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Montagsmotivation - Warum Bücher mich zu einem glücklicheren Menschen machen

Bücher... Meine Beziehung zu Büchern begann.. Ja, wann begann sie eigentlich? Um ehrlich zu sein kann ich keinen genauen Zeitpunkt festmachen. War es, als meine Mutter mir abends vor dem einschlafen Astrid Lindgren Bücher vorlas, unmittelbar gefolgt von meinem Vater mit seinen Geschichten von Karl May? War es, als ich mit roten Ohren einen Band der "Fünf Freunde" nach dem anderen verschlang oder als mich das Potterfieber packte?
Tatsache ist: Bücher begleiten mich seit ich denken kann. Das Haus meiner Eltern ist vollgestopft mit ihnen und meine Bücherregale sind hoffnungslos überladen. Nichts macht mich seliger als der Geruch von neuen Büchern oder das wohlige Gefühl, wenn ich eine alte zerfledderte Version meines Lieblingsbuchs in der Hand halte, das ich auswendig kann.

Aber abgesehen von dem anheimelnden Gefühl, der Gemütlichkeit eines guten Buchs und einer Tasse Tee bei Regenwetter und dem Rückzug ins sichere Abenteuer, haben Bücher noch einen ganz anderen Wert für mich. 

Im Rahmen meiner Arbeit muss ich recht viel lesen. Sei es für die Promotion oder die Recherche zu meinem Arbeitsgebiet, ich bin den ganzen Tag mit Literatur zu einem spezifischen kleinen Teilgebiet der Psychologie umgeben. Und um ehrlich zu sein macht mir das riesig Freude. 
Nichtsdestotrotz birgt der Berufsalltag, egal in welchem Bereich jemand tätig ist, ein wenig die Gefahr der Einseitigkeit. Schnell setzt man sich eine spezifische Brille des Fachwissens auf und betrachtet mit dieser die Welt.
Das ist völlig normal und gehört einfach dazu. Trotzdem kann es hin und wieder nicht schaden, einen Blick über den eigenen Tellerrand hinaus zu wagen und zu erkennen, dass die Welt keine Scheibe ist.
Und genau an dieser Stelle kommen Bücher ins Spiel. Denn jenseits von Unterhaltung und Entspannung bieten sie die Möglichkeit einmal die Perspektive zu wechseln und völlig Neues zu erfahren. Und dabei ein Fachgebiet zu streifen, das man sonst niemals kennengelernt hätte.
Beispielsweise die Seefahrt in der Mitte des 19. Jahrhunderts. In den letzten Wochen las ich so viel über diese Periode, die Menschen zu dieser Zeit, ihrer Mentalität und dem Leben auf See, das ich plötzlich völlig neue Welten entdeckte, ein neues Lieblingstier bekam und seither fasziniert bin von allem, was mit Seefahrt zu tun hat. Niemals wäre ich auf die Idee gekommen mich mit diesem Thema auseinander zu setzen, niemals hätte ich gedacht, dass dies mein Interesse wecken könnte. Doch was soll ich sagen: Es war ebenso plötzlich um mich geschehen wie eine Bö aufzieht.
Und genau das passiert, wenn ich ein Buch aufschlage. Es gibt mir die Möglichkeit mehr zu sehen als nur meine eigene kleine Welt mit meinem eigenen kleinen Fachgebiet (das ich aufrichtig schätze und in dem ich volle Begeisterung verspüre). Es gibt mir die Chance zu lernen und zu staunen. Sei es über die wundervolle und erhabene Sprache diverser Autoren, das Leben in einem Kibbuz, Seefahrt oder Philosophie. Ganz nebenbei und während der köstlichsten Unterhaltung lernen wir was es bedeutet in den Schuhen eines anderen zu laufen und die Welt durch andere Augen zu betrachten.


Aus diesem Grund ist meine heutige Montagsmotivation: Auf zu den Büchern. Schaut über den Tellerrand, entdeckt Neues, lernt andere Sichten auf diese Welt, auf das Leben und seht, dass es mehr gibt als nur den eigenen Alltag. Es gibt Faszination und Wissen, Leiden und Liebe, Drama und Komödie und Wagemut und Furcht. Es gibt Künstler, deren Geschichten sich hinter hundert Seiten verbergen, Schicksale, die es zu erforschen und Wunder die es zu bestaunen gilt. Und vor allem gibt es völlig neue Betrachtungsweisen, Lebenswege und Wissen, das nur darauf warten von euch verschlungen zu werden.


Habt einen wunderbaren Start in die Woche
Lotte, die sich jetzt mit Schifffahrt auskennt und fortan nie wieder Luv und Leeseite verwechseln wird. 

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