Direkt zum Hauptbereich

5 Dinge die ich vor Berufsbeginn gerne gewusst hätte

Nachdem ich nun 6 Monate arbeite, gibt es einige Dinge, die ich mir wünschte vor Berufsbeginn gewusst zu haben. Das sind zunächst Kleinigkeiten, diese hätten mir aber den Einstieg sicherlich ein wenig erleichtern können. Da man hinterher ja bekanntlich immer klüger ist, habe ich heute 5 Dinge mitgebracht, die mir vor dem Berufsleben hätten bewusst sein können. 
Viel Spaß beim Lesen. 

1. Business Kleiderschrank
Früher in der Uni war es völlig einerlei, ob ich in einem abgerissenen Nirvana Shirt mit Samtröckchen und Chucks erschienen bin. Im Berufsalltag ist das wahrscheinlich nicht die beste Idee. Wie erwachsen man wird stellte ich nicht zuletzt dadurch fest, dass ich meine Kleidung nun ausschließlich nach dem Aspekt "Kann ich das zur Arbeit anziehen" auswähle. Seither versuche ich mich an Etuikleidern und schönen Blusen und muss zugeben, dass ich wirklich Freude daran habe mich entsprechend zu stylen. 

2. Du bist verantwortlich
Oh ja. Mit einem Mal. Im Praktikum war das ein wenig anders. Da war deine Betreuung für dich verantwortlich und fertig. Jetzt heißt es für das eigene Handeln gerade zu stehen und Ausreden gibt es nicht. Das mag zunächst ein wenig beängstigend sein, hilft mir aber auch dabei meine Arbeit wirklich gründlich zu machen. 

3. Delegieren muss man lernen
Aprospros Praktikum. Es ist gar nicht so leicht wie ich dachte Aufgaben an andere zu delegieren. Das will geübt und gelernt sein. Bisher war ich entweder am kürzesten Ende (also Praktikantin) oder als Studentin ganz klar für mich alleine verantwortlich. Dinge abzugeben, eine Rückmeldung zu geben und Aufgaben zu verteilen muss man wirklich lernen. 




4. Das Studium ist nicht ausreichend
Oh sie reden viel in der Uni. Die Professoren und Dozenten tun viel dafür uns zu vermitteln wie gründlich und perfekt unsere Ausbildung ist. Wenn wir von der Uni kommen, halten wir uns für die Meister unseres Fachs. Das ist jedoch gar nicht so. Zu Beginn war es seltsam zu sehen wie wenig die Uni mir mitgegeben hat und wie groß der Berg an Dingen ist, die ich völlig neu lernen muss. Ich bin mit einem guten wissenschaftlichen Grundgerüst gestartet. Dennoch sind es viele Dinge, die völlig neu dazu kommen. 

5. Du wirst von dir überrascht sein
Immer. Egal in welche Richtung. Innerhalb von sechs Monaten habe ich unendlich viel Neues gelernt. Ich bin eloquenter geworden, stelle mich aber gleichzeitig noch mehr in Frage als zuvor. Ich kann manche Dinge, die ich nie für möglich gehalten hätte, bei anderen, die vielleicht einfach erschienen, brauche ich länger. Der Arbeitsalltag in den ersten Monaten ist voll von Überraschungen, neuen Erkenntnissen und Wegen. Gleichzeitig verwirrend, herausfordernd und spannend. 

Zusatz: Manchmal ist die einfache Lösung die beste
Manchmal bin ich zu fertig um abends noch das Essen für den nächsten Tag vorzubereiten. In der letzten Woche habe ich sieben Tage am Stück gearbeitet und den ersten freien Tag ausschließlich mit Serien schauen und schlafen verbracht. Manchmal ist es nicht mehr möglich alles zu machen. Dann lasse ich einen Blogpost ausfallen oder begnüge mich mit dem Essen in der Kantine statt mit selbstgemachten. Manchmal bin ich zu fertig um wirklich zu joggen und gehe einfach spazieren. Fünfe gerade sein lassen und die Dinge zu akzeptieren, die ich nicht schaffe ist ein wichtiger Baustein im letzten halben Jahr geworden. Manchmal ist einfach am besten. Das hätte ich wirklich gerne vor Beginn der Berufstätigkeit in meinem Bewusstsein verankert. Es hätte mir in den ersten Monaten einiges an Performance Stress erspart ;)


Was hättet ihr gerne vor dem Einstieg in das Berufsleben gewusst? Ich bin gespannt darauf eure Erfahrungen zu hören. 
Habt einen wundervollen Mittwoch
Liebste Grüße
Lotte

Kommentare

Beliebte Posts

(W)Mut zur Veränderung?

Gestern brach in Hamburg das Inferno aus. Bilder, die eigentlich nicht so richtig hierher passten, strömten durch die sozialen Medien. Es gab riesige Aufschreie wer, wann, wie, warum angefangen hat und schuldig ist und mir verursachte das alles, um ehrlich zu sein, ein starkes Gefühl von Übelkeit. Und wisst ihr warum?
Weil, um ehrlich zu sein, das ganze Auto abbrennen, Brandsätze werfen und Leute zusammen schlagen das Niveau eines Zweijährigen hat, der das hübsche Spielzeug kaputt macht, weil es dem Nachbarskind gehört. Wobei, ich muss mich offiziell bei allen Zweijährigen entschuldigen, die sind nicht so.
Bin ich mit allem einverstanden, was die G20 veranstalten? Mag ich Donald Trump? Finde ich, dass wir keine Mitspracherechte haben sollten? NEIN.
Ich bin ein erklärter Freund der Demokratie. Ich stehe ein für Versammlungsfreiheit und das Recht zu demonstrieren. Ich stehe auf für die Menschenrechte und bin dafür, dass jeder Mensch unabhängig vom Status seiner Familie, seiner Religion,…

Vom Heimweh oder vom guten Gefühl der Melancholie

Am letzten Wochenende war ich in Leipzig. Eine liebe Freundin von mir feierte eine große WG Party und ich traf mich außerdem mit Dr. Ralf Friedrich (seinen Gastbeitrag könnt ihr hier lesen), seiner wundervollen Freundin und dem nicht minder wunderbaren Hund Professor Lupin. 
Und ich bekam Heimweh.  Heimweh bekomme ich jedes Mal, wenn ich nach Leipzig fahre. So ein komisches Ziehen in der Bauchgegend und ein bisschen schlucken müssen, wenn ich nach Hannover zurück kehre.  Und irgendwie macht mich das immer ein bisschen unzufrieden. Denn, um ehrlich zu sein, ist das Jammern auf hohem Niveau. Schließlich ist es nicht so, dass ich zurück in die Hölle fahre, sondern zu lieben Freunden, einer Arbeit, die mir großen Spaß macht und so vielen Veranstaltungen, dass ich das Ganze auch locker in ein halbes Jahr packen könnte.  Und trotzdem ist es nicht einfach. Als ich nach Hannover zog dachte ich, es wäre vorbei mit Leipzig. Ein neuer Lebensabschnitt steht an und ich werde gar keine Zeit haben …

Montagsmotivation - Sei dein eigenes Einhorn

An diesem Wochenende stand viel unter dem Stern der Tierwesen. Ich kaufte ein Poster mit einem Einhorn in Therapie, traf einen Dinosaurier auf einer Party und wurde allseits für meine Tasche gefeiert, auf der ein Einhorn felsenfest behauptet: I don't believe in humans.
Warum ich euch das erzähle? Nun, ich habe ein wenig überlegt und bin zu dem Schluss gekommen, dass etwas mehr Exzentrik in mein Leben gehört.
Seit ich aufgehört habe zu studieren und mein eigenes Geld verdiene, bin ich ein wenig angepasst geworden. Vor lauter neu sein und alles entdecken, habe ich mit einem Mal angefangen sehr viel Wert auf das Bild zu legen, das ich nach Außen präsentiere und versucht das ein wenig zurecht zu biegen. Allerdings habe ich dabei ein wenig vergessen, dass mich Angepasstheit eigentlich gar nicht ausmacht.. Denn ganz ehrlich? Ich mag mich eigentlich genauso wie ich bin. Mit einer festen Meinung ohne immer allen gefallen zu wollen und gemocht zu werden, mit all den Herr der Ringe Zitaten,…