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Die Sache mit dem Essen oder "Liebe dich selbst und es ist egal wenn GNTM läuft"

Ich schreibe die heutige Montagsmotiavtion mehr als eine Woche im Voraus. Im Fernsehen läuft der Hobbit (ok, es ist Werbepause) ich trinke ein Glas Weißburgunder und nasche aus einer Schüssel Chips. Und ja, ich bin mitten in meinem Urlaub mit mir selbst.
Warum ich diesen Post schreibe? Nun, um ehrlich zu sein, geisterte er schon eine ganze Weile durch meinen Kopf, aber jetzt, nach einigen Tagen allein und der Lektüre des Buchs "Food'n'Love" habe ich das Gefühl ihn wirklich schreiben zu müssen und auch endlich schreiben zu können.
Das Thema meiner heutigen Montagsmotivation ist Essen. Und die Hassliebe, die viele von uns damit verbinden.

Sieht man sich an einem völlig normalen Abend mit Freunden oder auch gerne zum Mittagessen in einer beliebigen Kantine, ist kein Thema so beliebt wie die neusten Ernährungsgewohnheiten und/oder der Körperumfang der eigenen oder beliebiger anderer Personen.
Immer mehr geistert es durch Zeitschriften, das Internet und die Welt was man wann wie in welcher Menge essen soll um schlank zu werden und ergo für immer erfolgreich und schön zu sein.
Ich bin in dieser ganzen Sache keinesfalls besser. Aber während ich meine Ostseeurlaub verlebte und das Buch Food'n'Love las, wurde mir mit einem Mal bewusst, wie viel Zeit ich tatsächlich darauf verwende mich mit der vermeintlich optimalen Ernährung zu beschäftigen und auf Speisekarten die gesündere Alternative auszusuchen anstelle dessen worauf ich gerade Lust habe.
Und wenn ich ganz ehrlich bin: DAS NERVT.
Und nicht nur, dass es Unmengen an Zeit und Gehirn in Anspruch nimmt immer wieder die "Ich nehme etwas Gesundes" Karte auszuspielen oder wahlweise zu sagen "Ich habe heute so und so viel Sport gemacht, da kann ich mir mal etwas gönnen"- Es ist wirklich dämlich, wenn man bedenkt, dass ich weder Profisportler noch Supermodel bin und auch nicht vorhabe eines von beiden zu werden.
Tatsächlich las ich besagtes Buch zunächst mit Skepsis. Ich war der Meinung bereits intuitiv zu essen und ein ausgewogenes Ernährungsprogramm aufgestellt zu haben (merkt ihr die Ironie?)
Dann fühlte ich mich ertappt: bei einigen Beispielen, bei bestimmten Gedanken und Ideen, bei meinen Vorstellungen was gesund ist. Vor allem jedoch bei meinem Misstrauen dem eigenen Körper gegenüber. Tatsächlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Während ich meinem Körper das vollste Vertrauen schenke, wenn es darum geht wann ich müde bin, krank werde oder mich einmal dringend zurückziehen muss um mein Näschen zu pudern, begegne ich ihm mit äußerster Skepsis, wenn es darum geht wann ich Hunger habe und was ich essen sollte

Ziemlich meschugge, wenn man bedenkt das mein Körper wahrscheinlich das größte Interesse daran hat mich gesund zu halten. Höchstwahrscheinlich sogar um einiges mehr, als diverse Modemagazine und Ernährungsratgeber. Und so beschloss ich, meine Beziehung zum Thema Ernährung noch einmal genau zu überdenken und einfach den Partner mit ins Boot zu holen, der am meisten damit zu tun hat: Meinen Körper.
Das Buch Food'n'Love hat mir ein wenig die Richtung gezeigt und jetzt bin ich dabei genau das auszuprobieren. Keine Verbote von ungesunden Nahrungsmitteln, keine Rechtfertigung für das was ich gerne bestellen möchte, sondern einfach nur Vertrauen darauf, dass ich spüre welche Nahrungsmittel mir gerade gut tun. Und ihr werdet überrascht sein, obwohl ich tonnenweise Süßkram im Haus habe und über unzählige Nahrungsmittel verfüge, habe ich nur ganz in Maßen Lust darauf eine ganze Packung Chips und fünf Tafeln Schokolade in mich zu bringen. Klar, gerade freue ich mich sehr daran allen Ernährungsgurus zum Trotz Chips und Lakritz am Abend zu essen, aber die erwartete Menge (Tüten beziehungsweise kiloweise) bleibt tatsächlich aus. In Wirklichkeit habe ich meistens Lust auf Avocado und Salat oder frische Pasta mit selbst gemachter Tomatensauce oder auf Ofengemüse und Guacamole. Und das mit Genuss. 
Meine heutige Montagsmotivation klingt also zunächst einmal recht einfach, auch wenn sie nicht so einfach umsetzbar scheint: Wenn ihr gesund seid und keine Erkrankungen wie Diabetes oder ähnliches habt: Hört darauf was euch euer Körper sagt. Vertraut beim Essen auf euch selbst, nicht auf Diätratgeber und Zeitschriftenbeilagen. Esst wenn ihr Hunger habt das worauf ihr Hunger habt und hört auf, wenn ihr satt seid. Schönheit kommt nicht aus Modemagazinen, Erfolg definiert sich nicht durch eine kleine Kleidergröße oder eine winzige Zahl auf der Waage. Unser Wert als Mensch ist nicht dadurch bestimmt wie schlank wir sind. Anstelle Tage, Wochen oder ganze Jahre auf ein perfektes Gewicht herunter zu hungern, investiert eure Zeit dafür Gutes zu tun- euch selbst und anderen. Für Fortgeschrittene: Once more mit Genuss. 
Ich wünsche euch einen fantastischen Montag 
Liebste Grüße
Lotte


PS: Das Buch wurde von dem Molekularbiologen Moritz Warntjen geschrieben, bringt immer wieder Studienbeispiele an und beginnt wunderbar mit dem Thema "Essensgelüste in der Schwangerschaft" und was diese mit jedem von uns zu tun haben. Bezug nimmt es unter anderem auf die Set-Point Theorie und die inzwischen recht populäre Bewegung des intuitiven Essens.  In Erinnerung geblieben ist mir außerdem des Zitat von Rachel Priest "Fuck it, I'm gonna be me and its gonna be an awsome ride until the very damn day that I die" I LIKE!

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