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(W)Mut zur Veränderung?

Gestern brach in Hamburg das Inferno aus. Bilder, die eigentlich nicht so richtig hierher passten, strömten durch die sozialen Medien. Es gab riesige Aufschreie wer, wann, wie, warum angefangen hat und schuldig ist und mir verursachte das alles, um ehrlich zu sein, ein starkes Gefühl von Übelkeit. Und wisst ihr warum?
Weil, um ehrlich zu sein, das ganze Auto abbrennen, Brandsätze werfen und Leute zusammen schlagen das Niveau eines Zweijährigen hat, der das hübsche Spielzeug kaputt macht, weil es dem Nachbarskind gehört. Wobei, ich muss mich offiziell bei allen Zweijährigen entschuldigen, die sind nicht so.
Bin ich mit allem einverstanden, was die G20 veranstalten? Mag ich Donald Trump? Finde ich, dass wir keine Mitspracherechte haben sollten? NEIN.
Ich bin ein erklärter Freund der Demokratie. Ich stehe ein für Versammlungsfreiheit und das Recht zu demonstrieren. Ich stehe auf für die Menschenrechte und bin dafür, dass jeder Mensch unabhängig vom Status seiner Familie, seiner Religion, seines Alters oder seines Geschlechts genau dieselben Rechte haben sollte wie jeder andere Mensch auch.
Ich bin für Freiheit und Demokratie, für das Einmischen der Bevölkerung und der Möglichkeit zu partizipieren.
Aber, ich bin klar und eindeutig gegen Gewalt. In jedem Zusammenhang. Ich bin dagegen, dass Staaten sich das Recht heraus nehmen ihre Bürger zu ermorden, egal nach welcher Art von angeblich fairem Prozess, ich bin dagegen, dass in Gefängnissen gefoltert wird und ich bin ganz eindeutig dagegen, wenn Gewalt für welchen auch immer gearteten politischen Hintergrund genutzt wird. Das gilt für Staaten ebenso wie für Terrororganisationen oder auch Gruppierungen, die es sich auf die Fahne schreiben aufgrund von höheren Zielen oder einem übergeordnetem Ziel Gewalt gebrauchen zu dürfen.
Denn Gewalt erzeugt genau eine Sache: GEGENGEWALT. (Ja, das singen auch die Ärzte, ich weiß).
Niemals hat Gewalt zu etwas von dauerhaft positivem Wert geführt. Niemals war Gewalt die Lösung für Probleme und noch nie hat irgendjemand durch einen Akt der Gewalt einen Umbruch herbei geführt, der für die Menschen dauerhaft eine gute Lösung war. (Bitte kommt mir jetzt nicht mit der Französischen Revolution - ich sage nur Robbespierre - oder mit anderen vermeintlich gerechten Beginnen von Gewalt).

Immer wieder kommen Stimmen auf, die sagen, dass man sich nur mit Gewalt das nötige Gehör verschaffen kann, dass wir nur so schaffen können auf uns aufmerksam zu machen. Dabei ist meiner Meinung nach ausschließlich die Geschichte des gewaltlosen Widerstands eine erfolgreiche Geschichte. Man denke nur an Gandhi, Rosa Parks oder Martin Luther King. Menschen, die es nicht für nötig und entgegen ihrer moralischen Gesinnung gefunden hätten Gewalt anzuwenden. Menschen, die eine derartige Wirkung erzielten, wie es die Masse von Brandwütigen in Hamburg nie erreichen werden. Menschen, die dauerhaft einen Stein ins Rollen brachten, einfach weil sie stur das taten, was sie für richtig hielten.
Als Bürger dieses Landes, als Bürger dieser Welt, haben wir die Pflicht - ja ich sage ganz bewusst die Pflicht - diese Welt zu einem besseren Ort zu machen, egal welche Widerstände es geben mag. Wir haben die Pflicht uns Ungerechtigkeit entgegen zu stellen und aufzustehen gegen Hass und Verachtung ungeachtet unseres Prestiges und unserer Herkunft. Ich bin dafür aufzustehen und für die Ideale einzutreten. Gewaltfrei und voller Selbstbewusstsein, denn auch wenn meine Stimme nicht gehört wird, ist es wichtig, dass sie da war.

Liebste Grüße
Lotte

Kommentare

  1. Wie wahr wie wahr!

    Liebe Lotte, danke für diesen frühen und deutlichen Hinweis in der deutschen Bloggerlandschaft.

    Im Hamburger "Speckgürtel" wohnend sehe ich mit großer Besorgnis, Angst, Hilflosigkeit und auch Wut, was da seit Donnerstag passiert! Lassen wir mal die immensen Einschränkungen für die Hamburger Anwohner und die Pendler in der Metropolregion ausser Acht (Leute kamen DO und FR nicht mehr oder erst nach vielen Stunden im Stau von der Arbeit nach Hause) und schauen nur auf das, was in der Schanze, in Altona und in anderen Stadtteilen passiert. Das ist sinnloser und wütender Straßenkrieg!
    Ich frage mich, wie es den Anwohnern in diesen "Gewaltgebieten" geht? Wie fühlst du dich, wenn gerade dein Auto abfackelt - nur weil es dummerweise am falschen Ort zur falschen Zeit stand oder wenn du im Bus sitzt und die Fenster eingeschlagen werden? Ich denke, die Anwohner in diesen Stadtteilen bekamen einen Hauch davon mit, wie sich ein Bürgerkrieg anfühlen könnte...

    Ja, ich hätte mir auch sehr gewünscht, dass das alles ganz anders abläuft!!!
    Aber wie zu oft in solchen Situationen haben die Chaoten, die das alles verursacht haben, nicht unbedingt "Make Love not War" im Herzen. Möge die Wut zur Veränderung dem Mut zu einem anderen Verhalten & Denken Platz machen. Möge Gandhis Vorbild von gewaltlosem Widerstand und Liebe ganz weite Kreise ziehen und in die Gedanken und Herzen der Menschen eindringen!!!

    Ich möchte alle die deinen Post und meinen Kommentar lesen einladen, im eigenen Denken und Verhalten Liebe und Gewalt-Frei-Heit zu leben. Ich bin davon überzeugt, dass wir alle deutliche Zeichen setzen können und dass diese dann auch Kreise ziehen - nicht mit einem "hei-tei-tei - was sind wir alle so lieb Denken" sondern damit, mutig für das Gute einzutreten.

    Danke Lotte!

    Liebe Grüße
    Tina

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    1. Danke, Danke, Danke für deinen wunderbaren Kommentar liebe Tina 😍

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