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Montagsmotivation - Mein Mantra für mehr Gelassenheit

Eines der Dinge, die zum Erwachsensein dazu gehören, ist das Gefühl alles möglichst schnell und gut und zu 100% alleine zu regeln. Aufgaben, Anrufe, Mails, Arbeit... als das ruft sehr laut und sehr schnell "Ich bin WICHTIG! JETZT!" und schafft es so manches Mal Momente kaputt zu machen, die eigentlich für ein kurzes Innehalten und Auftanken gedacht sind.
Ich bin gerne fleißig, ich arbeite gerne und ich liebe es produktiv zu sein. Trotzdem bin ich sehr für ein ausgeglichenes Leben, in dem es Phasen der Ruhe und Gelassenheit gibt, damit ich im nächsten Moment wieder 100% geben kann. Aber, wie das Leben so spielt, gerade in Phasen, die vielleicht für Erholung gedacht sind, regnet es sprichwörtlich neue Aufgaben, Probleme und Mini Krisen, die es zu bewältigen gilt.
Grenzen setzten ist ein wichtiger Punkt im Alltag. Und manchmal ist genau das unendlich schwer. Manchmal kommt mir mein eigener Narzissmus in den Weg, der behauptet nur ich könne das alles jetzt lösen und zwar sofort und ohne zu Zögern. Das stimmt aber gar nicht und ist in vielen Fällen nicht die beste Idee. Loszustürmen ohne nachzudenken hat wenig mit Professionalität zu tun. (Wie Gelassenheit damit im Zusammenhang steht könnt ihr hier nachlesen)
Um etwas mehr Gelassenheit in meinen Alltag zu bringen und zu lernen Grenzen zu setzten, stellee ich mir, wenn alles an mir zerrt und ich das Gefühl habe an 100 Orten gleichzeitig sein zu müssen, zwei Fragen. 

1. Stirbt gerade jemand?
2. Fall jemand stirbt, bin ich die Einzige, die diesen Menschen retten kann?

Das klingt ziemlich paradox, denn in den meisten Fällen geht es nicht um Leben und Tod. Und genau das hilft mir die richtigen Relationen zu finden. Falls die Antwort auf diese beiden Fragen "Ja" sein sollte, dann ist es selbstverständlich, dass ich losstürze und alles tue. Ist die Antwort - wie in den meisten Fällen- "NEIN", dann gebe ich mir einen Moment der Gelassenheit, erde mich und schaue was ich tun kann und möchte, was allen Beteiligten gut tut und wie ich eine Lösung finden kann. 
Diese beiden Fragen helfen mir den Narzissmus, das ich alles alleine, sofort, jetzt und perfekt erledigen muss, in Schach zu halten. Sie geben mir eine Relation zu dem was ich gerade tue und erinnern mich daran, dass ich keineswegs eine Superheldin auf Weltrettungsmission bin, sondern einfach eine Deadline für einen Arbeitsauftrag habe. Sie helfen mir abzuwägen wie wichtig etwas ist und vielleicht auch, ob ich am Sonntag unbedingt meine Arbeitemails beantworten muss, oder ob das vielleicht bis Montag warten kann (Stirbt deswegen jemand? Ist die Mail das Einzige was die Person retten kann? - Wahrscheinlich nicht).
Versteht mich nicht falsch, das ist kein Credo für Faulheit und dafür Sachen auf die lange Bank zu schieben, bis sie hinten runter fallen. Es lichtet einfach nur ein wenig das Chaos, in dem ich (und ich denke auch andere) manchmal feststecke, hilft mir einen klaren Kopf zu behalten und die Dinge aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Und das ist eine ganze Menge wert. 




Habt ihr eine Art Mantra, das ihr in schwierigen Situationen verwendet?
Ich bin gespannt von euren Ideen zu hören.
Ich wünsche euch einen fantastischen Start in die Woche
Liebste Grüße
Lotte

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