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Zukunftsmusik


Als ich meine Freundin in Hamburg besuchte, hatten wir eine fantastische Zeit. Wir redeten und lachten und wir machten unzählige Fotos voneinander und miteinander. Und plötzlich, mitten in all dem Gelächter hatten wir ein Thema, das ich bis heute spannend finde. 
Wie werden unsere Kinder einmal mit Technik umgehen? 
Wir leben in einer Zeit, in der alles vermarket wird, wir machen Fotos von beinahe jedem Moment und ich muss sagen, ich genieße das sehr. Ich mag ästhetische Bilder. ES macht mir Freude etwas zu perfektionieren und schön zu gestalten und ich schaue mir wirklich gerne all die kreativen Blogs mit ihren fantastischen Bildern an. 
Nichtsdestotrotz frage ich mich, wie all das wohl in der Zukunft aussehen wird. 
Werden unsere Kinder nur noch anhand von Likes und Anzahl der Klicks gemessen? Werden sie verlernen den Moment zu genießen, weil sie ihn nur noch durch die Kamera ihres Smartphones anschauen? Haben wir es nicht sogar schon längst verlernt diesen Moment zu genießen?
Ich hoffe sehr, dass die Antwort "Nein" lautet, aber sicher bin ich mir nicht. 
Mein Handy bleibt in der Tasche, wenn ich mit meinen Mädels den Abend genieße oder private Stunden mit einem besonderen Menschen verbringe, aber hin und wieder, wenn ein Motiv perfekt ist, dann schleicht es sich doch hervor. 

Sitze ich abends auf dem Sofa und scrolle durch mein Instagram, so gucke ich ein wenig welches Bild als nächstes gut passen würde. Das finde ich nicht schlimm, wie gesagt ich liebe es Dinge ästhetisch ansprechend zu gestalten. Aber würde ich das auch so machen, wenn ich kein Foto davon machte? Wahrscheinlich schon, aber es wäre dann eben nur für mich. Und für die Menschen, die sich unmittelbar in meinem Leben befinden. Wäre das schlimm? Schön? Oder einfach nur anders? Während ihr diese Zeilen lest bin ich im Urlaub. Und nachdem ich mir diese Fragen gestellt habe, kam ich zu dem Schluss, dass es in diesem Urlaub keine eigenen Posts bei Instagram geben wird, keine Blogeinträge und kein "Ich scrolle mal eben durch Pinterest, Tumblr und Instagram"  Während dieser fünf Tage werde ich mein Handy nutzen um mit meinen Freunden und einer wichtigen Person Kontakt zu halten. Nicht mehr und nicht weniger. 

Was mich übrigens wirklich hat aufschrecken und eine Gänsehaut entwickeln lassen ist die Serie "Black Mirror". Nachdem sie mir quasi von all meinen Freunden empfohlen wurde. Wer einen Sinn für Dystopien hat und/oder ein Teil der digitalen Welt ist, sollte diese Serie unbedingt gucken.
1984 ist nichts dagegen. 


Ich hoffe sehr, das unsere Zukunft kein derartiges Leben bereit hält, aber sicher bin ich mir nicht.
Ich wünsche euch wundervolle Ostertage und melde mich, wenn ich aus dem Urlaub zurück bin
Liebste Grüße
Lotte

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