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Bye Bye Studentenleben - 5 Dinge, die sich durch die Arbeitswelt verändert haben

Es ist offiziell soweit. Ich bin seit einem halben Jahr berufstätig und raus aus der Uni. Seltsam, wie schnell wie Zeit vergeht. Sechs Monate sind noch nicht besonders lange und doch juckte es mir in den Fingern einen Blogpost zu schreiben, bei dem ich die Unterschiede zwischen Universitätsleben und Arbeitswelt festhalte, denn noch erinnere ich mich gut genug an meinen Alltag im Studium um vergleichen zu können. Für alle, die also demnächst mit dem Arbeitsmarkt konfrontiert werden habe ich fünf Punkte aufgeschrieben, die sich geändert haben. 

1. Zeitmanagement
Während ich im Studium meine Zeit größtenteils selbst einteilen und bestimmen konnte ob ich meine Sachen um 3 Uhr morgens und 5 Uhr nachmittags erledigen möchte, gibt es nun einen recht festen Zeitplan. Ich habe das Glück in einem recht freien Berufsfeld arbeiten zu können mit recht flexiblen Arbeitszeiten. Trotzdem gibt es Termine, die feststehen. Noch mehr als im Studium. 

2. Lernen macht Spaß
Im Studium hatte ich Vorlesungen, die ich einfach nicht besucht habe. Ich war mir bewusst, dass sie mir nichts bringen und statt mich nach Dresden aufzumachen, beschloss ich häufig den Stoff selbstständig zu erarbeiten. Inzwischen bin ich völlig verrückt nach Vorträgen zu diversen Themen, Konferenzen, Workshops und Veranstaltungen in denen ich Neues lernen darf. Wenn es irgendwo eine Veranstaltung gibt, die mich inspiriert, bin ich dort. Erst jetzt fällt mir auf, wie sehr ich die Uni und ihren permanenten Input in mein Gehirn vermisse. 



3. Freunde treffen leicht gemacht...oder?
Oh ihr werdet lachen. Ich habe einen straffen Terminplan und in diesem ist nur begrenzt Zeit. Das bedeutet, dass ich seit ich arbeite wirklich sehr genau meine Tage einteile und weiß wann ich welche Kapazitäten habe um jemanden zu treffen. Und stellt euch vor: all meinen Freunden, die auch arbeiten, geht es genauso. Nichts mehr mit ganz spontan mal eben einen Kaffee trinken. Wir sind ausgebucht mit festen Terminen, Meetings, Deadlines und wichtigen, wichtigen Aktivitäten, die uns in Anspruch nehmen und so sehr ich Spontanität liebe, umso schwieriger wird es sie einzuhalten. 

Um ehrlich zu sein sind all meine Wochenenden bis Juli durchgeplant. Wäre mir früher nicht passiert. 

4. Ich habe Urlaub
Oh ja, wichtiger Punkt. Ich habe Urlaub und frei. Undenkbar als ich noch studiert habe. Immer gab es zusätzliche Dinge zu erledigen, Praktika zu absolvieren und HiWi Stunden abzuarbeiten. Jetzt habe ich frei. Nicht viel, aber immerhin etwas. Und im Urlaub habe ich eine E-Mail Notiz. "In dringenden Fällen wenden Sie sich bitte an ..." Das nenne ich offiziell erwachsen. (Wir verdrängen an dieser Stelle, dass sich dies ändern wird sobald ich noch aktiver an meiner Promotion arbeite. Manchmal ist Verdrängung auch super). 

5. Money makes the world go around...
Nichts geht über das Gefühl sein eigenes Geld zu verdienen. Ganz ehrlich. Nichts ist schöner für mich als diese Unabhängigkeit. Ich kaufe Bücher und Essen. Gleichzeitig. Revolution! Ich genieße ein etwas überteuertes Essen im Zentrum von Prag. Weil es geht. Ich lege Geld zurück und kaufe eine Spülmaschine. Oh ja. Ich bin immer noch geflasht davon, dass es geht. Das klingt unglaublich oberflächlich, aber es ist nicht von der Hand zu weisen, dass ein Einkommen wirklich angenehm ist und die größte Veränderung seit dem Studium ;)

Was habt ihr an Veränderungen gemerkt als ihr in die Arbeitswelt eingetaucht seid? Oder war das alles gar nicht so anders?
Ich freue mich von euch zu hören
Liebste Grüße aus Prag
Lotte

PS: Nächste Woche Mittwoch gibt es "5 Dinge, die ich gerne vor Arbeitsbeginn gewusst hätte". Kleiner Spoileralarm am Rande

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