstiger ist und ich hoffe sehr, dass ich dort genauso viel Spaß haben werde.

5.) Entspannung macht produktiv
Dadurch, dass ich in den letzten Wochen genug Zeit für Entspannung und für Momente eingeplant habe, die mich glücklich machen, wurde ich wieder produktiv. Wir hören immer wieder wie wichtig  Pausen sind, dass wir Auszeiten brauchen um gut arbeiten zu können- tatsächlich darauf gehört habe ich jedoch selten. Erst als ich begann mir bewusst diese Zeit zu nehmen, wurde mir klar wie wahr das ist. Natürlich ist es ein wenig verpönt sich zu entspannen und einfach mal nichts zu machen. Vielmehr sind jene Menschen, die durch das Leben hetzten große Vorbilder für jeden von uns und wirken wahnsinnig wichtig und bedeutend. Tatsächlich habe ich in den letzten beiden Wochen gelernt, dass dabei viel Lärm um nichts passiert.  Natürlich, auch ich bin sehr beschäftigt: ich engagiere mich politisch, ich arbeite an drei Tagen in der Woche bis spät abends, singe in einem Chor (ja auch weiterhin nur nicht in demselben) und habe tausend kleine Dinge zu erledigen. Trete ich jedoch bewusst einen Schritt zurück und plane den Beginn eines langen Tages mit einem Spaziergang zu gestalten oder abends mit Bella durch die Wohnung zu toben ohne dass mein Handy dabei ist, einen Tee zu trinken und mit den Menschen zu sprechen, die mir wichtig sind, schöpfe ich unendlich viel Kraft für alle kommenden Aufgaben. Und nicht nur das, ich bekomme auch Lust etwas zu tun und zu arbeiten. Es macht mir sogar Freude etwas zu schaffen. Einfach weil es sich nicht nach Hamsterrad anfühlt. Sich bewusst Zeit zu nehmen für all die Kleinen Dinge des Lebens macht so viel Freude, das auch große Aufgaben schön werden.



Das sind die Dinge, die ich aus meiner Let it be Liste mitgenommen habe. Und ganz ehrlich? Ich werde es weiter so halten. Es muss nämlich nicht alles perfekt sein um wundervoll zu bleiben.
Ich wünsche euch einen fantastischen Start in die Woche
Lotte

Kommentare

Beliebte Posts

Weg mit den Mythen

Der folgende Post ist das Gegenteil von einfach. Um ehrlich zu sein weiß ich gar nicht, ob ich ihn überhaupt veröffentlichen möchte und das liegt unter anderem daran, dass er so privat ist wie bisher wenig auf meinem Blog. Viele Dinge behalte ich für mich, sie passen nicht hier herein, aber ich denke in diesem Fall sollte es das. Und nachdem inzwischen mehrere Jahre vergangen sind, denke ich: einfach machen.
Der heutige Post ist weniger Montagsmotivation als vielmehr Aufklärung und dafür möchte ich eine Geschichte voran stellen. Als ich noch jung und um einiges naiver war als heute, hatte ich Besuch. Der Freund einer lieben Freundin kam nach Leipzig und übernachtete bei mir. Sein enttäuschter Blick, als ich ihn auf dem Sofa einquartierte sprach Bände, aber ich hatte das Gefühl damit genau das richtige Signal gesetzt zu haben. Wir verbrachten ein angenehmes Wochenende miteinander, von seinen andauernden Beschwerden über das Sofa einmal abgesehen. Er erzählte mir viel von seinem Kampfs…

Ein bisschen mehr Anstalt, bitte!

In unserer Wohnung gibt es keinen Fernseher, zumindest keinen um darin Tatort, Wetten, dass? oder Frauentausch zu gucken. Dafür haben wir weder Zeit noch die nötige Lust.
Um ehrlich zu sein langweilt mich das herkömmliche Fernsehprogramm meistens, Tatort und Co. sind faktisch meist falsch und ich finde eh kaum die Zeit mir so etwas anzuschauen.
Eine große Ausnahme gibt es jedoch: Satirsendungen. Ich bin ja bekanntlich ein großer Fan der heute show. Dieses Jahr ist jedoch eine Sendung dazu gekommen, die beinahe alles in den Schatten stellt, was ich bisher an politischem Kabarett und Satire gesehen habe. Bitterböse, gnadenlos und sofort mit einer einstweiligen Verfügung von einem gewissen Herrn Joffe (Herausgeber der Zeit, klick hier) bedacht, ist das neue Format von "Neues aus der Anstalt" bisher ungeschlagen auf Platz 1 meiner liebsten Satiresendungen.
Dabei blieb mir bei einigen Sendungen das Lachen, vor lauter Wahrheit, im Hals stecken. So zum Beispiel bei Claus von Wagner…

Ein Hoch auf die Frauen

Während ich den Titel des heutigen Blogposts lese, muss ich ein bisschen schmunzeln. Das Ganze klingt recht pathetisch. Vielleicht durchaus zurecht.  In den letzten Monaten und Jahren habe ich nämlich eine Sache festgestellt: Freundinnen sind unbezahlbar.  Sie sind für dich da, wenn du zum tausendsten Mal einen Abend durchgehst um festzustellen, was das nun alles zu bedeuten hat, nehmen dich in den Arm, wenn gerade mal alles schief läuft, ziehen dich mit Typen auf, indem sie Gänsblümchenblätter für dich zupfen, machen Unfug mit dir, leihen dir ihre Ohr, ihr Kleid oder sogar ihre Schulter zum ausweinen und holen dich auf den Boden der Tatsachen zurück, wenn du mal wieder abhebst.  Kurzum: Sie sind einfach das Salz in der Suppe.  Irgendwie haben wir Damen uns einreden lassen, dass die einzige Beziehung, die wirklich zählt, die mit deinem sexuellen und/oder Lebenspartner ist. Was wir dabei vergessen: Zwischen allen Beziehungen, den lärmenden Liebschaften und auf und ab sind die Freundin…