Direkt zum Hauptbereich

7 Dinge, die meine Laune verbessern

Manchmal hat man so Tage... Tage, an denen einfach alles schief geht. Tage, an denen nichts funktioniert, Tage, die grau und voller Misanthropie sind. Jeder Mensch hat diese Tage und es ist völlig in Ordnung.

Manchmal bin ich traurig und weiß nicht warum, manchmal kann mir die Welt gestohlen bleiben. 
An solchen Tagen finde ich es wichtig, dass ich liebevoll mit mir umgehe, ein bisschen, wie man mit einem kranken Kind umgeht. Dafür gibt es keine Geheimrezeptur, die jedem passt und kein Allheilmittel, das bei gewissenhafter Einnahme Weltschmerz auf ewig bekämpft. Es sind kleine Tricks und Kniffe, die ich anwende, weil ich mich nach beinahe 26 Jahren und einigen sehr harten Zeiten gut mit mir auskenne. Ich weiß was mir gut tut und genau das mache ich dann. 

Aber bevor ich euch meine fünf Favoriten für traurige Tage nenne, möchte ich zwei Dinge voran stellen. 

Erstens, wenn ich von Weltschmerz und Traurigkeit spreche, dann meine ich keineswegs eine klinische Depression. Das sind zwei sehr verschiedene Dinge. Jeder von uns ist mal traurig, aber nicht alle von uns sind depressiv. Das ist eine schwere psychische Störung, die professioneller Behandlung bedarf. Wer sich mehr als zwei Wochen beinahe durchgängig niedergeschlagen, traurig und/oder ganz ohne Antrieb und Energie fühlt, sollte sich dringend Hilfe suchen. Diese Hilfe gibt es und auch, wenn es sich nicht so anfühlen mag, gibt es tatsächlich auch Wege aus der Depression.

Zweitens: Traurigkeit hat ihre Berechtigung. Wir leben in einer Welt in der wir am besten immer fröhlich sind und hei-tei-tei machen. Wir versuchen negative Gefühle zu überspielen und zu unterdrücken, machen gute Miene zum bösen Spiel und packen lieber ein Kilo Zuckerwatte auf unsere negativen Emotionen anstatt zu schauen: Was wollen sie mir sagen. Noch einmal, damit meine ich nicht depressives Grübeln und Gedanken im Kreis drehen lassen, sondern den Blick auf die Gefühle und die Frage: Warum bin ich eigentlich gerade traurig? Ist das vielleicht hormonell auf eine bestimmte Zeit im Monat zurück zu führen (Frauenklassiker)? Wurde ich verletzt? Gibt es eine Situation am Arbeitsplatz oder in einer Beziehung, die mich belastet? Was steckt eigentlich dahinter? Zu erkennen wo meine Emotionen herkommen, sie als Signale zu verstehen und keine Angst vor ihnen zu haben ist der wichtigste Schritt um mit ihnen umgehen zu können. Es ist in Ordnung traurig oder wütend zu sein. Das gehört zur menschlichen Existenz. Solange wir nicht permanent in einer Emotion verharren, sei es Angst, Traurigkeit oder übermäßiges Glücksgefühl (glaubt mir, ihr wollt nicht manisch sein, auch wenn es sich verlockend anhört), haben sie alle ihre Berechtigung. 

Nun aber zu den Dingen, die ich tue, wenn ich traurig bin. Habe ich erst einmal herausgefunden woher mein Weltschmerz kommt, dann ist eigentlich der wichtigste Schritt bereits erledigt. Ich weiß nämlich: Kann ich etwas ändern? Ja? Super auf gehts. Wenn ich nichts ändern kann, dann muss ich wahrscheinlich meine Betrachtungsweise anpassen. Klingt simpel, kann aber unheimlich schwer sein. Bin ich weiterhin traurig, habe ich einige Dinge, die mich wieder auf den Boden zurück holen.

1. Yoga
Oh alle Welt macht Yoga und ist begeistert. Ich bin also nicht besonders originell. Trotzdem ist Yoga mein "Go to", sobald ich gestresst oder traurig bin. Ich liebe es mich zu bewegen und die Gelassenheit, die ich beim Yoga verspüre ist einfach Gold wert. 

2. Spa Momente
Seit ich keine Badewanne mehr habe, sind erholende Bäder leider nicht mehr drin. Trotzdem kann man sich ja verwöhnen. Ich trage einfach eine Gesichtsmaske oder verwende ein großartiges Körperpeeling unter der Dusche. Besonders haben es mir die Lush Produkte angetan. Beim Duft nach frischer Minze, Ingwer und Fenchel, kann ich einfach nicht widerstehen. 

3. Soziales Leben
Meistens fühle ich mich gar nicht danach. Am liebsten will ich mich unter der Bettdecke verkriechen und mit niemandem sprechen. Das ist auch mal völlig in Ordnung. Trotzdem merke ich jedes Mal, dass es mir gut tut, wenn ich mich mit lieben Menschen treffe. Es rückt den Fokus ein bisschen zurecht, nicht alles dreht sich ausschließlich um mich und meine Bedürfnisse und ein bisschen Lachen schadet eigentlich auch nicht. Wichtig: Ich treffe mich ausschließlich mit Menschen, die ich mag und die mir gut tun. Anstrengende, nervenraubende Personen haben in meiner Freizeit nichts verloren. (Dazu könnt ihr hier etwas lesen)



4. Kreativität
Ganz ehrlich? Ich schreibe manchmal recht düstere Geschichten voller Melancholie. Das ist super, es ist irgendwie befreiend und macht auch großen Spaß. Aber auch Klavier spielen, meine Geige quälen oder einfach ein neues Kochrezept erfinden, sind Dinge, die mich glücklicher machen. Ich liebe es kreativ zu sein und mich auszuprobieren. Manchmal schreibe ich einfach drauf los. Gar keine Geschichte, sondern vielleicht einfach was mir durch den Kopf geht, wofür ich dankbar bin und was ich verändern möchte. Kreativität ist für mich eine Art das auszudrücken, was mich bewegt. Sei es ein Klavierstück, das meine Gefühle zusammenfasst oder eine Geschichte, die in meinem Kopf entsteht. 

5. Bewegung an der frischen Luft
Egal in welcher Form. Ich liebe es joggen zu gehen. Nur meine Musik und ich, das gleichmäßige Laufen und später ist man völlig fertig. Beim Joggen werden meine Gedanken frei, ich kann einfach alles fallen lassen und ganz bei mir sein. Manchmal passt ein Songtext perfekt in den Moment, manchmal höre ich gar nicht wirklich hin. Aber auch spazieren gehen ist wunderbar. Ich habe das Glück beinahe direkt im Grünen zu wohnen. Lange Spaziergänge in der Natur (gern bei Sonnenauf-bzw. -untergang) sind einfach perfekt um zur Ruhe zu kommen. 

6. Meditation 
Ja, ich weiß. Davon reden zur Zeit auch alle. Aber ich mag Meditation. Ich mag es mich auf meine Atmung zu konzentrieren und vielleicht sogar einen Satz im Kopf zu haben, den ich mir immer wieder sage. Ich habe angefangen zu meditieren, als ich meine Masterarbeit schrieb und spüre einfach, dass es mir sehr gut tut. Den Unterschied, ob ich abends meditiere oder nicht merke ich tatsächlich am nächsten Tag.

7. Filme, die das Herz erwärmen 
Und von diesen Filmen gibt es viele. Der Club der toten Dichter, Little Miss Sunshine, Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück, Elizabethtown, Mona Lisas Lächeln, Forrest Gump, Verstehen Sie die Béliers? All diese Filme erwärmen das Herz genau auf die richtige Art und Weise um dabei ein bisschen zu weinen und gleichzeitig glücklicher zu werden. Manchmal will ich aber auch einfach nur lachen. Dann liebe ich Filme wie Natürlich Blond, weil er witzig ist und das Selbstbewusstsein pusht, Monsieur Claude und seine Töchter, weil ich Tränen lachen muss oder Pets, weil ich irgendwie auch gern eine heile Welt voller Tiere betrachte und ein bisschen Kind bin. Filme sind einfach wunderbar für solche Tage. Eine Freundin von mir hat sogar eine extra Kategorie erfunden, die sie "Filme, die du dir nur anschaust, wenn du einen schlechten Tag hast" nennt. Finde ich unterstützenswert. 



Was sind eure liebsten Dinge, zu denen ihr bei Schwermut Zuflucht sucht? Mir ist gerade aufgefallen, dass meine Liste noch unendlich viel länger werden könnte. Aufräumen finde ich nämlich auch super, sich schön bekochen, einen Urlaub planen, durch die Wohnung zur Lieblingsmusik tanzen (großer Favorit), schaukeln gehen oder einfach auch mal ein wenig weinen.
Ich bin gespannt auf eure Anregungen und Kommentare.
Habt einen wunderbaren Mittwoch
Lotte

Kommentare

Beliebte Posts

Erholung pur oder Perfektionismus ade ...

Am Freitag letzte Woche hat mein Urlaub begonnen. Noch vor 6 Uhr am Morgen saß ich im Zug an die Ostsee, völlig erschöpft vom Chaos der Reisevorbereitungen (das ist einen eigenen Post wert) und der langen Zeit ohne Urlaub. Ich schlief beinahe die ganze Fahrt und seither ist schlafen eines meiner liebsten Hobbys geworden. Das und das Lesen von wirklich absurd schlecht geschriebenen Romanen. Die meiste Zeit in den letzten zwei Tagen verbrachte ich im Gammellook auf der Couch, wahlweise in ein Buch oder Serien vertieft und das Wetter hier ist so miserabel, das auch kaum etwas anderes möglich war. Und soll ich euch etwas verraten? ICH LIEBE ES.  Wirklich. Die flache Unterhaltung, den langen Mittagsschlaf, der entspannte Tagesablauf - all das könnte kaum besser sein. Und während ich mich in den letzten Tagen einfach erholte, ging mir immer wieder der Begriff Perfektionismus durch den Kopf.  Und als ich diesen Artikel der APA (American Psychological Association) las, beschloss ich daraus e…

Urlaubsgedanken

Gestern stieß ich beim Stöbern in einem Laden am Strand auf folgende Karte und wusste sofort:  Das ist genau der richtige Spruch für eine Montagsmotivation.  Gerade im Urlaub fallen mir immer Millionen von Dingen ein, die ich gerne ändern möchte. Ich will entspannter sein, mutiger darin für mich und andere einzustehen, selbstloser, sportlicher, mich gesünder ernähren und jeden Tag meditieren. Ich möchte mehr Freude verbreiten, lachen und tanzen, Berge von Büchern lesen und ein allgemein unkomplizierter Mensch werden. Tausend Dinge, die mir einfallen, weil ich Zeit dazu habe. Viele von ihnen ergeben Sinn, manche, wie der Wunsch immer unkompliziert zu sein, sind völlig hanebüchen und absolut sinnentleert. Allerdings haben sie alle eine Sache gemeinsam: Sie alle erfordern, dass ich sie lebe und nicht nur darüber spreche/schreibe. Sie erfordern, dass sie zu einer Priorität in meinem Leben werden und nicht nur so nebenher mitlaufen. Urlaub ist eine wunderbare Chance Prioritäten zu überprü…

Montagsmotivation vom Zauber des Phlegma oder "Kann ich etwas ändern? Nein, dann eben nicht"

Letzten Mittwoch hatte ich einen blöden Tag. Mein nagelneues Mac Book entschied sich keinen Ton mehr von sich zu geben und blieb bei dieser Entscheidung, trotz allem was ich und das nette Support Team von Apple versuchten- Das ist wirklich ärgerlich, denn mein uralter Laptop auf dem ich gerade diesen Blogpost verfasse ist nicht nur langsam, sondern kann sich auch nicht mehr wirklich ins Internet einloggen und das Meiste auf dieser Welt überfordert ihn einfach.  Aber immerhin hatte ich einen Abend auf den ich mich freuen konnte. Ich fuhr mit dem Zug in einen Vorort von Hannover um mich dort mit einer Freundin zum Game of Thrones gucken zu treffen. Soweit so gut. Als ich jedoch aus dem Zug auf den Bahnsteig (Betonung auf STEIG also steigen = gehen/zu Fuß sein) stieg und mich nach meiner Freundin umsah, flog ich ein wenig durch die Luft. Mich hatte eine Fahrradfahrerin gerammt, die in vollem Tempo durch den Regen über den Bahnsteig fuhr - ein Ort an dem man nicht Fahrrad fährt- um den Z…