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Done is better than perfect

Ich habe einen Hang dazu alles möglichst perfekt machen zu wollen. Das klingt wie ein Satz, den man gut im Vorstellungsgespräch sagen kann, wenn man nach seinen Schwächen gefragt wird. Beschaulich, sympathisch und definitiv jemand, der sich in seine Aufgaben verbeißt. 
Perfektionismus ist angesagt, ein bisschen hip und wir können uns alle darin sonnen. 
In Wahrheit sind wie nämlich meist ein bisschen stolz auf uns, wenn wir behaupten nach Perfektion zu streben. 
Nur, dass es leider Augenwischerei ist und eine willkommene Ausrede um sich am Ende schlecht zu machen, runter zu ziehen oder auf andere, vermeintlich luderige Menschen herab zu blicken. 

Dabei macht Perfektionismus meistens eins: Gelähmt. 
Wenn ich eine Aufgabe nur perfekt bewältigen kann und ansonsten nichts wert bin, so scheitere ich eigentlich schon zu Beginn. Es gibt keine Perfektion. Niemals. Strebe ich jeden Tag aufs Neue danach, so mache ich mich immer wieder bewusst unglücklich und gelähmt, starre mit sehenden Augen in mein Unglück und verbringe viel Zeit meines Lebens damit mir selbst vorzuwerfen, dass ich nicht perfekt, sondern ein Mensch bin. 
Ganz ehrlich? Mir passiert das leider viel zu oft, weil es so unendlich leicht es sich diesem Anspruch hinzugeben und so gewohnt sich selbst dafür zu knechten. Schade, man könnte es ja auch anders gestalten. Ein wirklich guter Spielplatz dafür ist übrigens das Balletttraining, das ich vor einiger Zeit wieder aufgenommen habe. Es ist ein großartiger Sport, der genau das beinhaltet was ich eben beschrieben habe: Das Streben nach Perfektion, nach der ultimativen Körperbeherrschung. Leider - oder eher zum Glück- bin ich darin wirklich, wirklich miserabel. Es macht mir unheimlichen Spaß, ich gehe gerne zum Training und liebe es diesen Sport zu machen. Nichtsdestotrotz bin ich wahrlich keine Meisterin und sehe eher wie eine betrunkene Ente dabei aus. 

Jede Woche aufs Neue zu sehen, dass ich an einer Sache Spaß haben kann in der ich alles andere als brillierend hervorsteche ist eine gute Erfahrung um die Tendenz zum Perfektionismus heraus zu nehmen. Manchmal ist es nämlich ausreichend sich anzustrengen ohne perfekt zu sein.
Ich habe dazu gestern ein wunderbares Zitat von Hannah Arendt gelesen, das ich euch für diese Woche mit auf den Weg geben möchte

In order to go on living one must try to escape the death involved in perfectionism. 
Hannah Arendt


Habt einen wunderbaren Start in die Woche
Lotte

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